4.11.2026 09:53

Mutig Veränderung gestalten

Germany Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Unknown author
Prof. Dr. Joachim Hornegger beginnt im April 2027 seine dritte Amtszeit als Präsident der FAU und will die Universität in den nächsten Entwicklungsschritt führen. Dazu zählen eine engere Vernetzung mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen, mehr Verantwortung für junge Forschende sowie eine stärkere Sichtbarkeit der Forschungsstärken; zudem sollen Studienbedingungen verbessert und Lehramtsstudierende besser vorbereitet werden. Hornegger spricht sich dafür aus, Professuren, Studiengänge und Einrichtungen regelmäßig strategisch zu überprüfen und bei Veränderungen transparent, im Dialog und unter Einbindung der Gremien vorzugehen. In sechs Jahren soll die FAU noch attraktiver für Talente, Partnerschaften und Menschen sein, die gemeinsam etwas bewegen wollen.
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Für Prof. Dr. Joachim Hornegger beginnt im April 2027 die dritte Amtszeit als FAU-Präsident. Im Interview spricht er über seine Pläne und was ihm wichtig ist.

Herr Hornegger, was haben Sie sich für Ihre dritte Amtszeit vorgenommen?

Die FAU hat in den vergangenen Jahren viel erreicht. Das verdanken wir vor allem den Menschen, die hier mit Leidenschaft forschen, lehren und arbeiten. Und ich bin überzeugt, dass noch viel mehr in unserer Universität steckt. Jetzt wollen wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen. Dabei kommt es für mich auf drei Dinge an: Erstens wollen wir unsere besondere Stellung in der Region noch stärker ausspielen. Große Unternehmen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und innovative Startups bei uns eng miteinander vernetzt. Diese Nähe ist ein echter Standortvorteil – und ein Alleinstellungsmerkmal. Zweitens wollen wir jungen Forschenden mehr Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten geben, damit sie gerne schon in einer frühen akademischen Phase an die FAU
kommen. Und drittens gilt es, unsere Forschungsstärken noch besser sichtbar zu machen. Mit unserem Exzellenzcluster Transforming Human Rights haben wir gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung unterschiedlicher Disziplinen steckt.

Aber wir sind auch in anderen Themen sehr gut, etwa bei Immunologie, KI in der Medizin, Quantencomputing, Energieforschung oder in der Arbeitsmarktforschung. Wir werden deshalb unsere Forschenden gezielt unterstützen und Anreize schaffen, auch große und mutige Vorhaben anzugehen. Denn ich bin überzeugt: Die FAU hat die Menschen, die Ideen und die wissenschaftliche Stärke, um national und international noch mehr zu erreichen.

Das alles zielt sehr stark auf die Forschung ab. Was beschäftigt Sie mit Blick auf Studium und Lehre?

Ganz wichtig ist mir der Studienerfolg. Unseren Studierenden bieten wir an der FAU jetzt schon hervorragende Lehre und verknüpfen diese von Anfang an auch mit der Forschung. Aber viele brauchen länger bis zum Abschluss als vorgesehen. Da müssen wir genauer hinschauen und die Studienbedingungen so verbessern, dass sie in angemessener Zeit erfolgreich abschließen können.

Ein weiterer Punkt ist die Lehrkräftebildung. Lehrerinnen und Lehrer prägen Tausende von Schülerinnen und Schülern in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung. Dafür müssen wir sie bestmöglich vorbereiten. Dabei geht es nicht nur um fachliches Wissen, sondern auch darum, junge Menschen für das Lernen zu begeistern und sie individuell zu fördern. Unser Anspruch: Unsere Lehramtsstudierenden sollen bei den Staatsexamina im bayerischen Vergleich zur Spitzengruppe gehören.

In Modezeitschriften gibt es manchmal die Rubrik: „Was kommt, was bleibt, was geht“. Was kommt, haben Sie formuliert. Was geht an der FAU?

Wir müssen bereit sein, Gewohntes zu hinterfragen. Das kann bedeuten, auch einmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Aber über vieles gibt es ja auch schon Konsens. Erstens wollen wir jünger berufen, dafür in der Regel mit Tenuretrack. Wir wollen die Universität sein, an der Forschende früh eine Chance bekommen. Zweitens wollen wir bei der Nachbesetzung von Professuren schneller auf Zukunftsthemen setzen können. Dafür müssen wir uns jedes Mal gemeinsam anschauen, was strategisch wichtig ist.

Das gilt auch für Studiengänge oder wissenschaftliche Einrichtungen. Wir müssen regelmäßig überprüfen, ob unsere Angebote nachgefragt werden, wissenschaftlich überzeugen und langfristig tragfähig sind. Nur wenn wir den Mut haben, auch einmal etwas Etabliertes zu verabschieden, um Platz zu schaffen für Neues, bleiben wir handlungsfähig.

Eine Strategie zu implementieren, erfordert ja auch immer, dass eine große Organisation wie eine Universität bereit ist, diesen Weg mitzugehen. Wie wollen Sie die Menschen an der FAU mitnehmen?

Das Wichtigste ist für mich Transparenz, offene Kommunikation und die Bereitschaft, einander zuzuhören und respektvoll miteinander umzugehen. Eine Universität lebt davon, dass Menschen mitdenken, mitgestalten und auch widersprechen. Das gehört zu unserer Kultur. Die Umsetzung einer Strategie vor allem an einer Universität lebt natürlich davon, die Gremien einzubinden und den Dialog mit den FAU-Angehörigen zu führen. Da gilt es immer, Argumente vorzutragen, gemeinsame Lösungen und auch Kompromisse zu finden – und dann aber auch Entscheidungen zu treffen, die tragen.

Man wächst mit seinen Aufgaben, heißt es. In welcher Hinsicht wollen Sie selbst wachsen?

Ich bin Informatiker. Da kommuniziere ich sehr geradlinig und vergesse manchmal, dass Kommunikation auch mit Emotionen zu tun hat. Ich arbeite daran, mich da noch mehr auf den einzelnen Menschen einzustellen.

Wo steht die FAU in sechs Jahren?

Bis dahin wird unsere FAU ihre Anziehungskraft weiter erhöhen: als Magnet für die besten Talente, für starke Partnerschaften und für Menschen, die hier gemeinsam etwas bewegen wollen.

Blandina Mangelkramer



https://www.fau.de/2026/11/news/universitaet/magazin/magazin-2026/innovation-2026/mutig-veraenderung-gestalten
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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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