Jugendliche stark machen
FAU-Alumnus Serhat Gökce, Lehrer an der Beruflichen Schule 9 in Nürnberg, erhielt 2025 den Deutschen Lehrkräftepreis. Besonders gewürdigt wurden neben seiner fachlichen Kompetenz sein wertschätzender Umgang mit den Schülerinnen und Schülern und seine Unterstützung junger Menschen. Im Interview spricht er über gute Lehre, seine Weihnachtsspendenaktion und seine Tätigkeit als Mentor an einer Universitätsschule der FAU, zu der er sich weiterhin eng verbunden fühlt.
FAU-Alumnus Serhat Gökce unterrichtet an der Beruflichen Schule 9 in Nürnberg. 2025 wurde er mit dem Deutschen Lehrkräftepreis ausgezeichnet.
Ausschlaggebend waren nicht nur seine fachliche Kompetenz, sondern vor allem sein wertschätzender Umgang mit den Schülerinnen und Schülern. Im Interview erzählt Serhat Gökce, was gute Lehre für ihn bedeutet und welche Rolle seine Zeit an der FAU dabei spielt.
Wie haben Sie den Moment erlebt, als Sie von der Nominierung erfahren haben?
Als ich die detaillierten Begründungen meiner Abschlussklasse las, war das ein absoluter Gänsehautmoment, der mich tief berührte. Gerade an der Berufsschule geht es um viel mehr als reine Wissensvermittlung. Es geht darum, jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen echtes Interesse entgegenzubringen und sie in einer entscheidenden Phase ihres Lebens verlässlich zu begleiten. Dass dies bei meinen Schülerinnen und Schülern genauso ankommt, ist für mich die schönste Bestätigung meiner Arbeit.
Gibt es Momente mit Ihren Schülerinnen und Schülern, in denen Ihnen besonders deutlich wird, was Ihnen an Ihrem Beruf wichtig ist?
Spontan denke ich gerade an folgende Erfahrung bei meiner jährlichen Weihnachtsspendenaktion mit der Schülermitverantwortung: Den Gen-Z-Schülerinnen und -Schülern, denen sonst manchmal weniger Sozialkompetenz zugetraut wird, überlassen wir Verantwortung. Sie organisieren Spenden, motivieren sich gegenseitig und leben Werte wie Solidarität. Das zeigt mir: Genau dafür bin ich Lehrer – um Potenzial zu wecken, das niemand erwartet.
Sie arbeiten außerdem als Mentor an einer der Universitätsschulen der FAU, an denen Studierende praktische Erfahrungen im Schulalltag sammeln. Was bedeutet Ihnen diese Verbindung zu Ihrer Alma Mater?
Die FAU ist für mich bis heute ein Stück Heimat, weil ich dort nicht nur fachlich, sondern auch menschlich viel mitgenommen habe. Umso schöner ist es für mich, als Mentor etwas zurückgeben zu können. Und Prof. Dr. Karl Wilbers danke ich ausdrücklich für die großartige Umsetzung der Universitäts- schule in Bayern, die Wissenschaft und schuli- sche Praxis so wertvoll zusammenbringt.
Gibt es etwas, das Ihnen mit Blick auf den Lehrerberuf besonders am Herzen liegt?
Wir reden aktuell sehr viel über das, was im Schulsystem alles fehlt – von Lehrkräften bis hin zu digitaler Ausstattung. Ich möchte aber betonen, was für ein fantastischer und sinnstiftender Beruf das Lehramt ist: Wir haben jeden Tag die Chance, junge Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und stark für die Zukunft zu machen.
Nina Bundels
https://www.fau.de/2026/11/news/universitaet/magazin/magazin-2026/jugendliche-stark-machen