Tinte schont die Umwelt
Tinte oder Laser? Standard- oder Recyclingpapier? Beim Drucken hängen die Umweltfolgen von vielen Faktoren ab. Wir zeigen, wie man sie minimiert.
Einladungskarten und Arbeitsblätter, Fotos und Formulare, Konzert- und Bahntickets − auch im Digitalzeitalter gibt es noch allerhand zu drucken. Wie gravierend sind die Auswirkungen auf die Umwelt? Welchen Unterschied macht es, ob ich einen Tinten- oder einen Laserdrucker nutze? Wie kann ich die Umweltfolgen meiner Ausdrucke verringern? Was bringt zum Beispiel Recyclingpapier? Unsere Ökobilanz liefert Antworten.
Wir haben die Umweltfolgen von drei Arten von Druckern über ihren gesamten Lebenszyklus verglichen, von der Herstellung bis zur Entsorgung. In Privathaushalten am weitesten verbreitet sind Farbtinten-Multifunktionsdrucker mit Scan- und Kopierfunktion. Ihnen stellten wir ähnlich ausgestattete Farblaser-Multifunktionsdrucker und einfache Schwarzweiß-Laserdrucker ohne Scanner gegenüber.
Tintendrucker ökologisch am besten
Das Resultat ist eindeutig: Die Farbtinten-Kombidrucker verursachen in ihrem Leben erheblich geringere Umweltbelastungen als Farblaser-Kombidrucker. Ökologisch noch ein bisschen besser stehen die einfachen Schwarzweiß-Laserdrucker da. Und für alle Szenarien, die wir modelliert haben, gilt: Die Herstellung belastet die Umwelt viel stärker als die Nutzung. Die Umweltfolgen von Transporten und der Bonus fürs Recycling sind demgegenüber schon fast zu vernachlässigen.
Unser Rat
Nutzen Sie Ihren Drucker möglichst lange – die größten Umweltbelastungen entstehen bei der Herstellung. Beim Neukauf eines Farbdruckers setzen Sie auf Tinten- statt auf Laserdrucker. Deren Produktion ist weniger aufwendig und hat weit geringere Umweltfolgen. Ökologisch noch besser sind reine Schwarzweiß-Laserdrucker. Unabhängig von der Drucktechnik verbessern Recyclingpapier und beidseitiger Druck die Ökobilanz.
Sechs Drucker im Labor zerlegt
Um festzustellen, wie sich die Herstellung der Geräte auf die Umwelt auswirkt, hat unser Labor von jedem der drei Druckertypen zwei Modelle aus unserer Testdatenbank in ihre Einzelteile zerlegt und die Materialien analysiert. Die Umweltfolgen der Nutzung ermittelten wir für Viel- und Wenigdrucker. Dafür nutzten wir Daten aus unserem laufenden Druckertest zum Strom-, Tinten- und Toner-Verbrauch und berechneten die Auswirkungen des Papierverbrauchs für Standard- und für Recyclingpapier.
Bei der Auswahl der analysierten Drucker und bei unseren Szenarien zum Druckaufkommen gehen wir von Privathaushalten aus: Wenigdrucker bedrucken 10 Seiten im Monat, Vieldrucker 100 Seiten. In großen Büros wird oft viel mehr gedruckt, und es kommen größere Profi-Drucker zum Einsatz.
Auch die Transportwege für Drucker, Tinte und Toner fließen in unsere Bilanz ein: Mit dem Lkw von der Fabrik in Asien zum nächsten Hafen, im Schiffscontainer nach Europa, mit dem Lkw in den Handel und per Pkw oder Paketbote zum Endkunden. Für all das ermitteln unsere Experten Umweltschadenspunkte und rechnen sie zu einer Gesamtbilanz zusammen.
Gesamtbilanz: Farbtinte schlägt Farblaser
Was Umweltschadenspunkte sind: Die Umweltschadenspunkte geben an, wie stark Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung eines Druckers und der zugehörigen Verbrauchsmaterialien die Umwelt belasten. Je höher die Zahl der Schadenspunkte, desto schlechter für die Umwelt und die Ökobilanz. Wir nehmen für unsere Berechnungen an, dass die Drucker jeweils fünf Jahre genutzt und danach korrekt entsorgt werden. Die Entsorgung reduziert die Punktzahl, wenn Bestandteile recycelt werden können.
Wenigdrucker sind in unserem Szenario Nutzer, die 10 Iso-Standardseiten pro Monat auf Standardpapier drucken.
Vieldrucker drucken 100 Iso-Standardseiten pro Monat auf Standardpapier.
Laser verbrauchen mehr Ressourcen
Dass Laserdrucker bei gleicher Ausstattung so viel umweltschädlicher sind als Tintendrucker, liegt an ihrer aufwendigeren Technik. Im Schnitt wiegen die Farblaser-Kombis in unserem Vergleich etwa doppelt so viel wie die Tintendrucker. Ihre Herstellung verbraucht rund doppelt so viele Rohstoffe – etwa Metalle oder Rohöl für Kunststoffteile – und setzt doppelt so viele schädliche Emissionen frei, zum Beispiel klimaschädliches CO2 oder Feinstaub.
Stromverbrauch vor allem im Standby
Die Bilanz für die Nutzung fällt je nach Druckvolumen unterschiedlich aus. Bei jenen, die wenig drucken, dominiert im laufenden Betrieb der Stromverbrauch. Der Grund: Die Drucker ziehen in unserem Szenario dauerhaft Strom für den Standby-Betrieb − die Farblaser-Kombis erheblich mehr als die Farbtinten-Kombis oder die Schwarzweiß-Laserdrucker. Wer auf die ständige Bereitschaft im Netzwerk verzichtet, kann den Standby-Verbrauch zumindest bei Laserdruckern stark reduzieren.