29.5.2026 11:28

Vier Prozent!? Chase und Noris­bank locken mit Kracher-Zinsen

Germany Stiftung Warentest Unknown author
Chase bietet Neukunden vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld für vier Monate, danach 2 Prozent; die Einlagen sind bis 100.000 Euro pro Anleger geschützt und Chase gehört dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds an. Norisbank kontert ab dem 1. Juli mit ebenfalls vier Prozent für sechs Monate bis 250.000 Euro, danach 0,75 Prozent; die Einlagensicherung ist identisch. Der Haken: Die Spitzenzinsen gelten nur bei Eröffnung eines Girokontos, das kostenlos bleibt nur unter Bedingungen (unter 30 Jahren oder mindestens 500 Euro Monatseinzahlungen); Bestandskunden sind ausgeschlossen, und der Kontenwechsel erfordert spezielle Online-Wechsel-Vorgaben. Stiftung Warentest hält diese Konditionen für nicht verbraucherfreundlich und nimmt das Norisbank-Angebot daher nicht in den Tagesgeld-Vergleich auf; Vier Prozent Zinsen wirken attraktiv, doch außerhalb dieser Angebote finden sich laut Test oft bessere Tagesgeld-Konten.
AI summary

Vier Prozent Zinsen auf Tages­geld bietet Chase. Die Deutsche-Bank-Tochter Noris­bank folgt. Wie gut sind die Angebote wirk­lich? Die Stiftung Warentest ordnet ein.

Mit ihrem Eintritt in den deutschen Markt sorgt die Digital­bank Chase für ein Ausrufezeichen: Vier Prozent Zinsen auf Tages­geld – so viel gab zuletzt kein anderer. Zum Vergleich: Zuletzt lagen die Top-Zins­sätze auf Tagesgeld für Neukunden bei um die 3,5 Prozent. Die Digital­bank Chase ist ein Ableger der US-Groß­bank JPMorgan.

Der Check: So gut ist das Chase-Tages­geld wirk­lich

Chase bietet für Neukunden vier Monate vier Prozent Zinsen aufs Tages­geld­konto, ohne Betrags­begrenzung. Nach Ablauf der vier Monate gibt es aber deutlich weniger. Dann wird das Tages­geld zu regulären Konditionen verzinst – aktuell liegt der Zins­satz bei 2 Prozent. Abschließen kann man das Tages­geld­konto nur per App.

Wer bei Chase Tages­geld anlegt, ist durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Diese beträgt bis 100 000 Euro pro Anleger und Bank. Zudem ist Chase Mitglied im freiwil­ligen Einlagensicherungs­fonds des Banken­verbands. Darüber sind Anleger im Verlustfall mit mindestens 438 000 Euro, maximal 3 000 000 Euro abge­sichert.

Tipp: Top-Zins­angebote finden Sie in unserem Tagesgeldvergleich und Festgeldvergleich – täglich aktualisiert. Hier können Sie sehen, wie Chase im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet.

Noris­bank kontert: Ebenfalls vier Prozent

Dass Chase einen neuen Top-Zins ins Spiel brachte, ließ die Konkurrenz nicht auf sich sitzen. Die Noris­bank – eine Tochtergesell­schaft der Deutschen Bank – bietet Neukunden ab dem 1. Juli ebenfalls vier Prozent Zinsen auf Tages­geld. Das Angebot kann man noch bis zum 30. Juni abschließen.

Bei der Noris­bank gibt es die vier Prozent Zinsen sogar für sechs Monate. Das Angebot gilt für Beträge bis 250 000 Euro, einen Mindest­anlage-Betrag gibt es nicht. Nach Ende des Aktions­zeitraums gibt es einen deutlich geringeren Zins – aktuell 0,75 Prozent. Die Einlagensicherung ist identisch zu Chase.

Lock-Angebot der Noris­bank mit Haken

Im Vergleich zu Chase hat das Angebot der Noris­bank einen deutlichen Haken: Die Top-Zinsen gibt es nur, wenn man zeitgleich ein Giro­konto eröffnet. Dieses Giro­konto ist an Bedingungen geknüpft, um kostenlos zu bleiben: Entweder man ist unter 30 Jahre alt, oder es müssen mindestens 500 Euro im Monat eingehen. Sonst kostet es 3,90 Euro im Monat. Bestands­kunden der Noris­bank sind zudem von dem Angebot ausgeschlossen.

Zweiter Minus­punkt: Der Wechsel ist an enge Voraus­setzungen gebunden: Man muss den Online-Konto­wechsel­service nutzen und mindestens drei Zahlungs­partner auto­matisiert über den Konto­wechsel informieren. Das können zum Beispiel Gehalt, Miete und die Hand­yrechnung sein. Güns­tige Giro­konten ohne Haken finden Sie in unserem monatlich aktualisierten Girokonten-Vergleich.

Fazit der Stiftung Warentest: Diese Bedingungen sind nicht verbraucherfreundlich. Wegen dieser Neben­bedingungen nehmen wir das Vier-Prozent-Lock­angebot der Noris­bank nicht in unseren Tagesgeld-Vergleich auf. Nur in Einzel­fällen kann es sich lohnen – zum Beispiel, wenn man sowieso das Giro­konto wechseln möchte. Vier Prozent Zinsen aufs Tages­geld sind dann ein schöner Bonus, nach Ablauf des sechs­monatigen Angebot-Zeitraums gibt es anderswo aber bessere Tages­geld-Konten.

(mit dpa)

https://www.test.de/Tagesgeld-Vier-Prozent-Chase-und-Norisbank-locken-mit-Kracher-Zinsen-6307894-0?wt_mc=owned.site.rssfeeds.dl...

Author
Company / Organization
Stiftung Warentest
Share
Gallery