Antrag will Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Hungerkrise
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag mit dem Titel „Ernährungssouveränität herstellen – Globale Hungerkrise bekämpfen in Zeiten wachsender Finanzierungslücken“ vorgelegt, der am Freitag, 22. Mai 2026, beraten und nach einer halbstündigen Aussprache dem federführenden Ausschuss überwiesen werden soll. Begründet wird der Antrag mit den durch die Blockade der Straße von Hormus ausgelösten Preisschocks bei Düngemitteln, Nahrungsmitteln und Energie sowie der WFP-Warnung, dass 45 Millionen Menschen zusätzlich hungern könnten. Die Grünen fordern eine deutliche Aufstockung humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit in akut bedrohten Krisenregionen, sicheren humanitären Zugang in Sudan und Gaza sowie stärkere Unterstützung beim Ausbau erneuerbarer Energien, um Abhängigkeiten durch Ölpreisschocks und Lieferblockaden zu reduzieren. Zudem plädiert der Antrag für den Aufbau strategischer staatlicher Lebensmittelreserven, schnelle Entschuldung hochverschuldeter Länder des globalen Südens und Vorrang von Ernährungssicherheit und klimaresilienter Landwirtschaft vor Schuldendienst; Ernährungssouveränität sei zentral für Menschenrechte, Frieden und nachhaltige Entwicklung.
Liveübertragung: Freitag, 22. Mai, 11.55 Uhr.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag mit dem Titel „Ernährungssouveränität herstellen – Globale Hungerkrise bekämpfen in Zeiten wachsender Finanzierungslücken“ (21/6010(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgelegt. Er soll am Freitag, 22. Mai 2026, beraten und nach einer halbstündigen Aussprache dem federführenden Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur weiteren Beratung überwiesen werden.
Antrag der Grünen
Angesichts der durch die Blockade der Straße von Hormus ausgelösten Preisschocks bei Düngemitteln, Nahrungsmitteln und Energie fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung auf, die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit in den akutesten Krisenregionen deutlich aufzustocken und keine weiteren eigenen Kürzungen vorzunehmen. Unter anderem solle sie den humanitären Zugang in Sudan und Gaza sichern und Partnerländer verstärkt beim Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen, um Abhängigkeiten durch Ölpreisschocks und Lieferblockaden künftig zu reduzieren.
Außerdem sprechen sich die Abgeordneten für den Aufbau und die Stärkung strategischer staatlicher Lebensmittelreserven zur Abfederung von Preisspitzen und Lieferkettenschocks aus und für eine schnelle und umfassende Entschuldung hochverschuldeter Länder des globalen Südens. Mitteln für Ernährungssicherheit und klimaresiliente Landwirtschaft sollte Vorrang vor Schuldendienst eingeräumt werden.
„Globale Nahrungsmittelkrise droht“
In der Begründung heißt es, mit der Blockade der Straße von Hormus durch das iranische Regime als Reaktion auf die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA und Israels auf den Iran drohe eine globale Nahrungsmittelkrise. Das Welternährungsprogramm (WFP) warne, dass 45 Millionen Menschen zusätzlich in Hungersnot geraten könnten, sollte die Blockade anhalten.
Um den Hunger erfolgreich zu bekämpfen und Ernährungssouveränität zu erzielen, ist es aus Sicht der Grünen „unabdingbar, kleinbäuerliche Produzent:innen zu stärken und ihre Resilienz und Selbstbestimmung zu verbessern“. Ernährungssouveränität sei nicht nur Voraussetzung für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung, sondern auch zentral für Frieden, Stabilität und nachhaltige Entwicklung weltweit. (hau/21.05.2026)
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw21-de-ernaehrungssouveraenitaet-1174786