Spatenstich von UNITED HEAT in Görlitz – das grenzüberschreitende Fernwärmeprojekt als kraftvolles Symbol für die deutsch-polnische Partnerschaft und die europäische Zusammenarbeit im Energiebereich
Bundeswirtschaftsministerin Reiche hat heute an dem Spatenstich von UNITED HEAT, einem grenzüberschreitenden Fernwärmeprojekt zwischen Görlitz und seiner polnischen Schwesterstadt Zgorzelec teilgenommen.
Das gemeinsame Projekt der Stadtwerke Görlitz und des polnischen Wärmeversorgers SEC Zgorzelec sieht bis 2030 die vollständige Dekarbonisierung und die Verbindung der bislang getrennten Wärmenetze auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze vor. Das im Jahr 2020 initiierte Projekt erhielt 2022 europaweit den CB-RES (Cross-Border Renewable Energy) Status der Connecting Europe Facility (CEF) als eines von drei Vorreiterprojekten. Der heutige Spatenstich markiert den Baubeginn des ersten von insgesamt zwölf geplanten Leitungskilometern.
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „United Heat zeigt eindrucksvoll, wie Kommunen bei der Wärmeversorgung über Ländergrenzen hinweg erfolgreich zusammenarbeiten können. Für eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung mitten in Europa unterstützen wir die Investitionen auf deutscher Seite mit 81,6 Millionen Euro. Durch die Verknüpfung der deutschen und polnischen Fernwärmenetze wird der Wärmesektor kosteneffizient dekarbonisiert und unsere Energiesicherheit gestärkt – für eine moderne Infrastruktur zum Vorteil der Unternehmen und Verbraucher in Görlitz und Zgorzelec."
Das Projekt wird politisch auf breiter Ebene unterstützt. Im Februar 2024 unterzeichnete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem polnischen Wirtschaftsministerium und im Februar 2026 eine mit dem polnischen Energieministerium. Die Bundesregierung stellt ca. 80 Millionen Euro über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze bereit mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit der Investitionen in die klimaneutrale Fernwärme sicherzustellen und die Wirkungen auf die Kundenpreise so gering wie möglich zu halten. Seit 2023 erfährt das Projekt außerdem Unterstützung durch die Deutsche EnergieAgentur (dena) über die Deutsch-Polnische Energieplattform, gefördert vom Auswärtigen Amt.
Grenzregionen können durch lokale grenzüberschreitende Initiativen wie diese Vorreiter der Energiewende werden. Denn europäische Zusammenarbeit im Energiebereich kann nicht nur durch milliardenschwere Projekte umgesetzt werden, sondern auch durch kleinere Projekte von Stadtwerken und lokalen Energieversorgern. Das Projekt an der Neiße demonstriert außerdem, dass grenzüberschreitende Energiekooperationen Kosten sparen. Bei Investition und Betrieb können hier insgesamt über sechs Millionen Euro eingespart werden und der Energiepreis ist fast 8 Prozent niedriger als bei einer rein nationalen Lösung.
Im Anschluss an den Spatenstich für UNITED HEAT traf Bundesministerin Reiche zu einem Austausch mit Vertretern des polnischen Energieministeriums, mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und mit dem Marschall von Niederschlesien Pawel Gancarz, sowie der Woiwodin Anna Żabska zusammen. Im Fokus des Gesprächs stand der Strukturwandel in den ostdeutschen Kohleregionen, insbesondere in den Grenzregionen, denn das Bekenntnis Deutschlands für einen fairen und nachhaltigen Kohleausstieg bis 2038 beinhaltet explizit auch die Unterstützung der von dem Strukturwandel betroffenen Regionen. Ziel des Gesprächs war es, die Partnerschaft beider Länder, insbesondere im Bereich nachhaltiger Energieinfrastruktur und technologischer Innovation, weiter zu stärken und auszubauen und bisherige Erfahrungen miteinander auszutauschen.