Mannheim bringt Schulkinder aufs Fahrrad
Mannheim unterstützt Schulkinder dabei, sicher Rad zu fahren: In Herzogenried wurden drei Samstage genutzt, um Kinder an Fahrräder und Roller heranzuführen, Kurse angeboten und ein Rad-Kino organisiert. Die Initiative, begleitet vom ADFC Rhein-Neckar und der Schule, förderte selbstständiges Üben ohne Leistungsdruck, unterstützt durch EU-Fördermittel GreenDEMO. Ziel ist es, Selbstvertrauen und Teilhabe durch CO2-neutrale Mobilität zu stärken und die Fahrradprüfung der vierten Klasse vorzubereiten.
„Juhu, ich kann jetzt Fahrrad fahren!“ Anna hat ihre Unsicherheit überwunden und gewinnt ein Stück Selbstständigkeit. Stolz hält ihre Mutter die ersten Fahrversuche mit dem Smartphone fest. „Mit meinem Säugling bleibt im Alltag oft wenig Zeit, um mit Anna das Radfahren zu üben. Dabei steht nächstes Jahr die Fahrradprüfung an“, erzählt sie.
Im Herzogenried rund um die Käthe-Kollwitz-Grundschule konnten Kinder an drei Samstagen ihre Freude an Rollern und Fahrrädern entdecken und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Aus ersten vorsichtigen Fahrversuchen wurde bei vielen schnell Begeisterung fürs Radfahren. Zum Angebot gehörten ein Elterncafé, zwei kostenlose Fahrradkurse sowie ein besonderes Rad-Kino als Abschlussveranstaltung. Gemeinsam mit der Käthe-Kollwitz-Grundschule und dem ADFC Rhein-Neckar unterstützte die Stadt Mannheim zahlreiche Kinder auf ihrem Weg zum sicheren und selbstständigen Fahrradfahren.
Ermöglicht wurde die Aktion durch das EU-Projekt GreenDEMO. „Es zeigt, dass wir Fördermittel der EU nutzen, um konkret das Leben in Mannheim zu verbessern. Hier gelingt es uns, Selbstvertrauen und Teilhabe durch CO2-neutrale Mobilität bei Kindern und Jugendlichen zu stärken“ sagt Christian Hübel, Leiter des Fachbereichs Demokratie und Strategie der Stadt Mannheim.
Radaktionen vom Elterncafé bis zum gemeinsamen Kinoerlebnis
Den Auftakt bildete am 22. September ein Elterncafé. Hier konnten sich Eltern über das Fahrradfahren lernen und die Fahrradprüfung in der vierten Klasse informieren.
Am 26. September kamen dann schon 25 Kinder mit Eltern/Betreuenden auf dem Schulhof der Käthe-Kollwitz-Grundschule zusammen. Der erste richtige Fahrradkurs auf dem Schulhof konnte starten. Die Voraussetzungen waren sehr unterschiedlich: Einige wagten ihre ersten Fahrversuche, andere wollten ihre Fahrtechnik verbessern und mehr Sicherheit gewinnen. Beim zweiten Kurs am 10. Oktober nahmen15 neue Radneulinge teil oder es kamen begeisterte Fortgeschrittene wieder. Unter Anleitung des ADFC Rhein-Neckar konnten sie ohne Leistungsdruck und in ihrem eigenen Tempo üben. Fahrräder, Roller und Helme standen bei Bedarf zur Verfügung.
„Wir haben uns sehr darüber gefreut, wie gut die Fahrradkurse angenommen wurden. Die Motivation der Kinder und die Unterstützung durch die Eltern waren beeindruckend. Entscheidend ist nicht, dass sofort alles klappt, sondern dass die Kinder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln und Spaß am Lernen haben. Unser Ziel ist, dass alle Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet und mit einem sicheren Gefühl an der Fahrradprüfung teilnehmen können“, sagt Schulleiter Ulrich Diehl von der Käthe-Kollwitz-Grundschule.
Auch der ADFC begleitete die Kinder bei ihren ersten Fahrversuchen und beim weiteren Training. Michael Fröhlich vom ADFC betont: „Die Entwicklungsschritte der Kinder während der Kurse zu beobachten, war beeindruckend. Viele wurden von Termin zu Termin deutlich sicherer. Besonders gefreut hat uns, dass so viele Familien das Angebot wahrgenommen haben. Wenn Kinder merken, dass sie Fortschritte machen, wächst oft ganz von selbst die Freude am Radfahren – und damit auch das Selbstbewusstsein.“
Den Abschluss bildete am 17. Oktober das Rad-Kino in der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Grundschule. Gezeigt wurde der Film Checker Tobi. Das Besondere: Der Strom für die Vorführung wurde durch die Muskelkraft der Teilnehmenden erzeugt. Alle acht bereitgestellten Fahrräder waren während der Veranstaltung nahezu ununterbrochen im Einsatz. Rund 100 Besucherinnen und Besucher sorgten dafür, dass kein Sattel lange leer blieb. So verband das Rad-Kino Bewegung, gemeinsames Erleben und einen spielerischen Zugang zum Thema nachhaltige Energie.
Die Fahrradaktion entstand im Rahmen des europäischen Förderprojekts GreenDEMO. Ziel des Projekts ist es, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe im Alltag erlebbar zu machen. Mit Unterstützung der Europäischen Union setzt die Stadt Mannheim Maßnahmen um, die die Ziele des Mannheimer Leitbilds 2030 fördern und insbesondere schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen ansprechen. Unterstützt wurde das Angebot von der GBG sowie dem Quartiermanagement Herzogenried.
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