28.7.2026 19:05

10 Euro pro Monat für die Früh­start­rente

Deutschland Stiftung Warentest Autor nicht angegeben
Kernbotschaft: Die Bundesregierung plant eine Frühstart­rente für Kinder, bei der Eltern monatlich 10 Euro pro Kind in ein kapitalgedecktes Altersvorsorge­depot einzahlen, das vom 6. bis 18. Lebensjahr aufgebaut wird und ab 65 Jahren ausgezahlt wird. Zusätzlich können Sparende bis zu 6.840 Euro jährlich selbst einzahlen, insgesamt bis zu 6.960 Euro pro Kind ins Depot fließen; der Großteil könnte aus eigener Tasche kommen. Das Depot kann von den Eltern bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnet werden; Gewinne bis zur Auszahlung bleiben steuerfrei. Das Vorhaben befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren, Finanzministerium rechnet mit hohen Ertragschancen, und es gibt ergänzende Hinweise zu neuen Förderungen für Erwachsene sowie Reformdiskussionen zur gesetzlichen Rente.
KI-Zusammenfassung

Auch Kinder sollen demnächst fürs Alter sparen. Nach den Plänen der Bundes­regierung sollen Eltern für jedes Kind Geld vom Staat bekommen.

Sparen vom Kindesalter bis zum Ruhe­stand

Mit 10 Euro staatlicher Förderung pro Monat und Kind soll ein individuelles, kapitalge­decktes Alters­vorsorgedepot gefüllt werden. Das so geförderte Kapital soll für Kinder vom 6. bis zum 18. Lebens­jahr bis zum Ruhe­stands­beginn mit 65 Jahren angespart und dann ausgezahlt werden, so der Gesetz­entwurf von Bundes­finanz­minister Lars Klingbeil (SPD). Über die Förderung hinaus können Sparende selbst bis zu 6 840 Euro im Jahr einzahlen. Mit den 120 Euro pro Jahr vom Staat können also insgesamt bis zu 6 960 Euro aufs Depot­konto fließen. Der Löwen­anteil dieser Alters­vorsorge käme dann allerdings aus eigener Tasche. Es ist jedoch auch möglich, nur gefördertes Geld anzu­sparen.

So soll das Depot funk­tionieren

Das Depot soll von den Eltern bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnet oder in einer öffent­lichen Kapital­anlage ermöglicht werden. Die Erträge sollen bis Auszahlungs­beginn steuerfrei sein. Beginnen soll die Früh­start­rente mit dem Geburts­jahr­gang 2020 rück­wirkend zum 1. Januar 2026. Ab kommendem Jahr sollen dann sukzessive weitere Jahr­gänge dazu­kommen.

Ein Antrag auf diese Alters­vorsorge für Kinder soll generell nicht nötig sein. Die Ausgaben des Bundes für die Früh­start­rente sollen zunächst bei 198 Millionen Euro im Jahr liegen und bis 2030 auf 411 Millionen Euro steigen.

Gesetz­entwurf noch nicht im Parlament

Noch befindet sich Klingbeils Gesetz­entwurf in der Ressort­abstimmung. Die beteiligten Ministerien, beispiels­weise das Arbeits­ministerium, können sich nun dazu äußern. Danach beschließt das Kabinett die endgültige Fassung und bringt den Entwurf in den Bundes­tag. Im parlamentarischen Verfahren können durch­aus noch Änderungen beschlossen werden.

Finanz­ministerium sieht große Ertragschancen

Inklusive Zins­effekten und Zuschüssen der Eltern rechnet man im Finanz­ministerium mit großen Ertragschancen. Zahlen beispiels­weise die Eltern monatlich 10 Euro zu, steigt der Depot­wert bis zum 18. Lebens­jahr nach Berechnungen des Ministeriums auf rund 4 400 Euro. Mit 65 liegt der Wert bei 107 000 Euro. Schießen die Eltern pro Monat 50 Euro zu, können die Kinder mit 65 mit einem 320 000-Euro-Depot rechnen. Wenn die Eltern nichts dazu­geben, liegt der Depot­wert am 18. Geburts­tag demnach bei 2 200 Euro und mit 65 Jahren bei rund 53 000 Euro. Allerdings sind solche Berechnungen mit Unsicherheiten behaftet, denn der Kapitalmarkt kann stark schwanken.

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Neue Förderung auch für Erwachsene

Eine neue staatliche Förderung der Alters­vorsorge wird es auch für Erwachsene geben. Ab 2027 will die Bundes­regierung Sparen mit Hilfe des Staates güns­tiger, rendite­stärker, unbürokratischer machen und es auch für Selbst­ständige öffnen. Herz­stück des Ganzen: Ein Alters­vorsorge-Depot, bei dem Vorsorgende ihr Geld direkt in Fonds oder ETF anlegen können. Diese neue Förderung soll die Riester-Rente ersetzen.

Auch die gesetzliche Rente soll reformiert werden

Klingbeil wertete die Früh­start­rente als „wichtigen Beitrag für eine bessere Alters­vorsorge“. In der Bundes­regierung, vor allem im Ressort von Sozial­ministerin Bärbel Bas (SPD), ist auch eine Reform der gesetzlichen Rente in Vorbereitung, für die eine Experten­kommis­sion umfang­reiche Vorschläge vorgelegt hat.

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Stiftung Warentest
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