Schnell und leicht Recht auf Erstattung sichern
Schnell und leicht Recht auf Erstattung sichern fasst zusammen, dass Dazn einseitige Preiserhöhungen rechtswidrig waren und Betroffene Anspruch auf Erstattung haben. Durch eine Sammelklage des vzbv konnten sich Dazn-Kundinnen und -Kunden anmelden, um bis zu 1.320 Euro Erstattung zu erhalten, sofern das Abo vor Februar 2022 abgeschlossen wurde und keine ausdrückliche Zustimmung vorlag. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Hamm läuft, das Urteil wird demnächst verkündet; Frist für Anmeldungen ist der 25. September 2026. Informationen zur Anmeldung und zum Stand des Verfahrens werden bereitgestellt.
Dazn erhöhte einseitig die Preise. Das ist rechtswidrig, sagten die Richter am OLG Hamm. Bald fällt das Urteil. Anmeldungen zur Erstattung sind noch möglich.
Seit Jahren urteilen die deutschen Gerichte immer wieder: Einseitige Abo-Preiserhöhungen sind rechtswidrig. Nur mit Zustimmung der Kunden oder einer transparenten und nachvollziehbaren Regel dafür dürfen Unternehmen den Preis für eine Leistung wie Sportstreaming oder Fitnessstudio ändern. Trotzdem schraubte Dazn die Preise vor allem für die Streamingangebote mit Fußballbundesliga und Championsleague in die Höhe, ohne die Zustimmung der Kunden einzuholen. Die können Erstattung fordern. Dank Sammelklage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes geht das ganz leicht und kostenlos.
Kunden mit Alt-Abo können Recht auf Erstattung haben
Ein Recht auf Erstattung haben Dazn-Abonnenten immer dann, wenn sie das Abo für einen geringeren Preis abgeschlossen haben, als sie heute zahlen. Erst ab der ausdrücklichen Zustimmung darf Dazn mehr kassieren. Noch bis ins Jahr 2022 hinein gab es das Sportstreaming für 14,99 Euro pro Monat. Ab August 2022 waren dann 29,99 Euro fällig und ab ein Jahr später stieg der Preis auf 44,99 Euro. Mit anderen Worten: Dazn-Kunden mit vor Februar 2022 abgeschlossenem Alt-Abo stehen bis zu 1 320 Euro Erstattung zu, wenn sie nicht inzwischen gekündigt oder neuen Preisen zugestimmt haben.
So funktioniert die Anmeldung
Gehen Sie zum Online-Formular, das das Bundesamt für Justiz für die Anmeldung der Rechte gegen Dazn bereitstellt. Lassen Sie die Felder unter IV. frei, wenn Sie keinen Rechtsanwalt beauftragt haben. Noch bis Freitag, 25. September 2026, sind Anmeldungen möglich. Um Mitternacht endet die Frist.
Soweit für Sie zutreffend, schreiben Sie unter „Gegenstand und Grund des geltend gemachten Anspruchs oder des Rechtsverhältnisses“:
Ich benutze dazn.com mit meiner E-Mail-Adresse [die E-Mail-Adresse, mit der Sie sich bei Dazn einloggen]. Ich habe mein Dazn-Abo vor Februar 2022 abgeschlossen. Die Gebühren lagen damals [bei NNN Euro/Jahr oder Monat, wenn Sie das wissen, sonst:] viel geringer. Ich habe keiner Preiserhöhung zugestimmt. Ich bin der Meinung, das Dazn mir auf die Preiserhöhung entfallende Zahlungen erstatten muss.
Das Feld „Betrag in Euro“ können Sie leer lassen. Über alle Einzelheiten zur Sammelklage informiert der vzbv unter sammelklagen.de/verfahren/dazn.
Das Sammelklageverfahren ist inzwischen fortgeschritten. Die Richter am Oberlandesgericht Hamm ließen in der mündlichen Verhandlung erkennen: Sie halten die Klage für begründet. Urteilsverkündung ist am Mittwoch, 18. November. Gerichte in München haben bereits geurteilt, dass Dazn kein Recht zu einseitigen Preiserhöhungen hat. Dort hatten Verbraucherschützer beantragt, es Dazn zu verbieten, die Preise unter Berufung auf unbestimmte Regelungen in den Geschäftsbedingungen zu erhöhen.
Landgericht München I, Urteil vom 25.05.2023
Aktenzeichen: 12 O 4760/22
Oberlandesgericht München, Urteil vom 11.10.2024
Aktenzeichen: 39 U 2482/23 e
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Dazn hat sich beim Bundesgerichtshof darüber beschwert, dass die Justiz in Bayern keine Revision zugelassen hat. Das Verfahren ist unter dem Aktenzeichen: I ZR 211/24 anhängig. Unsere Juristen sind sicher: Der Bundesgerichtshof wird die Beschwerde zurückweisen, wenn Dazn sie nicht noch wieder zurücknimmt.
Bestandskunden sollen schon seit 2022 mehr zahlen
Schon seit Sommer 2022 will Dazn, dass Bestandskunden mehr zahlen. Zum Start der Fußball-Bundesliga 2023/2024 sollte der Preis von 14,99 auf 29,99 Euro pro Monat und bei Einmalzahlung von 149,99 auf 274,99 Euro pro Jahr steigen. Das Unternehmen verschickte entsprechende Nachrichten an seine Abonnenten. Danach sollten die neuen Preise bereits seit 1. August 2022 gelten. Bei Kunden mit vorausbezahlten Jahresabo sollte die Gebührenerhöhung nach Ablauf des Jahres in Kraft treten.
Neuer Preis nur mit Zustimmung wirksam
Ob Dazn von seinen Bestandskundinnen und -kunden eine Zustimmung für die Preiserhöhung einholte oder sich vorbehielt, die Preise mit Blick auf eine Vertragsklausel einseitig zu erhöhen, steht noch nicht fest. Das Dazn-Schreiben zur Preiserhöhung an eine test.de-Leserin, das uns vorliegt, klingt nicht so, als habe das Unternehmen eine Zustimmung einholen wollen. „Um dir weiterhin den besten Sport anbieten zu können, passen wir den Preis deiner Jahresmitgliedschaft an“, heißt es in dem Schreiben wörtlich. Möglicherweise holte Dazn trotzdem eine ausdrückliche Zustimmung ein. Es könnte vor Anzeige von Streams eine entsprechende Aufforderung erschienen sein. Wer da auf Zustimmung klickte, muss auch mehr zahlen.