5.11.2026 16:50

Winternothilfe in Graz

Rakúsko Stadt Graz Autor neuvedený
Die Stadt Graz, das Land Steiermark, die Caritas und die VinziWerke bündeln ihre Kräfte, um wohnungslose und armutsgefährdete Menschen im kommenden Winter zu unterstützen. Von November bis Ende März stellt die Caritas 35 zusätzliche Notschlafplätze bereit; auch die VinziWerke erweitern ihre Kapazitäten. Das Kältetelefon ist täglich von 18 bis 24 Uhr erreichbar und nahm im vergangenen Winter 808 Anrufe entgegen; mehr als 50 Freiwillige waren im Einsatz, in 19 Fällen wurde eine Unterkunft vermittelt.
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Gemeinsam gegen soziale Kälte

Stadt Graz, Land Steiermark und Hilfsorganisationen bündeln auch heuer ihre Kräfte, um Menschen in Not während der kalten Jahreszeit Schutz und Unterstützung zu bieten. Caritas und VinziWerke haben am Donnerstag ihre Angebote für den kommenden Winter vorgestellt. Neben zusätzlichen Notschlafplätzen stehen bewährte Hilfsangebote wie das Caritas-Kältetelefon zur Verfügung.

„Ein warmer Zufluchtsort ist ein menschliches Grundbedürfnis“

Steigende Kosten für Wohnen, Lebensmittel und Energie verschärfen die Situation für armutsgefährdete und wohnungslose Menschen. Caritas und VinziWerke rechnen daher mit einem besonders herausfordernden Winter. Umso wichtiger ist die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt Graz, Land Steiermark, sozialen Einrichtungen und zahlreichen freiwilligen Helfer. Bürgermeisterin Elke Kahr betont, wie wichtig rasche und unbürokratische Hilfe gerade in der kalten Jahreszeit ist: „Es ist wichtig, dass in der kalten Jahreszeit niemand im Freien schlafen oder frieren muss. Ein warmer und sicherer Zufluchtsort ist kein Privileg, sondern ein menschliches Grundbedürfnis. Mein Dank gilt den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grazer Sozialamts, der Caritas, der VinziWerke und allen anderen, die sich dafür einsetzen, dass alle, die Unterstützung möchten, sie auch bekommen."

Zusätzliche Schlafplätze für den Winter

Die Caritas hat ihre Winternothilfe neu organisiert und stellt von November bis Ende März 35 zusätzliche Notschlafplätze bereit. Diese sind in die bestehenden Einrichtungen Arche 38 für Männer und FranzisCa für Frauen, auch mit Kindern, integriert.

  • Arche 38, Eggenberger Gürtel 38: 25 zusätzliche Winternotschlafplätze für Männer.
  • FranzisCa, Georgigasse: 10 zusätzliche Winternotschlafplätze für Frauen sowie flexible Unterbringungsmöglichkeiten für begleitende Kinder.

Auch die VinziWerke erweitern ihre Kapazitäten mit zusätzlichen Notbetten. Tagsüber bieten unter anderem die Bahnhofmission und das Marienstüberl der Caritas Versorgung und Unterstützung.

Kältetelefon: Hinschauen und helfen

Eine wichtige Anlaufstelle bleibt das Caritas-Kältetelefon. Wer in Graz in den Abendstunden einen Menschen bemerkt, der im Freien übernachten muss, kann dies telefonisch melden. Ehrenamtliche Teams suchen die betroffenen Personen auf, bieten Unterstützung und nach Möglichkeit einen Platz in einer Notschlafstelle an. Bei Bedarf werden auch warme Schlafsäcke, Decken, Kleidung, Tee und Snacks ausgegeben.

  • Caritas-Kältetelefon Graz: 0676 880 15 8111
  • Erreichbarkeit: November bis Ende März, täglich von 18 bis 24 Uhr.

Wie wichtig dieses Angebot ist, zeigt die Bilanz des vergangenen Winters 2025/26: Insgesamt gingen 808 Anrufe ein. Mehr als 50 Freiwillige waren im Einsatz und versorgten Menschen im Freien. In 19 Fällen konnte eine Unterbringung in einer Notschlafstelle vermittelt werden.

Gemeinsam soziale Kälte verhindern

VinziWerke-Geschäftsführerin Amrita Böker berichtet von einer steigenden Auslastung der Notschlafstellen und einem wachsenden Beratungsbedarf. Die Problemlagen der hilfesuchenden Menschen würden zunehmend komplexer.

Auch Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler warnt vor den Folgen steigender Lebenshaltungskosten und möglicher Einschränkungen bei der Sozialhilfe: „Winterliche Kälte können wir nicht verhindern. Soziale Kälte, die Menschen in die Wohnungslosigkeit treibt, sehr wohl."

Gleichzeitig hebt sie die große Solidarität in Graz und der Steiermark hervor. Jeder Anruf beim Kältetelefon sei ein Zeichen von Aufmerksamkeit und Zivilcourage.

V.l.: Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler, VinziWerke-Geschäftsführerin Amrita Böker und Bürgermeisterin Elke Kahr.© Stadt Graz/Fischer


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