4.11.2026 09:32

Aus Gutem gründen

Nemecko Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Autor neuvedený
Die FAU und der Nürnberger Tech Incubator ZOLLHOF haben mit der ZOLLHOF Factory eine von zehn langfristig geförderten Startup Factories im EXIST-Wettbewerb gewonnen, dessen Ziel mehr und bessere wissensbasierte Ausgründungen ist. Seit 2025 soll die Initiative Nordbayern zu einer Exzellenzregion für Deep-Tech-Gründungen entwickeln; dafür wurden Factory Labs in Erlangen, Bayreuth, Würzburg und Coburg eingerichtet. Das FAU | ZOLLHOF Factory Lab unterstützt Forschende und Studierende dabei, Ideen weiterzuentwickeln und Unternehmertum an der Universität zu verankern. Das gemeinsame Konzept umfasst Stipendien, technische Infrastruktur für Prototypen samt einem entstehenden TechSpace in Erlangen sowie einen 2025 eingerichteten Venture Fund, an dem sich bislang mehr als 20 nordbayerische Unternehmerinnen, Unternehmer und Investierende beteiligt haben.
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Seit 2025 gibt es die ZOLLHOF Factory. Ihr Ziel: Nordbayern zur Exzellenzregion für Deep­-Tech-Gründungen zu machen. Die FAU unterstützt das Vorhaben mit einem Factory Lab.

Deutschland ist stark in der Forschung, hinkt aber bei der Kommerzialisierung hinterher“, sagt Dr. Judit Klein. Die gebürtige Ungarin, die in München zur gesellschaftlichen Verantwortung von Familienunternehmen promoviert hat, leitet die Sparte „Startup“ beim Nürnberger Tech Incubator ZOLLHOF, eine der am schnellsten wachsenden, technologiegetriebenen Gründerschmieden Deutschlands. Zuletzt hat Klein maßgeblich die erfolgreiche Bewerbung für den Wettbewerb „EXIST Startup Factories“ verfasst, den die Bundesregierung im Rahmen ihrer Startup- Strategie ins Leben gerufen hat. Ziel des Leuchtturmwettbewerbs: die Zahl und Qualität wissensbasierter Ausgründungen erheblich zu steigern. Die FAU ist gemeinsam mit dem ZOLLHOF ins Rennen gegangen – mit Erfolg. Die ZOLLHOF Factory ist nun eine von zehn langfristig geförderten Startup Factories in Deutschland.

Gut gerüstet fürs Gründen

Dass wissenschaftliche Arbeit zu selten mit Unternehmertum in Verbindung gebracht wird, sieht Judit Klein in ihrer täglichen Arbeit durchaus. „Umso wichtiger ist es, den Gründergeist immer wieder in die Universitäten und Hoch- schulen zu tragen“, sagt sie. Je breiter das Thema in den Köpfen verankert sei, um so eher reife der Gedanke an ein eigenes Unternehmen. Grundsätzlich sieht sie die akademische Community gut gerüstet für die Kommerzialisierung wissenschaftlicher Ergebnisse: „Forschende wissen, wie man Hypothesen testet, experimentiert und iterativ arbeitet. Gleichzeitig verfügen sie über Ausdauer und Resilienz.“

Gründergeist als Teil der FAU Kultur

Eine klare Vorgabe der EXIST-Startup-Initiative des Bundes ist die intensive Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Die ZOLLHOF Factory hat dafür an vier nordbayerischen Standorten – Erlangen, Bayreuth, Würzburg und Coburg – sogenannte ZOLLHOF Factory Labs eingerichtet. An der FAU wird dieses Lab von der Expertin für Corporate Sustainability Dr. Supriya Singh geleitet. „Meine Aufgabe ist es, Exzellenz in der Forschung mit kreativem Gründergeist zusammenzubringen“, erklärt die gebürtige Inderin. Singh hat in ihrem Geburtsland bereits viele Jahre für die Tata Group und verschiedene NGOs gearbeitet, ist heute Mitglied im Club of Rome und promovierte an der FAU im Bereich Corporate Sustainability Management.

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Dr. Judit Klein (l.) und Dr. Supriya Singh (r.) (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Als eine der patentstärksten Universitäten Deutschlands profitiert die FAU vom Forschergeist ihrer über 600 Professorinnen und Professoren und rund 40.000 Studierenden. Dieses Innovationspotenzial will das FAU | ZOLLHOF Factory Lab mobilisieren und unterstützt Studierende und Forschende dabei, ihre Ideen weiterzuentwickeln und die ersten Schritte auf ihrem Weg zu neuen Innovationen zu gehen. Supriya Singh konzipiert und kuratiert dabei Vorträge, Podiumsdiskussionen und Kamingespräche, um Akteure zu vernetzen und Impulse für Innovation und Unternehmertum zu setzen. „Die FAU besitzt eine herausragende Forschungsstärke und viele kreative Talente. Das Lab will dazu beitragen, dass Innovation und Unternehmertum quer durch alle Hörsäle und Labore Teil der FAU- Kultur werden“, erklärt sie. Aufgabe des Labs ist es zudem, die Vernetzung mit der ZOLLHOF Factory in Nürnberg sowie mit den übrigen nordbayerischen Partnerhochschulen voranzutreiben.

Stipendien, Tech Space, Venture Fund

Das Konzept, mit dem FAU und ZOLLHOF die Jury des EXIST-Wettbewerbs überzeugt haben, beruht auf drei Säulen: Erstens sollen mehr Menschen aus der Wissenschaft zu Unternehmerinnen und Unternehmern gemacht und dafür unter anderem Stipendien vergeben werden. Zweitens stellt die FAU ihre technische Infrastruktur für die Entwicklung von Prototypen zur Verfügung. Auf dem Süd-Campus in Erlangen entsteht derzeit ein hochmoderner TechSpace, den sowohl Startups als auch regionale Firmen nutzen können. Und drittens setzt die ZOLLHOF Factory auf das Konzept des Public Private Partnership: 2025 wurde ein Venture Fund eingerichtet, der das Wachstum von Startups in der frühen Phase nachhaltig sichern soll. Über 20 lokal verwurzelte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Investorinnen und Investoren aus Nordbayern haben sich daran bislang beteiligt, darunter die Sparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach und FlixBus-Gründer Daniel Krauss.

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Startup-Experte Rajeen Ravichandran. (Bild: Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach)

Thomas Tijang



https://www.fau.de/2026/11/news/universitaet/magazin/magazin-2026/aus-gutem-gruenden
Autor
Spoločnosť / Organizácia
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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