4.11.2026 09:32

Mit Rücksicht forschen

Nemecko Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Autor neuvedený
Die Erlanger Initiative 3R (ERI3R) will die Umsetzung des 3R-Prinzips an der FAU und dem Universitätsklinikum verbessern, um Tiere in der Forschung besser zu schützen und ihre Zahl zu verringern. Die von Forschenden gegründete Plattform bündelt Expertise und informiert Studierende und Forschende über Alternativmethoden, Versuchsanträge und Technologien. Zudem soll ein Netzwerk den Austausch fördern und eine präklinische Biobank standardisierte Proben für valide Forschung und den Transfer in klinische Anwendungen bereitstellen.
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Replace, reduce, refine: Die Erlanger Initiative 3R (ERI3R) setzt sich für weniger und verantwortungsvollere Tierversuche ein.

Die 3R stehen in der tierexperimentellen Forschung für „replace“ (ersetzen), „reduce“ (verringern) und „refine“ (verbessern). Ihr Ziel: den Schutz der Tiere in Tierversuchen zu erhöhen und ihre Zahl zu reduzieren. In Erlangen hat sich eine Initiative gegründet, die die Umsetzung des 3R-Prinzips an Uni und Klinikum verbessern möchte: ERI3R. Die Sprecher PD Dr. Elisabeth Zinser und Prof. Dr. Benjamin Frey beschreiben ihre Vision.

Das Prinzip der 3R existiert seit mehr als 60 Jahren. Wofür braucht es ERI3R?

Elisabeth Zinser: Wir verstehen ERI3R als Plattform, die vorhandene Expertise bündelt und systematisch weiterentwickelt. Bislang gab es für die FAU und das Uniklinikum keine übergreifende Strategie für die Umsetzung des 3R-Prinzips. Es ist deshalb unser Anliegen, beide Einrichtungen in der biomedizinischen Forschung zu unterstützen.

Welche Ziele hat sich die Arbeitsgemeinschaft konkret gesetzt?

Benjamin Frey: Ein Schwerpunkt liegt auf der Information von Studierenden und Forschenden, insbesondere zu Alternativmethoden, Versuchsanträgen sowie zum Zugang zu Technologien. Ein weiterer Fokus liegt in der Erschließung eines Netzwerks, das den Austausch zwischen Arbeitsgruppen, Core Facilities und externen Partnern fördert. Darüber hinaus ist der Aufbau einer präklinischen Biobank geplant: So können hochwertige, standardisierte Proben bereitgestellt werden, die nicht nur valide und reproduzierbare Forschung ermöglichen, sondern auch den Transfer von Grundlagenwissen in klinische Anwendungen verbessern.

Was sind die Stärken von ERI3R?

Benjamin Frey: Eine Besonderheit besteht darin, dass ERI3R von Forschenden gegründet wurde, die selbst mit Tiermodellen arbeiten Forschende mit praktischer Erfahrung in Tiermodellen und Ersatzmethoden sollen die zu-künftige Ausrichtung von ERI3R aktiv mitgestalten und dadurch zur Weiterentwicklung sowie stärkeren Verankerung des 3R-Prinzips in der tierexperimentellen Forschung beitragen.

Elisabeth Zinser: Zugleich sollen innovative neue alternative Methoden, abgekürzt NAMs, gefördert und weiterentwickelt werden. ERI3R verfolgt darüber hinaus das Ziel, einen niederschwelligen Zugang zu NAMs zu ermöglichen. Viele Lösungen existieren an der FAU bereits. Indem wir Forschende zusammenbringen, können wir vorhandene Methoden umfassender nutzen, Doppelarbeit vermeiden und einen effektiven Beitrag zum Tierschutz und zur Verwendung von tierfreien Methoden liefern.

Jennifer Utley



https://www.fau.de/2026/11/news/universitaet/magazin/magazin-2026/mit-ruecksicht-forschen
Autor
Spoločnosť / Organizácia
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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