2.11.2026 11:07

„Wer nicht ausbildet, soll nicht jammern“

Rakúsko Bundesministerium für Inneres Thomas Trabi
Die Bahnbrecher-Foren im Parlament zeigen: Junge Gewerkschafter fordern bessere Ausbildung, faire Einkommen und starke heimische Betriebe. Muchitsch betont, dass Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, von Aufträgen profitieren sollten, und plädiert für ROT-WEISS-ROT BAUEN zur Stärkung solcher Unternehmen. Es wird über Lehrlingsfonds, Höhergruppierungen von Einkommen der überbetrieblichen Lehrausbildung sowie den Schutz junger Arbeitnehmer diskutiert, wobei die Stimmen der Lehrlinge direkt durch Jugendvertrauensräte in Politik und Betrieb hineinwirken sollen.
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Lehrlinge im Parlament: Muchitsch macht sich für bessere Ausbildung, faire Einkommen und heimische Betriebe stark.

Gut ausgebildete Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Junge Gewerkschafter haben im Parlament gezeigt, was die Lehre stark macht. Die GBH hat klare Antworten.

Am 30. Oktober diskutierten Jugendvertrauensräte der Österreichischen Gewerkschaftsjugend im Parlament mit Abgeordneten von FPÖ, SPÖ, NEOS und Grünen über die Zukunft der Lehre. Mit dabei war Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft BAU-HOLZ und Nationalratsabgeordneter. Ein wichtiges Thema war der Rückgang der Ausbildungsbetriebe. Für die GBH ist klar: Wenn Betriebe junge Menschen ausbilden, müssen sie später nicht über den Fachkräftemangel jammern.

Sollen auch Betriebe zahlen, die nicht ausbilden?

Viele Betriebe bilden aus, investieren Zeit und Geld und geben ihr Wissen weiter. Andere sparen sich das und können später fertig ausgebildete Fachkräfte abwerben. Ist das fair? Markus Koza (Grüne) sagt Nein. Er will einen Lehrlingsfonds: Alle Betriebe zahlen ein, das Geld bekommen jene, die ausbilden. Wenn Lehrwerkstätten einspringen müssen, weil es in den Betrieben zu wenig Lehrplätze gibt, sollen die Unternehmen mitzahlen.

Auch Roland Baumann (SPÖ) findet: Ausbildung ist Aufgabe aller Betriebe. Sophie Wotschke (NEOS) lehnt neue Abgaben für Unternehmen ab. Sie setzt stattdessen auf eine stärkere Verantwortung der Wirtschaftskammer.

Muchitsch: „Betriebe mit Lehrlinge müssen auch bei Auftragsvergaben bevorzugt werden. Genau diese Betriebe stärken wir mit ROT-WEISS-ROT BAUEN. Wer heimische Firmen beauftragt, sichert Lehrplätze und eine gute Ausbildung. Und gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten sicher, auf der Baustelle genauso wie in der Werkstätte.“

Mehr Geld und kein Abbau beim Schutz

Muchitsch fordert, dass auch die Einkommen der ÜBA (überbetriebliche Lehrausbildung) angehoben werden. Diskutiert wurde auch eine Viertagewoche für Lehrlinge unter 18 Jahren. Die FPÖ will sie über flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen.

NEOS und SPÖ warnen, dass der Schutz für Jugendliche dabei nicht verloren gehen darf. Muchitsch will diese Frage über die Kollektivverträge lösen. Damit verhandelt die Gewerkschaft mit. So können die Interessen der Lehrlinge direkt eingebracht werden.

Kein Computer ersetzt gutes Handwerk

Auch künstliche Intelligenz war Thema. Muchitsch und Wotschke sehen darin eine Chance für das Ansehen der Lehre. Denn Mauern, Schalen, Tischlern und Steinmetzarbeit kann kein Computer übernehmen. Gut ausgebildete Fachkräfte mit handwerklichem Können bleiben gefragt.

Die Jungen reden mit

Jugendvertrauensräte setzen sich im Betrieb für die Interessen der Lehrlinge ein. Sie achten auf faire Ausbildungsbedingungen und helfen, wenn es Probleme gibt.

Die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures würdigte bei der Veranstaltung ihren Einsatz und nannte sie die „Zukunft der Sozialpartnerschaft“.

Christoph Altenburger, GBH-Bundesjugendsekretär: „Wir wollen eine Lehre, bei der wir richtig was lernen und später stolz auf unsere Arbeit sein können. ROT-WEISS-ROT BAUEN stärkt Betriebe, die hier ausbilden und auf Qualität setzen. Und wir Jugendvertrauensräte sorgen dafür, dass die Stimme der Lehrlinge gehört wird – direkt im Betrieb, aber auch draußen in der Politik. Schließlich geht es um unsere Zukunft!“.

Eines ist klar: Eine gute Lehre braucht engagierte Ausbildungsbetriebe. Und sie braucht junge Menschen, die gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft für ihre Rechte eintreten.

Wer ist die Gewerkschaft BAU-HOLZ?

Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) vertritt die Interessen von rund 250.000 Beschäftigten in der Bau-, Holz- und Steinindustrie sowie in verwandten Branchen. Mit rund 116.000 Mitgliedern setzt sich die GBH für faire Löhne, sichere Arbeitsplätze, bessere Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit ein. Mehr Informationen: www.gbh.at

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20261102_OTS0013/wer-nicht-ausbildet-soll-nicht-jammern