10.9.2026 12:08

Wenn das Immunsystem die Muskeln angreift

Nemecko Justus-Liebig-Universität Gießen Autor neuvedený
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Entzündliche Muskelerkrankungen im Fokus: Institut für Neuropathologie der JLU richtet den internationalen Myositis-Kongress JIMI am 17. und 18. September 2026 aus.

Nr. 132 • 10. September 2026

Was passiert, wenn die körpereigene Abwehr nicht mehr gegen Krankheitserreger kämpft, sondern die eigenen Muskeln zerstört? Diese Frage steht im Zentrum der Myositis-Forschung und führt im September internationale Expertinnen und Experten in Gießen zusammen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Anne Schänzer vom Institut für Neuropathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wird der internationale Kongress JIMI (Journée Interdisciplinaire du Muscle Inflammatoire) am 17. und 18. September 2026 an der JLU ausgerichtet. Dabei diskutieren Forschende unterschiedlicher Disziplinen neue Wege in der Diagnose und Therapie von entzündlichen Muskelerkrankungen.

Myositis ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die durch eine Entzündung der Muskulatur gekennzeichnet sind. Dabei kommt es zu einer Zerstörung der Muskelfasern, die durch komplexe immunologische Prozesse im Körper ausgelöst wird. Das Immunsystem greift in diesem Fall das eigene Muskelgewebe an, was zu Muskelschwäche, Schmerzen und im weiteren Verlauf zu körperlichen Einschränkungen führen kann. Die Ursachen und die genauen Mechanismen dieser Selbstimmunreaktion sind noch nicht vollständig geklärt.

„Ein tieferes Verständnis der Regulationsmechanismen, die den verschiedenen Formen der Myositis zugrunde liegen, ist essenziell“, so die Organisatorin Prof. Schänzer. „Durch den Dialog zwischen den Fachbereichen – von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung – können wir Erkenntnisse gewinnen, die dazu beitragen, die Diagnose, die Therapie und die Prognose für betroffene Patientinnen und Patienten zu verbessern.“

Das Programm umfasst Themen wie die Rolle von Autoantikörpern, neue bildgebende Verfahren sowie die Untersuchung von Immunreaktionen auf molekularer Ebene. Durch die Präsentation komplexer Fallstudien und die Gegenüberstellung von klinischen Daten und pathologischen Befunden soll ein ganzheitliches Bild der Erkrankung vermittelt werden. Der JIMI-Kongress verfolgt das Ziel, eine Brücke zwischen verschiedenen Disziplinen zu schlagen. Neurologinnen und Neurologen, Rheumatologinnen und Rheumatologen, Pathologinnen und Pathologen sowie Biologinnen und Biologen sowie Vertreter von Patientenorganisationen werden an der Tagung teilnehmen.

Ein besonderes Anliegen ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So ist der 17. September 2026 einem Meeting für junge Forschende gewidmet, um den Austausch unter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern gezielt zu fördern.

JIMI wurde in Paris am Intitute de Myololgie von Prof. Olivier Benveniste initiiert, um Forschende, die sich mit der Erkrankung Myositis beschäftigen, zusammenzubringen. Das Meeting hat sich mittlerweile über ein zunächst deutsch-französisches zu einem internationalen Treffen ausgeweitet, an dem Spitzenforschende aus der ganzen Welt teilnehmen.

Die Konferenz wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Deutsche Gesellschaft für Muskelerkrankungen (DGM e.V.), die Von Behring-Röntgen-Stiftung sowie die World Muscle Society (WMS).

Termin

Internationaler Myositis-Kongress JIMI
Auftakt: 17. September 2026, 16 Uhr
Medizinisches Lehrzentrum, Klinikstraße 29, Gießen

Kontakt

Prof. Dr. Anne Schänzer
Institut für Neuropathologie
E-Mail: Anne.Schaenzer

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle

https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm132-26myositiskonferenz

Autor
Spoločnosť / Organizácia
Justus-Liebig-Universität Gießen
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