Ausbreitung des Japankäfers verhindern
Zusammenfassung: In der Grenznähe östlich von Lindau wird eine Quarantänezone für den Japankäfer verhängt, um Schäden an heimischen Kulturen und Gärten rasch zu verhindern. Die Maßnahme erfolgt grenzüberschreitend in Zusammenarbeit mit Vorarlberg, da der Käfer sowohl Pflanzen als auch Wurzeln schädigen kann und bei bestätigtem Befall eine abgegrenzte Zone samt Tilgungs- und Schutzmaßnahmen erforderlich ist. Die Behörden rufen zur Mithilfe von Bevölkerung, Betrieben und Gemeinden auf, verdächtige Funde zu melden.
Rasche und abgestimmte Vorsorgemaßnahmen nach Käferfunden im grenznahen deutschen Raum – Schutz heimischer Kulturen und Gärten hat oberste Priorität.
Bregenz (VLK) – Nachdem in den vergangenen Wochen wiederholt Japankäfer (Popillia japonica), darunter auch mehrere Weibchen, im grenznahen Gebiet östlich von Lindau festgestellt wurden, wird nun durch das Bayerische Landesamt für Landwirtschaft (LfL) eine Quarantänezone ausgewiesen.
Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Asien und kann verschiedene Kultur- und Wildpflanzen befallen. Die erwachsenen Käfer fressen vor allem an Blättern, Blüten und Früchten. Die Larven leben im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln, etwa auf Wiesen und Rasenflächen. Aufgrund dieses möglichen Schadens gilt der Japankäfer in der Europäischen Union als sogenannter prioritärer Quarantäneschädling. Bei einem amtlich bestätigten Befall ist nach unionsrechtlichen Vorschriften unverzüglich die Ausweisung eines abgegrenzten Gebiets mit entsprechenden Tilgungs- und Schutzmaßnahmen vorgesehen. Aufgrund der unmittelbaren Grenznähe reichen diese Gebiete bis nach Vorarlberg.
Abgestimmtes Vorgehen im Grenzraum
Mit 4. September wird die Allgemeinverfügung des LfL zum Umgang mit dem Japankäfer kundgemacht. Darin werden das Ausmaß der in Bayern ausgewiesenen Quarantänezone sowie die für das bayerische Staatsgebiet geltenden verbindlichen Maßnahmen festgelegt.
„Die heute in Kraft tretende bayerische Regelung ist die rechtliche Voraussetzung, um auch in Vorarlberg handeln zu können“, erklärt Landesrat Christian Gantner. „Schädlinge kennen keine Landesgrenzen. Deshalb arbeiten wir eng mit unseren Nachbarn in Deutschland zusammen.“
Die Allgemeinverfügung der bayerischen Behörde bildet die rechtliche Grundlage für die weiteren Schritte auf österreichischem Staatsgebiet. Damit geht auch Vorarlberg in die nächste Phase der Maßnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers über. „Wir handeln rasch, konsequent und grenzüberschreitend abgestimmt, um unsere heimische Landwirtschaft, den Obst- und Weinbau sowie die Hausgärten vor gravierenden Fraßschäden zu schützen“, betont Agrarlandesrat Christian Gantner.
Die konkreten Maßnahmen auf österreichischem Staatsgebiet werden derzeit von den zuständigen Vorarlberger Behörden ausgearbeitet und in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden umgesetzt. Damit werden auch auf Vorarlberger Seite die notwendigen Schritte gesetzt, um auf die bestätigten Käferfunde im grenznahen Raum rasch und abgestimmt zu reagieren.
Aufmerksamkeit und Mithilfe sind gefragt
„Erfolgreicher Pflanzenschutz gelingt nur im Schulterschluss zwischen Behörden, Gemeinden, landwirtschaftlichen Betrieben und der Bevölkerung“, appelliert Gantner abschließend. „Gerade im Spätsommer bitten wir alle Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, die Augen offen zu halten und Verdachtsfunde unverzüglich zu melden.“
Erreichbarkeit Amtlicher Pflanzenschutzdienst:
• E-Mail: [email protected]
• Telefon: 05574 511 25105
• Meldeplattform der AGES: https://tforms.ages.at/japankaefer-meldungen
- Redaktion
- Gerhard Wirth
https://presse.vorarlberg.at/land/public/Ausbreitung-des-Japank-fers-verhindern