Traumwelten in Blasenform
Seifenblasenfotografie von Sabine Deifel wird in der Kinderonkologie der Uniklinik Erlangen ausgestellt. Die Künstlerin transformiert fragiles Wesen in träumerische Welten, nutzt dafür von Lauge hergestellte Blasen und fotografiert sie rasch, bevor sie platzen. Die Ausstellung soll Kindern, Jugendlichen und ihren Begleitern eine kurze Auszeit vom Alltag ermöglichen und zum Nachdenken anregen.
Ausstellung „Regenbogenmomente“ in der Kinderonkologie eröffnet.
„Seifenblasen verkörpern für mich das Flüchtige und das Zerbrechliche im Leben – sie stehen für einen Moment der Leichtigkeit, der gleichzeitig die Fragilität der Existenz betont“, sagt Sabine Deifel. Die Fürther Künstlerin setzt Seifenblasen fotografisch in Szene und verwandelt die zarten Gebilde in Traumwelten aus vielfältigen Formen und schillernden Farben. Seit Kurzem stellt Sabine Deifel ihre Aufnahmen auch in der Kinderonkologie der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen aus. „Wir werden sehr oft auf die Fotografien angesprochen – die Resonanz ist groß und durchweg positiv. Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Erwachsenen sind begeistert“, freut sich Prof. Dr. Markus Metzler, Leiter der Kinderonkologie.
Zur Seifenblasenfotografie kam Sabine Deifel vor rund sieben Jahren per Zufall: Nach einem Kindergeburtstag schickte ihr eine Freundin Fotos von Seifenblasen im Fürther Wiesengrund. Davon inspiriert, begann die ausgebildete Goldschmiedin und studierte Kunst- und Bühnenmalerin damit, Seifenblasen in Szene zu setzen und zu fotografieren. Während die Kompositionen mit der Zeit immer ausgeklügelter wurden, blieb das Grundprinzip gleich: Ihre Seifenblasen formt Sabine Deifel aus selbstgemachter Lauge mithilfe verschiedener Gegenstände, beispielsweise mit kleinen, strohhalmähnlichen Röhrchen aus Holz. Für ihre Aufnahmen zieht es sie häufig in die Natur, etwa an die Regnitz, an Seen oder in Wälder – meist in den Morgen- oder Abendstunden. Sobald die Seifenblasenkomposition fertiggestellt ist, ist schnelles Fotografieren gefragt, denn die fragilen Gebilde platzen meist nach wenigen Sekunden. Aber genau darin liegt für Sabine Deifel der Reiz: „Mit der Kamera lässt sich die Vergänglichkeit sichtbar machen und dem Flüchtigen einen Hauch von Ewigkeit verleihen.“
Die Idee, ihre Arbeiten in der Kinderonkologie zu zeigen, entstand durch einen befreundeten Künstler, der dort bereits selbst ausgestellt hatte. „Die Faszination der Seifenblasen liegt für mich auch in ihrer Einfachheit, die Menschen über Generationen hinweg anspricht: Ob Groß oder Klein – beinahe jede Person hat schon mal selbst Seifenblasen gemacht und verknüpft damit eigene Erinnerungen“, erklärt die Künstlerin. „Ich möchte den Kindern und Jugendlichen, den Eltern und allen, die hier arbeiten, eine kleine Auszeit vom Alltag ermöglichen; ihnen einen Moment schenken, in dem sie meine Kunst betrachten und sich darin verlieren können.“ Und tatsächlich laden die Fotografien zum Nachdenken und Träumen ein: Die Seifenblasen haben unterschiedliche Formen, sie schillern in Regenbogenfarben, liegen auf Wasseroberflächen oder haften an Blättern oder Ästen. Während sich die Farben auf der zarten Oberfläche kaleidoskopartig entfalten, spiegelt sich in den Blasen meistens auch die Realität: Baumkronen im Hintergrund, der Horizont – und manchmal sogar die Silhouette der Künstlerin beim Fotografieren.
Weitere Informationen:
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