Maßnahmen des Startchancen-Programms starten
Das Startchancen-Programm ist eines der größten Bildungsprogramme Deutschlands und wird über zehn Jahre mit 20 Milliarden Euro finanziert. In Mannheim erhalten 44 Schulen rund 76 Millionen Euro für Investitionen in Infrastruktur, Kooperationen und personalisierte Unterstützung, um Bildungsgerechtigkeit zu stärken. Erste Maßnahmen ab dem Schuljahr 2026/27 umfassen u.a. Rückzugsräume für Schüler mit Autismus, schattige Lernbereiche im Freien sowie flexible Möbel für zeitgemäßes Lernen; weitere Maßnahmen sollen 2027 folgen, insbesondere solche, die auch bei Hitze eine lernförderliche Umgebung sicherstellen.
76 Millionen Euro für Mannheimer Schulen - Erste Projekte verbessern den Schulalltag.
Das Startchancen-Programm ist das größte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bund und Länder investieren dafür über einen Zeitraum von zehn Jahren insgesamt 20 Milliarden Euro. In Mannheim wurden 44 Schulen ausgewählt, die in den kommenden zehn Jahren rund 76 Millionen Euro für Investitionen in ihre Infrastruktur zur Verfügung gestellt bekommen. Damit gehört Mannheim zu den Kommunen, die besonders stark von dem bundesweiten Förderprogramm profitieren.
Ziel des Programms ist es, die Bildungsgerechtigkeit nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in eine moderne schulische Infrastruktur, die Förderung von Kooperationen mit außerschulischen Partnern sowie die personelle Stärkung der Schulen.
„Mit dem Startchancen-Programm lenken wir die Mittel ganz bewusst dorthin, wo die sozialen Herausforderungen in unserer Stadt am größten sind. Ein geschützter Rückzugsraum oder ein schattiger Lernort im Freien sind wichtig für den Bildungserfolg – sie entscheiden für viele Kinder darüber, ob erfolgreiches Lernen an diesem Tag überhaupt möglich ist. Wir modernisieren hier nicht nur Gebäude, sondern verändern die täglichen Startbedingungen für Tausende Mannheimer Schülerinnen und Schüler“, betont Bildungsbürgermeister Dirk Grunert.
Wie im Bildungsausschuss vorgestellt, erhält die Stadt nun die ersten Fördermittel aus dem Startchancen-Programm. Die Ausschussmitglieder wurden über die ersten bewilligten Maßnahmen informiert, die ab dem Schuljahr 2026/27 umgesetzt werden.
Erste Projekte verbessern den Schulalltag
Gemeinsam mit den Schulen und dem Staatlichen Schulamt hat der Fachbereich Bildung die Bedarfe ermittelt und die Maßnahmen priorisiert. Nachfolgend drei Beispiele, die nun umgesetzt werden können:
- An der Eugen-Neter-Schule (SBBZ) wird ein Rückzugsraum für Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen eingerichtet. Mit gepolsterten Wänden und Böden sowie einer beruhigenden Gestaltung bietet der Raum einen geschützten Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche in belastenden Situationen zurückziehen und wieder zur Ruhe kommen können.
- An der Bertha-Hirsch-Ganztagsgrundschule in Käfertal entstehen neue schattige Aufenthalts- und Lernbereiche im Freien. Fünf großflächige Sonnenschirme schaffen angenehme Plätze für die Pausen und ermöglichen es zugleich, Unterricht häufiger nach draußen zu verlegen – besonders an heißen Tagen ein echter Gewinn für den Schulalltag.
- An der Maria-Montessori-Schule (SBBZ) sorgen künftig neue, flexibel einsetzbare Möbel für eine zeitgemäße Lernumgebung. Angeschafft werden 27 Tisch-Stuhl-Kombinationen für die Schülerinnen und Schüler sowie 18 ergonomische Arbeitsplätze für Lehrkräfte. Die neue Ausstattung ermöglicht unterschiedliche Unterrichtsformen und unterstützt modernes Lernen.
Fahrplan für die nächsten Schritte
Mit allen 44 Schulen wurden verabredet, dass noch dieses Jahr für jede Schule eine Maßnahme beantragt werden soll. Bis Sommer sollen die Schulen die konkreten Anforderungen für diese erste Maßnahmen an die Stadtverwaltung liefern.
Eine weitere Runde mit jeweils einer weiteren Maßnahme für jede Schule ist für bereits 2027 vorgesehen. Hier sollen dann insbesondere Maßnahmen ausgewählt werden, die auch bei Hitze eine lernförderliche Umgebung herstellen oder erhalten.
Die Stadt Mannheim begleitet die Umsetzung des Startchancen-Programms als Schulträger eng und nutzt die vielfältigen Fördermöglichkeiten gezielt. Gemeinsam mit jeder teilnehmenden Schule wurde ein individuell auf die jeweiligen Bedarfe abgestimmtes Konzept entwickelt. Auf dieser Grundlage werden die Maßnahmen nun in einem kontinuierlichen Prozess weiterentwickelt und mit den Ziel- und Leistungsvereinbarungen der Schulaufsicht abgestimmt. So wird sichergestellt, dass die Fördermittel passgenau eingesetzt werden und die Ziele des Startchancen-Programms nachhaltig erreicht werden.
Das Startchancen-Programm umfasst jedoch weit mehr als Investitionen in Gebäude und Ausstattung. Schulen erhalten zusätzliche Mittel für Kooperationen mit außerschulischen Bildungs-, Kultur- und Sozialpartnern sowie für den Einsatz multiprofessioneller Teams, die sie selbständig einsetzen können. Darüber hinaus wird in Mannheim das Modellprojekt Familiengrundschulzentren an zwei Schulen umgesetzt, das die Zusammenarbeit von Schule und Familien weiter stärkt.
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