12.6.2026 12:04

Tirol-Offensive: Post baut Versorgung aus

Rakúsko Land Tirol Autor neuvedený
Tirol setzt die Post-Versorgungs-Offensive fort: Nach der Abkehr von weiteren Post-Schließungen wird in Tirol in diesem Jahr und im nächsten Jahr mindestens 30 neue Poststellen geschaffen, und zusätzliche Postpartner sollen gewonnen werden; die Schließung der Filiale Jenbach wird zurückgenommen. In einem 5-Punkte-Plan werden die Fortführung der Offensive, keine ersatzlosen Schließungen, bessere Unterstützung der Postpartner bei Ressourceneinsatz, Weiterentwicklung des Provisionsmodells und ein Bekenntnis zu hoher Zustellqualität festgelegt. Versorgungslücken sollen rasch geschlossen werden; Postpartner-Gemeinden erhalten erweiterte Produkte und Provisionserhöhungen, auch private Partner sollen stärker unterstützt werden. Parallel treibt die Post ökologische Transformation voran: 400 von rund 650 Zustellfahrzeugen sind elektrisch, der erste E-LKW ist seit März 2026 in Tirol im Einsatz; das Netz umfasst 30 Filialen, 127 Postpartner, 117 Poststationen und 23 Zustellbasen, mit Investitionen von rund 80 Mio. Euro seit 2020 und weiteren ca. 10 Mio. Euro in Aussicht.
AI zhrnutie

Post rückt von Post-Schließungen ab und führt stattdessen Poststellen-Offensive fort: 30 neue Poststellen bis 2028, weitere Postpartner in großer Anzahl gesucht.

  • Postpartner werden künftig besser unterstützt: Post forciert Weiterentwicklung des Provisionsmodells und plant zusätzlichen Infrastrukturkostenbeitrag
  • Land Tirol und Gemeindeverband setzen Dialog mit Post fort, um Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen

Im vergangenen Jahr haben sich Landeshauptmann Anton Mattle und Gemeindeverbandspräsident Bgm Karl-Josef Schubert gemeinsam mit dem Forum Land an die Österreichische Post AG gewendet. Angesichts anhaltender Post-Schließungen hat Tirol einen Grundversorgungsplan, eine Evaluierung der Postpartner-Konditionen sowie eine enge Kooperation mit den Gemeinden eingefordert und die Post zu Gesprächen eingeladen. Die Post hat diese Einladung umgehend angenommen und im Rahmen einer Arbeitsgruppe wurden erste Verbesserungen und Erfolge erarbeitet. Heute haben LH Mattle, Präsident Schubert und der Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Walter Oblin, in Innsbruck eine Tirol-Offensive präsentiert.

„Das Bundesland Tirol ist eine der Regionen, die bislang nicht vom Phänomen der Landflucht betroffen ist. Damit in Tirol das Leben am Land weiterhin möglich ist und attraktiv bleibt, braucht es viele Mosaiksteine, die ineinandergreifen. Wir sehen auch eine Grundstruktur an Postversorgung als Bestandteil dieser Strategie – auch wenn sich die Aufgaben der Post laufend weiterentwickeln. Deshalb bin ich sehr froh, dass die Gespräche mit dem Tiroler Gemeindeverband und der Post erste positive Signale bringen. Von Post-Schließungen soll in Zukunft abgerückt, neue Poststellen geschaffen und die Konditionen für Postpartner verbessert werden“, erklärt LH Mattle die Initiative.

„Eine verlässliche Postversorgung ist für die Tiroler Gemeinden weit mehr als eine infrastrukturelle Leistung – sie ist ein wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität, zur Nahversorgung und zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im gesamten Land. Gerade im ländlichen Raum und in den Tiroler Tälern braucht es starke und dauerhafte Lösungen, damit die Menschen vor Ort auf kurze Wege und gute Services vertrauen können“, ist Präsident Schubert überzeugt. Ihn freut besonders, dass von diesen Verbesserungen natürlich für Gemeinden in ganz Österreich profitieren sollen.

In den letzten Jahren hat sich der Prozess der Filial-Schließungen verlangsamt, nun soll dieser ausgesetzt werden. Nach den Gesprächen zwischen Land, Gemeindeverband und Post steht fest, dass es in den nächsten Jahren in Tirol zu keinen Post-Schließungen mehr kommen wird. Die ursprünglichen Pläne wurden von der Post überarbeitet, die Schließung der Postfiliale Jenbach wird zurückgenommen. Stattdessen plant die Post eine Tirol-Offensive. „Tirol ist für uns ein klares Zukunftsland. Wir investieren hier in ein starkes und flächendeckendes Netz, in moderne Standorte, in unsere Partner*innen vor Ort und in die schrittweise Umstellung auf elektrische Zustellung bis 2030. Mit dem 5-Punkte-Plan bekräftigen wir unser Ziel, die Postversorgung in Tirol langfristig abzusichern und gleichzeitig weiter auszubauen“, erklärt dazu Generaldirektor Walter Oblin und präsentierte hierzu einen 5 Punkte-Plan:

  1. Weiterführung der Poststellen-Offensive
  2. Keine ersatzlose Schließung von Poststellen
  3. Unterstützung der Postpartner bei Ressourceneinsatz
  4. Weiterentwicklung des Provisionsmodells
  5. Bekenntnis zu hoher Zustellqualität

Verbesserungen kommen

Die Anzahl der Poststellen wird sich in Tirol heuer und im nächsten Jahr in Summe um zumindest 30 Standorte erhöhen. Weitere Postpartner werden ergänzt, um eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Versorgungslücken sollen ehestmöglich geschlossen werden, konkret im Oberen Lechtal (Bezirk Reutte), in Imst und Umgebung (Bezirk Imst), in Neustift im Stubaital (Bezirk Innsbruck-Land) sowie in der Iselregion und im Lienzer Talboden (beide Bezirk Lienz). Als Postpartner kooperierende Gemeinden sollen durch eine Erweiterung des Produktangebots und damit verbundene zusätzliche Möglichkeiten zur Provisionserhöhungen gestärkt werden. Auch private Postpartner sollen beim Ressourceneinsatz besser unterstützt werden. Auf Anfrage erhalten Postpartner eine detaillierte Darstellung des notwendigen Zeitaufwandes, eine Kostendarstellung und Optimierungsvorschläge. Zudem soll im Provisionsmodell auf die Mengensteigerungen im Paketbereich reagiert und entsprechende Anpassungen vorgenommen werden - geplant ist ein Infrastrukturkostenbeitrag seitens der Post.

Postpartner in Tirol

Ein zentraler Baustein der Tirol-Offensive ist das Erfolgsmodell Postpartner, das seit fast 25 Jahren erfolgreich in ganz Österreich zum Einsatz kommt. Postpartner sorgen für wohnortnahe Versorgung, längere Öffnungszeiten und ein breites Serviceangebot. Dazu zählen alle Post-Services, die wichtigsten Finanzdienstleistungen der bank99 (Einzahlungen, Auszahlungen, Transaktionen) und das neue Mobilfunk-Paket YELLLOW. Wie wichtig dieses Modell für die Versorgung vor Ort ist, zeigen auch Stimmen aus Tirol:

  • Clemens Griebaumer, Postpartner 6080 Innsbruck: „Nahversorgung bedeutet verlässliche Partnerschaft. Seit drei Jahren arbeiten wir als Trafik Hand in Hand mit der Österreichischen Post. Als Postpartner sind wir die zentrale Anlaufstelle in der Region – eine super Zusammenarbeit, die durch das neue Mobilfunk-Angebot YELLLOW perfekt ergänzt wird.“
  • Andreas Kratzer, Postpartner 6444 Längenfeld: „Die Partnerschaft mit der Post hat unser Kerngeschäft spürbar bereichert. Neben Kundinnen und Kunden aus der eigenen Gemeinde nutzen auch Personen aus benachbarten Orten unsere Dienstleistungen. Besonders der Tourismus im Sommer und Winter bringt zusätzliche Gäste, die Koffer, Pakete, Briefe oder Ansichtskarten aufgeben.“

Post treibt ökologische Transformation voran

Parallel zum Ausbau der Infrastruktur treibt die Post auch die ökologische Modernisierung in Tirol voran. Bereits heute sind 400 der rund 650 Zustellfahrzeuge mit E-Antrieb ausgestattet, die vollständige Umstellung ist bis 2030 geplant. Seit März 2026 setzt die Post zudem auch den ersten E-LKW in Tirol ein. Ergänzt wird die E-Mobilität durch Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 2,4 Megawattpeak (MWp), zugekauft wird nur Strom aus erneuerbaren Energiequellen aus Österreich.

Die Post ist in Tirol mit einer breiten Infrastruktur präsent: Das Netz umfasst 30 Postfilialen, 127 Postpartner und 117 Poststationen, insgesamt also 274 Poststellen. Hinzu kommen 23 Zustellbasen mit rund 1.500 Mitarbeiter*innen. Auch wirtschaftlich ist die Post ein wichtiger Faktor im Bundesland: Seit 2020 hat die Post rund 80 Millionen Euro in Tirol investiert, unter anderem in das Logistikzentrum in Vomp, in den Neubau und die Erweiterung von Zustellbasen, in Poststellen, in E‑Fahrzeuge samt Infrastruktur sowie in Photovoltaik-Anlagen. Weitere rund 10 Millionen Euro sind in den kommenden Jahren vorgesehen.


https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/tirol-offensive-post-baut-versorgung-aus