8.6.2026 14:14

Tiroler Wald schafft Wert – als Schutzschild, Wirtschaftsraum und kritische Infrastruktur

Rakúsko Land Tirol Autor neuvedený
AI zhrnutie

Woche des Waldes 2026.

  • Positive Entwicklungen, langfristige Aufgaben
  • Holz als Basis regionaler Wertschöpfung
  • Klimafitte Wälder brauchen Verjüngung und Vielfalt
  • Investitionen in den Wald stärken Schutz und Regionen

Der Tiroler Wald ist weit mehr als Holzlieferant. Er schützt Siedlungen und Verkehrswege vor Naturgefahren, sichert Arbeitsplätze, schafft regionale Wertschöpfung, bietet Erholungsraum und trägt wesentlich zur Klimaanpassung bei. Der Wert des Tiroler Waldes entsteht nicht nur durch die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, sondern ebenso durch seine Schutz-, Erholungs- und Lebensraumfunktion sowie die positiven Wirkungen auf den Luft- und Wasserhaushalt.

„Der Tiroler Wald ist eine tragende Infrastruktur unseres Landes. Er schützt Menschen, Siedlungen und Verkehrswege vor Naturgefahren und schafft gleichzeitig Lebensqualität, regionale Wertschöpfung und Sicherheit. Wer in den Wald investiert, investiert in die Zukunft Tirols“, betont LHStv Josef Geisler anlässlich der diesjährigen Woche des Waldes, die von 8. bis 14. Juni 2026 unter dem Motto „Wald und Wirtschaft“ stattfindet und führt weiter aus: „Die Woche des Waldes macht sichtbar, wie eng Wald und Wirtschaft miteinander verbunden sind. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Wald und Holz kein Randthema sind, sondern ein zentraler Faktor für Arbeit, Einkommen, Klimaschutz und regionale Entwicklung.“

Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung tatsächlich ist, verdeutlicht auch eine aktuelle bundesweite Studie zur Forst- und Holzwirtschaft. Demnach werden österreichweit jährlich rund 122 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Die gesamte Wertschöpfungskette generiert 43,1 Milliarden Euro an Wertschöpfung und sichert rund 444.000 Arbeitsplätze. Damit hängt jeder zehnte in Österreich erwirtschaftete Euro und jeder elfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit dem Rohstoff Holz zusammen.

Entlastung bei Schadholz, aber Herausforderungen bleiben

Der Tiroler Wald konnte im vergangenen Jahr nach den belastenden Vorjahren mit außergewöhnlich hohen Schadereignissen wieder etwas aufatmen. Große flächige Schadereignisse blieben aus, dennoch fielen in Tirol rund 500.000 Kubikmeter Schadholz an. Davon entfielen rund 280.000 Kubikmeter auf Borkenkäfer und etwa 194.000 Kubikmeter auf Sturmereignisse. Der unmittelbare finanzielle Schaden durch Borkenkäfer, Sturm, Schnee, Muren und Lawinen lag bei rund 19 Millionen Euro. Zudem wurden 30 Waldbrände registriert.

„Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Klimawandel den Wald weiterhin stark unter Druck setzt. Wärmere Temperaturen, Trockenphasen, lokale Extremereignisse und Schädlinge verändern die Rahmenbedingungen der Waldbewirtschaftung nachhaltig“, erklärt Harald Oblasser, Vorstand der Gruppe Forst des Landes Tirol. „Der klimafitte Wald der Zukunft ist ein Generationenprojekt. Unser Ziel ist es, stabile Mischbestände zu fördern, die Verjüngung sicherzustellen und die Schutzfunktion des Waldes langfristig zu erhalten. Gleichzeitig zeigt die wirtschaftliche Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft, dass jeder funktionierende Wald Teil eines weitreichenden regionalen Wertschöpfungsnetzwerks ist“, ergänzt LHStv Geisler.

Holz bleibt zentraler Wirtschaftsfaktor

Im Jahr 2025 wurden in Tirol rund 1,78 Millionen Kubikmeter Holz genutzt. Mehr als die Hälfte des Einschlags (56 Prozent) entfiel weiterhin auf Schadholz, gleichzeitig nahm der Anteil regulärer Nutzungen wieder deutlich zu. Der Holzmarkt zeigte sich im vergangenen Jahr stabil. Der durchschnittliche Preis für das Leitsortiment Fichte lag bei 113,70 Euro je Erntefestmeter. Damit verbesserten sich die Rahmenbedingungen für die Waldbewirtschaftung und die regionale Forstwirtschaft gegenüber den Vorjahren.

„Aus dem Rohstoff Holz entsteht eine breit aufgestellte Wertschöpfungskette – von der Waldbewirtschaftung über Sägewerke und Holzbau und Bioenergie bis hin zu Forschung, Logistik und modernen Anwendungen der Bioökonomie“, so Oblasser und betont weiter: „Gerade in einem Bundesland mit kleinstrukturierten Waldeigentumsverhältnissen sind Beratung, Betreuung und Förderung wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung.“

Investitionen in den Wald sichern Schutz und Wertschöpfung

Über die Förderprogramme des Landesforstdienstes und des Landschaftsdienstes wurden im Jahr 2025 Investitionen von knapp 30 Millionen Euro ausgelöst. Die Mittel flossen unter anderem in Schutzwaldpflege, Wiederbewaldung, Klimawandelanpassung, Biodiversitätsmaßnahmen, forstliche Infrastruktur und die Weiterentwicklung des Erholungsraums Wald.

„Diese Investitionen wirken mehrfach: Sie stärken die Schutzfunktion des Waldes, schaffen Aufträge für regionale Betriebe und helfen dabei, die vielfältigen Leistungen des Waldes langfristig zu sichern“, betont LHStv Geisler. „Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Budgets gilt es, die verfügbaren Mittel noch gezielter für jene Maßnahmen einzusetzen, die unseren Schutzwald stärken, die Anpassung an den Klimawandel unterstützen und die Entwicklung der Regionen fördern.“

Wald von morgen braucht Verjüngung und Vielfalt

Ein Schwerpunkt der Tiroler Waldstrategie liegt auf der Entwicklung klimafitter Wälder. Naturverjüngung, standortgerechte Mischbaumarten und eine erfolgreiche Waldverjüngung sind entscheidende Voraussetzungen, um die Tiroler Wälder an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Tiroler Landesforstgärten leisten dazu einen wichtigen Beitrag: 2025 wurden 3,26 Millionen Forstpflanzen verkauft. Erstmals war die Lärche mit 1,52 Millionen Pflanzen die meistverwendete Baumart. Der Anteil der Mischbaumarten bei Aufforstungen lag insgesamt bei 61 Prozent.

„Die Landesforstgärten zeigen beispielhaft, was das Motto ‚Wald und Wirtschaft‘ bedeutet“, erklärt Oblasser. „Hier verbinden sich Versorgungssicherheit, Klimaanpassung, regionale Verantwortung und langfristige Waldentwicklung. Sie sind ein wesentlicher Baustein, damit auch kommende Generationen auf stabile und leistungsfähige Wälder bauen können.“

Woche des Waldes schafft Bewusstsein für den Wert des Waldes

Mit der Woche des Waldes wird österreichweit auf die Bedeutung des Waldes aufmerksam gemacht. Während im Vorjahr unter dem Motto „Wald findet Stadt“ die Verbindung zwischen Wald und urbanem Raum im Mittelpunkt stand, geht es im heurigen Jahr um die Wirtschaftliche Bedeutung des Waldes.

„Der Wald schafft Wert – als Rohstoffquelle, als Arbeitsplatz, als Erholungsraum und vor allem als Schutzschild für unser Land“, hält Geisler fest und betont abschließend: „Unser gemeinsames Ziel bleibt ein stabiler, klimafitter und leistungsfähiger Bergwald, der Tirol schützt, stärkt und auch kommenden Generationen als Lebensgrundlage dient.“


https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/tiroler-wald-schafft-wert-als-schutzschild-wirtschaftsraum-und-kritische-infrastruktur