Unsere Testarbeit steckt voller wundersamer Werkzeuge und überraschender Hilfsmittel. Staunen Sie mit uns – diesmal über einen ungewöhnlichen Ziegel.
Es gibt Prüfgeräte, deren Zweck offensichtlich ist. Crashtest-Dummys etwa. Oder Petrischalen. Und dann gibt es unseren Prüfziegel. Die Verwirrung beginnt mit seinem Gewicht: Er ist viel leichter, als er aussieht, zudem bröselt er und zerbricht schon bei einem Sturz aus Hüfthöhe. Die Porosität der Spezialanfertigung beträgt 77 Prozent, schreibt der Hersteller. Anders gesagt: Etwa drei Viertel des Steins sind Luft.
Testsache: Poröser Ziegel
- Einsatz für: Tests von Backöfen
- Material: Gebrannter Ziegelton
- Preis: ca. 32 Euro
- Bedarf: Ein Ziegel ist 20 Mal verwendbar − das reicht für etwa drei Öfen.
Wie ein Kalbsbraten
Die unzähligen Hohlräume in seinem Inneren füllen wir mit Wasser; gut ein Liter passt hinein. Einmal vollgesogen, enthält er ähnlich viel Wasser wie ein roher Kalbsbraten − und damit kommen wir zu seinem Zweck: Uns interessiert, wie viel Zeit und Energie ein Backofen braucht, um den wassergesättigten Ziegel alias Kalbsbraten durch und durch zu erhitzen. Dafür spicken wir ihn mit zwei Temperaturfühlern aus Edelstahl und heizen ihm im Ofen ein: dreimal auf Ober- und Unterhitze, dreimal auf Umluft. Die Werte vergleichen wir dann mit dem EU-Energielabel.
Die Angaben auf dem EU-Energielabel stimmen. In den Ziegel-Tests gab es bis jetzt noch nie größere Abweichungen.
Konstantin Thurow
Projektleiter unserer Backofen-Tests
Im eigenen Saft
Zwischen den Durchgängen kühlt der Ziegel ab und saugt sich im Wasserbad wieder voll. Weil er wasserlösliche Silikate enthält, die mit jedem Wasserwechsel weiter ausgewaschen würden, bekommt er aber kein Frischwasser, sondern schmort im eigenen Saft.
Tipp: Auf unseren beiden Themenseiten Küchengeräte und Küchenzubehör finden Sie alles, was zur Ausstattung einer ordentlichen Küche gehört.