Aktionsmonat gegen Catcalling
Mannheim veranstaltet im November einen Aktionsmonat gegen Catcalling und sexuelle Belästigung, mit einer Plakatkampagne und Veranstaltungen wie einem Theaterstück, einem Nachtspaziergang und einem Flashmob. Mehr als 70 Mädchen entwickelten in Workshops Botschaften für die Kampagne, die an Litfaßsäulen, in Straßenbahnen und an Haltestellen zu sehen sein wird. Der von Mannheimer Institutionen und Partnern initiierte Aktionsmonat endet am 25. November 2026 mit einem Flashmob auf dem Alten Messplatz.
Im November setzt Mannheim mit einer Plakatkampagne und Veranstaltungen ein Zeichen gegen Catcalling und sexuelle Belästigung. Zum Aktionsmonat gehören unter anderem ein Theaterstück, ein Nachtspaziergang und ein Flashmob am 25. November 2026.
Mannheimer Mädchen sind laut gegen Catcalling und sexuelle Belästigung – Aktionsmonat setzt Zeichen
Sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum gehört für viele Mädchen* und junge Frauen zum Alltag. Anzügliche Kommentare, Nachrufe oder aufdringliche Bemerkungen, sogenanntes Catcalling, werden häufig als harmlos dargestellt, führen bei Betroffenen jedoch oft zu Verunsicherung, Angst und dem Gefühl, sich in öffentlichen Räumen nicht frei bewegen zu können.
Dass dieses Thema stärker in den Blick genommen werden muss, wurde im Rahmen eines Beteiligungsprojekts 2025 von Mädchen selbst als zentrale Forderung formuliert. Daraus entstanden das Projekt „Mannheimer Mädchen sind laut gegen Catcalling und sexuelle Belästigung“, eine Plakatkampagne sowie ein begleitender Aktionsmonat im November anlässlich des 25. Novembers, des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.
Initiiert und umgesetzt wird das Projekt durch den Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt Mannheim, den Verein Starkmacher e. V., das Netzwerk Mädchenarbeit Mannheim sowie die Abteilung Gleichstellung der Stadt Mannheim gemeinsam mit zahlreichen Sponsor*innen und Kooperationspartner*innen.
Mehr als 70 Mädchen haben in Workshops ihre Erfahrungen eingebracht und zentrale Botschaften gegen Catcalling und sexuelle Belästigung entwickelt. Die Kampagne soll dazu anregen, hinzusehen statt wegzuschauen, Betroffene zu unterstützen und das eigene Verhalten zu reflektieren. Sie wird im November an Litfaßsäulen, in Straßenbahnen und an Haltestellen zu sehen sein.
Die Auseinandersetzung mit Catcalling ist sowohl gesellschaftlich als auch rechtlich bedeutsam. Während körperliche sexuelle Belästigung in Deutschland strafbar ist, bleiben verbale Formen sexueller Belästigung bislang häufig ohne rechtliche Konsequenzen. Im Zentrum der aktuellen Debatte steht deshalb nicht nur die Frage nach gesetzlichen Regelungen, sondern auch die nach Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe. Wer aufgrund seines Geschlechts regelmäßig mit Belästigung rechnen muss, erlebt den öffentlichen Raum anders als Menschen, die von solchen Erfahrungen nicht betroffen sind.
Informationen zum Programm
Neben der Kampagne im öffentlichen Raum finden im Aktionsmonat zahlreiche Veranstaltungen für Mädchen, junge Frauen und Fachkräfte statt, darunter ein Theaterstück, ein Nachtspaziergang und ein Flashmob. Dieser soll als Abschlussveranstaltung am 25. November 2026 auf dem Alten Messplatz Mannheim ein starkes Zeichen gegen sexuelle Belästigung setzen. Informationen zum Programm gibt es unter nema-mannheim.de/infos-fuer-maedchen/.
Die Veranstalter*innen laden Schulen, Fachkräfte und die Öffentlichkeit dazu ein, die Kampagne zu unterstützen und gemeinsam ein Zeichen gegen Sexismus und sexuelle Belästigung zu setzen. Denn alle Menschen haben das Recht, sich sicher, respektiert und selbstbestimmt im öffentlichen Raum bewegen zu können.
* Mit „Mädchen“ und „junge Frauen“ sind alle Personen gemeint, die sich als Mädchen oder junge Frau verstehen – ebenso Menschen, die sich nicht im System der Zweigeschlechtlichkeit verorten.
https://www.mannheim.de/de/nachrichten/aktionsmonat-gegen-catcalling