3.11.2026 10:27

Augmented Reality erleichtert das Einsetzen von Schulterprothesen

Germany Klinikum Region Hannover Unknown author
Dr. Thomas Berndt und Dr. Sebastian Elki haben am KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen das Augmented-Reality-Navigationssystem NextAR für Schulterprothesen eingeführt, das vor allem bei schwierigen Fällen die präzise Platzierung der Implantate erleichtert. Die Technologie nutzt 3D-Rekonstruktionen aus CT-Bildern und wurde bislang bei fünf Patientinnen und Patienten eingesetzt; laut den Ärzten vereinfachte sie die Operationen und sparte OP-Zeit. Langzeitergebnisse gibt es noch nicht. Berndt ging Ende Oktober nach 36 Jahren im KRH in den Ruhestand; sein Nachfolger als Leiter der Schulterchirurgie ist Elki.
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Dr. Berndt und Dr. Elki führen gemeinsam neue Technologie im KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen ein

Ein großer Schritt für die Digitalisierung in der Schulter-Endoprothetik: Dr. Thomas Berndt und Dr. Sebastian Elki führen am KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen eine neue Technologie ein, die das Implantieren eines künstlichen Schultergelenks mithilfe von Augmented Reality (AR) erleichtert. Diese wird vor allem bei besonders schwierigen Fällen eingesetzt, die häufig am Klinikum Laatzen operiert werden.

Seit vierzig Jahren werden in Laatzen bereits Schulterprothesen implantiert. Aufgrund des demographischen Wandels steigt der Bedarf nach einer Implantation von künstlichen Gelenken seit zwanzig Jahren immer weiter an. Ab einem Alter von 65 Jahren ist bereits rund ein Drittel aller Menschen von einem fortgeschrittenen Verschleiß der Gelenke (Arthrose) betroffen.

Als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung ist das Klinikum Laatzen für den Gelenkeinsatz an Hüfte, Knie und auch für die Schulter zertifiziert. Das bedeutet, dass im Klinikum Laatzen Schulterprothesen auch bei besonders schwierigen Fällen auf höchstem medizinischen Niveau eingesetzt werden.

Hier kommt die neue Technologie zum Einsatz: Mithilfe der Augmented Reality (AR), der „erweiterten Realität“, können Chirurg*innen auf einem speziellen Monitor ganz genau sehen, wo und in welchem Winkel sie die Prothese einsetzen. Dieses Navigationssystem macht die Knochen des Schultergelenkes mithilfe von im Vorhinein erstellten 3D-Rekonstruktionen aus CT-Bildern live im OP sichtbar. Der Knochen, in dem die Prothese verankert werden soll, wird im ersten Schritt im Navigationssystem registriert. Dann können die Chirurg*innen, wenn sie am realen Knochen ansetzen, dies auch in der 3D-Rekonstruktion auf dem Monitor in verschiedenen Ansichten und Ebenen sehen. So ist es möglich, Prothesenkomponenten, Knochenspäne und Schrauben exakt wie in den vorher geplanten Winkeln, Größen und Längen einzusetzen.

„Der Vorteil des neuen Systems ist sofort erkennbar gewesen. Mit der Navigation konnten wir jeweils exakt unsere vorherige Planung vom Knochenaufbau und dem Sitz der Prothesenkomponenten umsetzen. Dies wird sich bei diesen speziellen und schwierigen Fällen früh für den Patienten mit einer besseren Beweglichkeit des künstlichen Gelenkes zeigen“ sagt Dr. Berndt, Leiter des Departments Schulterchirurgie. „Wir können davon ausgehen, dass die Prothesen so implantiert auch länger halten werden.“ Da das System noch so jung ist, gibt es jedoch noch keine Langzeitergebnisse. Bereits jetzt lässt sich aber feststellen, dass mit der Navigation die Implantation des künstlichen Schultergelenks vor allem bei den schwierigen Fällen erleichtert wird.

Das Navigationssystem sei laut Dr. Berndt und Dr. Elki sehr intuitiv und daher leicht einzuführen gewesen. Nach theoretischer Vorbereitung hatten sie vor zwei Monaten die Gelegenheit, in der Berliner Charité an zwei Operationen mit Anwendung des NextAR-Systems von Medacta teilzunehmen. Dieser Praxiseinsatz hatte ihre Begeisterung für die Technologie bestätigt. Das System wurde direkt anschließend im Klinikum Laatzen etabliert. Mittlerweile haben sie fünf Patient*innen in Laatzen mithilfe der Technologie operiert und schnell festgestellt, dass die Operationen bei diesen aufwändigen Fällen durch die Navigation vereinfacht werden und sich sogar OP-Zeit einsparen lässt.

Kurz nach der Einführung der neuen Technologie ging Dr. Thomas Berndt Ende Oktober in den Ruhestand. „Es ist nach 36 Jahren ein schönes Gefühl, mit so einer Übergabe aufzuhören. Ich würde selbst nur mit diesem System weitermachen“, sagt er. Der 66-Jährige war nach seinem Studium in Hamburg und Würzburg über 36 Jahre im KRH tätig. Von 2007 bis 2021 war er der Leiter der Unfall- und Schulterchirurgie im Haus, seit 2022 der Leiter des Departments Schulterchirurgie. Seit über 20 Jahren operiert er auch die besonders schwierigen Fälle im Bereich der Schulter-Endoprothetik. „Das Interesse an der Schulterchirurgie werde ich in jedem Fall behalten und die Entwicklungen weiterverfolgen“, sagt Dr. Berndt.

Sein Nachfolger ist Dr. Sebastian Elki, mit dem er seit 25 Jahren zusammenarbeitet und der sich ebenfalls auf die Implantation von Schulterprothesen spezialisiert hat. „Ich bin sehr dankbar für die 25 Jahre Ausbildung bei Dr. Thomas Berndt und freue mich, die Leitung der Schulterchirurgie zu übernehmen. Mit dem neuen System können jetzt schwierige Fälle übergangslos gut behandelt werden“, sagt Dr. Elki.

Nachfolgend ein Einblick in eine von Dr. Berndt und Dr. Elki durchgeführte Operation mit dem Navigationssystem NextAR von Medacta:



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