9.10.2026 14:13

Kläranlage Sölden

Austria Land Tirol Unknown author
Wiederinbetriebnahme der Kläranlage Sölden schreitet voran: Ab kommender Woche soll die biologische Reinigung des Abwassers schrittweise hochgefahren werden, während das Gewässermonitoring bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten fortgeführt wird. Die Messungen zeigen bislang keine wasserwirtschaftlichen Auffälligkeiten, doch weiterhin erhöhte E. coli-Werte führen zu einem Schiffs- und Badewasserverbot sowie Warnungen für Hunde. Das Monitoring wird mindestens bis zur vollständigen Behebung der Schäden andauern und erfolgt wöchentlich an mehreren Stellen der Ötztaler Ache sowie aus dem Inn entnommen.
AI summary

Wiederinbetriebnahme schreitet voran – Gewässermonitoring läuft weiter.

  • Biologische Reinigung des Abwassers kann hochgefahren werden
  • Gewässermonitoring läuft jedenfalls bis zum Ende der Sanierungsarbeiten weiter
  • Weiterhin erhöhte E.Coli-Bakterien: Schifffahrtsverbot und Empfehlungen weiterhin aufrecht

Die Wiederinbetriebnahme der Kläranlage Sölden macht entscheidende Fortschritte. Wie die Gemeinde heute, Freitag, informiert, soll die biologische Reinigung des Abwassers bereits kommende Woche schrittweise hochgefahren werden.

Ende Juli hatte eine Mure die Kläranlage schwer beschädigt. Aufgrund dieser unvorhersehbaren Ausnahmesituation musste auf Anfrage der Gemeinde seither das nur mechanisch gereinigte Abwasser provisorisch in die Ötztaler Ache geleitet werden.

Das Land Tirol betreibt seit Beginn der provisorischen Abwassereinleitung ein umfassendes Gewässermonitoring an der Ötztaler Ache bis hin zum Inn. Das Monitoring wird auch in den kommenden Monaten fortgesetzt. Damit können wasserwirtschaftliche und mikrobiologische Veränderungen in der Ache gegebenenfalls rasch festgestellt und entsprechend reagiert werden.

Die Ergebnisse der wöchentlichen Untersuchungen sind laufend öffentlich einsehbar: www.tirol.gv.at/monitoringoetztalerache.

Wasserwirtschaftlich weiterhin keine Auffälligkeiten

Seit Beginn des Monitorings zeigen die Messungen keine wasserwirtschaftlichen Auffälligkeiten oder gar kritischen Belastungen. Das gilt unter anderem für den pH-Wert, die Sauerstoffsättigung und die Parameter zur Beurteilung der Nährstoffbelastung. „Wir beobachten die Situation laufend. So können wir mögliche Auffälligkeiten rasch erkennen und darauf reagieren“, betont Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Tirol.

E.Coli-Bakterien weiterhin nachweisbar

Das Monitoring zeigt weiterhin eine höhere Konzentration an E. Coli-Bakterien. Da diese Magen-Darm-Beschwerden auslösen können, wurde vonseiten des Landes ein Schifffahrtsverbot für die gesamte Ache ausgesprochen und vom Baden und Wassersport in der Ache abgeraten. Auch Hunde sollen sich nicht im Wasser aufhalten. „Diese Empfehlungen sind weiterhin aufrecht, auch wenn die aktuellsten Untersuchungen eine leichte Beruhigung der Situation zeigen“, erklärt Amtsärztin Barbara Schmid.

E.Coli-Bakterien können vom Menschen etwa durch Schlucken des Wassers, Einatmen von Wassertropfen aber auch über verunreinigte Hände bei der Nahrungsaufnahme aufgenommen werden. Mögliche Folgen können etwa Magen-Darm-Erkrankungen sein. Gefährdet sind insbesondere vulnerable Gruppen – etwa Kinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen und Schwangere. Bei Kontakt mit dem Wasser sollen betroffene Körperregionen, Kleidung und Hände sorgfältig gewaschen werden.

Monitoring wird bis auf Weiteres fortgeführt

„Solange die Kläranlage nicht voll funktionsfähig ist, werden wir das Monitoring weiterführen, um wasserwirtschaftliche Auswirkungen bis zum Abschluss der Schadensbehebung an der Kläranlage Sölden zu dokumentieren“, erklärt Federspiel. So werden weiterhin wöchentlich an vier unterschiedlichen Stellen oberhalb und unterhalb der Kläranlage Sölden Proben an der Ötztaler Ache sowie zusätzlich aus dem Inn entnommen.

https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/klaeranlage-soelden