Was Buffer-ETF können – und was nicht
Buffer-ETF ermöglichen den Kauf von Aktien mit Verlustpuffer: Gewinne sind bis zu einer Cap begrenzt, während Verluste durch Absicherungen abgefedert werden. Die Strategien kombinieren Put-Optionen (Absicherung) mit teils verkauften Call-Optionen, was Kosten senkt, aber Gewinne bei starken Marktanstiegen cappt. Diese Produkte liefern keinen Dividendenanspruch, und der anfängliche Schutz gilt nur bis zum nächsten Optionsstichtag; Wechselkursrisiken können das Auszahlungsprofil beeinflussen. Insgesamt erweisen sich Buffer-ETF laut Studie nur als moderat besser als einfache Aktien-Anleihen-Portfolios und eher als Hobby- bzw. Spielweise geeignet.
Mit Buffer-ETF können Sie Aktien mit Verlustpuffer kaufen. Im Gegenzug sind Gewinne begrenzt. Wir zeigen, wie sie funktionieren und analysieren Vor- und Nachteile.
Buffer-ETF bilden einen Index ab und federn dabei Verluste ab, die Gewinnchancen sind gedeckelt. In den USA werden Buffer-ETF – deutsch: Puffer-ETF – schon länger als smarte Innovation verkauft. BNP, First Trust, Global X und iShares bieten sie inzwischen auch in Deutschland an.
Das Grundprinzip: Buffer-ETF kombinieren Indexinvestments mit verschiedenen Optionen. Den einen oder anderen werden die neuen ETF – zu Recht – an Discount-Zertifikate erinnern. Wir erklären, wie die Pufferfonds aufgebaut sind und was Anleger von ihnen realistischerweise erwarten können.
Ein kleines Fazit vorweg, was Buffer-ETF bieten:
- Beteiligung an den Gewinnen des Index, allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze,
- vollständigen Schutz vor geringen Verlusten,
- teilweisen Schutz bei starken Verlusten.
Und so funktionieren Buffer-ETF
Die Grundidee der Buffer-ETF ist einfach: Sie sollen ähnlich wie ein Aktieninvestment laufen, aber mehr Sicherheit bieten. Hierfür kaufen die Anbieter Put-Optionen. Ein Put wird umso wertvoller, je tiefer die Kurse des Index fallen, auf den sich die Option bezieht. Läuft es optimal, gleichen sich die Verluste des Index und die Gewinne der Put-Option aus: Dann fällt zwar der Index, aber die Anlage behält ihren Wert.
Put-Optionen gehören zu den Terminkontrakten – sie laufen nur begrenzt. Werden sie fällig, müssen die Anbieter in neue Put-Optionen investieren, um die Absicherung vor Kursverlusten aufrechtzuerhalten. Das nennt man „rollen“.
Zum Put kommt noch eine Call-Option
Da Optionen teuer sind, kann das die Rendite der Strategie deutlich schmälern. Die Kosten jeder neuen Put-Option muss der Index erst einmal aufholen, erst dann gibt es Gewinne. Um diesen Effekt zu vermeiden, kommt außer dem Put noch eine Call-Option ins Spiel. Die wird aber nicht ge- sondern verkauft. In diesem Fall verdient der ETF am Verkauf, was die Kosten des Puts zur Absicherung teilweise oder ganz kompensieren kann. Im besten Fall partizipieren Anleger mit dem ETF damit sofort an der kleinsten Indexsteigerung.
Läuft der Index allerdings zu gut, wird die verkaufte Call-Option zum Verlustbringer (der Käufer der Call-Option gewinnt). Ab einem bestimmten Punkt gleichen sich dann Verluste durch den verkauften Call und Indexgewinne aus. Das heißt: Anleger partizipieren an weiteren Indexsteigerungen nicht mehr. Ihre Gewinne sind „gekappt“.
Zum Put und dem Call noch ein Put
Je näher der Cap am Indexstand liegt, desto günstiger ist er. Anlegerinnen und Anleger wünschen sich bei einem Aktieninvestment jedoch Renditechancen. Um dem Kundengeschmack näher zu kommen, können Anbieter das Profil noch etwas offensiver gestalten: Sie heben den Cap an, bis zu welchem man an Kurssteigerungen partizipiert. Dazu verkaufen sie – zusätzlich zum gekauften Put und dem verkauften Call – noch eine Put-Option. Im Gegenzug für die höheren Gewinnchancen ist auch mehr Verlust möglich.
Gewinne sind begrenzt, Verluste abgepuffert
Die Grafik zeigt ein typisches Auszahlungsprofil einer Buffer-Strategie. Wenn der Index bei Kauf der Strategie bei 100 steht, bietet sie über ein Jahr die Möglichkeit bis zu 16 Prozent Gewinn zu machen, bis zum Cap bei 116 (vor ETF-Kosten).
Steht der Index nach einem Jahr unter 100, aber noch über 90, greift der Sicherheitspuffer – in der Buffer-Strategie gibt es keinen Verlust. Erst wenn der Index unter 90 schließt, entsteht beim Buffer-Anleger ein Verlust, aber es sind dann immer 10 Euro weniger Verlust als im Index selbst. Allerdings würden Anleger mit einem normalen ETF noch Dividendenerträge erzielen, die hier unter den Tisch fallen. Der Vorteil der Buffer-Struktur gegenüber einem Index-ETF läge im Verlustfall etwas unter 10 Euro.
Dividenden bleiben außen vor
Zertifikateanleger kennen das: Bei strukturierten Produkten auf Aktien fallen die Dividenden, die die Aktien ausschütten, unter den Tisch. Das ist auch bei Buffer-ETF der Fall. Anlegerinnen und Anleger bekommen keine Dividendenausschüttungen. Die Buffer-ETF beziehen sich also zum Beispiel nicht auf den S&P 500 Net Return, sondern den S&P 500 Price Return.
Was das ausmacht, wenn Dividenden fehlen, lesen Sie in unserem Beitrag Aktienindizes - diese Varianten gibt es.
Der anfängliche Schutz ist zeitlich begrenzt
Wichtig zu wissen: Der anfängliche Schutz vor Verlusten (zum Beispiel bis zu 10 Prozent) und der Cap (etwa bei einem Plus von 16 Prozent) gelten nur vom Start der Anlagestrategie bis zur Fälligkeit der Optionen – meist laufen sie ein Jahr. Dann kaufen die Anbieter neue Optionen, die ausgehend vom neuen Niveau wieder die gleiche Absicherung bieten sollen und wieder bis zum nächsten Stichtag laufen.
Optionen können im Zeitverlauf ihren Charakter stark verändern:
- Wenn der Index zwischen zwei Stichtagen stark gestiegen ist und bereits deutlich über dem anfänglich definierten Cap notiert, dann können Anleger mit einem Buffer-ETF bis zum nächsten Stichtag nicht viel mehr verdienen als den Marktzins.
- Wenn der Index zwischen zwei Stichtagen stark gefallen ist, dann bewegt sich ein Buffer-ETF bis zum nächsten Stichtag eher wie der Index selbst.
Wechselkursrisiko ändert Auszahlungsprofil
Buffer-ETF auf US-Indizes wie den S&P 500 oder Nasdaq-100 beinhalten ein Wechselkursrisiko. Das ist bei aktienähnlichen Anlagen in der Regel kein Problem, aber es führt bei Buffer-ETF dazu, dass Puffer und Cap für Euro-Anleger nicht klar definiert sind. Der Cap liegt dann zum Beispiel nicht bei 116 Prozent des Einsatzes, sondern bei 116 Prozent zuzüglich Wechselkursgewinns oder -verlusts.
Faszination Optionen
Wir beobachten verschiedene Effekte, wenn bei der Geldanlage Optionen ins Spiel kommen. Einerseits gibt es Anleger, die glauben, sie könnten einen Vorteil gegenüber dem Markt erzielen, wenn Sie Optionen verstehen und nutzen. Andererseits sind strukturierte Produkte für das Produktmarketing eine dankbare Aufgabe. Schöne Geschichten, wann sich die Vorteile solcher Produkte auszahlen, lassen mögliche Nachteile ganz leicht unbedeutend erscheinen.
Klar ist: Optionen verbessern nicht das Rendite-Risiko-Profil einer Anlage und schönes Marketing bleibt eben Marketing.
Buffer-ETF-Studie: Aktien-Anleihen-Mix besser
Eine Studie aus dem Jahr 2025 (Rebuffed: An Empirical Review of Buffer Funds) im Journal of Portfolio Management hat die Buffer-ETF im US-Markt untersucht. Das Ergebnis: Mit Buffer-ETF schneiden Anleger im Schnitt ein wenig schlechter ab als mit schlichten Aktien-Anleihen-Mischportfolios, die das gleiche Risiko aufweisen. Der Grund sind die höheren Kosten der ETF selbst, aber auch die Kosten der Optionsstrategie. Optionen werden nicht so effizient gehandelt wie Aktien, Geld-Briefspannen sind typischerweise deutlich höher.
Tipp: Ein Aktien-Anleihen-Mischportfolio können Sie ganz einfach und bequem mit unserer Anlagestrategie, dem Pantoffel-Portfolio, selbst zusammenstellen.
Unser Fazit: Nur als Hobby geeignet
Buffer-ETF-Strategien sind weder neu noch smart. Sie weisen auch kein besseres Rendite-Risiko-Profil als einfache Mischungen aus Anleihen- und Aktien-ETF auf. Wer dennoch Buffer-ETF ausprobieren möchte, sollte darauf achten, dass der Stichtag für den Anfang der Buffer-Strategie nah am Kaufdatum liegt, dazu hilft die Monatsangabe in den Namen der Buffer-ETF.
Tipp: Buffer-ETF finden Sie in unserer Fondsdatenbank in den Gruppen „Strategiefonds Aktien Optionen dynamisch” – entweder Europa oder USA. Oder Sie geben auf der Startseite im Suchfeld für Isin und Namen einfach “Buffer” ein.