System unter Druck
Shrnutí: Demokracie má v průzkumech širokou podporu, ale během krizí se ukazuje, že občané dávají přednost osobním svobodám a alternativním rozhodovacím postupům před samotnými demokratickými principy. V šesti zemích (Německo, Japonsko, Polsko, Španělsko, Jižní Korea a Maďarsko) s 9 000 respondenty z listopadu 2021 vyplývá z dvou experimentů, že omezení demokratických práv a zásah do soukromí snižují podporu proti pandemním balíčkům jen minimálně, zatímco zásahy do soukromí jsou odmítány jasněji. Co se týče rozhodovacích procesů, respondenti preferují expertní poradenství nad parlamentními hlasováními či širokou koaliční shodou, a to bez ohledu na konkrétní kontext (Covid-19, klimatické změny či společenské výzvy). Výsledky naznačují obavy z oslabení demokratických mechanismů v krizi a nutnost chápat komplexní, víceúrovňové střety hodnot při vládnutí.
Demokratie genießt in Umfragen breite Zustimmung. Doch wie stabil ist die Unterstützung für demokratische Rechte und Verfahren in Krisenzeiten tatsächlich? Neue vergleichende Umfrageexperimente in sechs Ländern zeigen: In Ausnahmesituationen sind Bürger*innen persönliche Freiheiten und alternative Entscheidungsverfahren wichtiger als demokratische Prinzipien.
Umfragen in Deutschland, Japan, Polen, Spanien, Südkorea und Ungarn
Um das herauszufinden, wurden 9.000 wahlberechtigte Personen in Deutschland, Japan, Polen, Spanien, Südkorea und Ungarn im November 2021 befragt. In zwei innovativen Umfrageexperimenten sollten sie zwischen unterschiedlichen Maßnahmenpaketen und Entscheidungsverfahren wählen. Dabei zeigte sich: Politische Maßnahmen, die demokratische Rechte einschränken – verschobene Wahlen, Demonstrationsverbote, staatliche Kontrolle über die Medien –, beeinträchtigen die Unterstützung der Bürger*innen für Pandemie-Maßnahmenpakete kaum. Maßnahmen, die in das Privatleben der Befragten eingreifen, werden dagegen eindeutig abgelehnt. Bei den Entscheidungsprozessen steht die Beratung durch Experten mit großem Abstand an erster Stelle, während parlamentarische Abstimmungen und parteiübergreifender Konsens den letzten Platz einnehmen – ganz gleich, ob die Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, dem Klimawandel oder „gesellschaftlichen Herausforderungen“ im Allgemeinen befragt werden.
Anlass zur Sorge
Die Ergebnisse dieser am WZB abteilungsübergreifend entstandenen Untersuchung geben Anlass zur Sorge: Der begrenzte Rückhalt für zentrale demokratische Rechte und Entscheidungsverfahren gerade in Krisenzeiten kann dazu führen, dass demokratische Rechenschaftspflichten der Regierung langsam ausgehöhlt werden, nicht demokratisch legitimierte Akteure an Einfluss gewinnen und Gelegenheiten für eine dauerhafte Schwächung demokratischer Mechanismen entstehen. Deutlich wird, dass man sich nicht auf der allgemeinen Zustimmung zu abstrakten Idealen der Demokratie in Bevölkerungsumfragen ausruhen sollte. Es ist vielmehr wichtig, die Sichtweisen der Bürger*innen auf die komplexen, mehrdimensionalen Zielkonflikte in der demokratischen Regierungsführung unserer Gesellschaften zu verstehen.
13.8.26, kes