Für eine bessere Gesundheit in blauen Städten
Die DFG fördert Graduiertenkolleg zu Gestaltung der Zukunft gewässernaher Städte des Globalen Südens.
Bonn, 02. Juni – Wie lässt sich die Zukunft von gewässernahen Städten des Globalen Südens angesichts von Herausforderungen wie des Klimawandels am besten gestalten? Wie werden Konflikte in verschiedenen Kulturen beigelegt? Mit dieser zentralen Frage befasst sich ein neues Graduiertenkolleg am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und an der Universität Bonn. Mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ist erstmals eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die beiden Einrichtungen zur Qualifizierung von Doktorand*innen in Millionenhöhe. Bundesweit unterstützt die DFG ab Herbst 2026 insgesamt zehn neue Graduiertenkollegs.
Da Städte zur vorherrschenden Form des menschlichen Lebensraums werden, stehen sie vor immer komplexeren Herausforderungen. Die Gesundheit der Menschen in diesem Umfeld steht im Mittelpunkt des neuen Graduiertenkollegs „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“. Mit „blauen Städten“ sind Siedlungen an Küsten oder Gewässern gemeint, die etwa auch durch den Klimawandel vor besonderen Herausforderungen stehen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert dieses Forschungsnetzwerk ab Herbst 2026 für die nächsten fünf Jahre mit rund 5 Millionen Euro. Im Mittelpunkt dieser Kollegs steht die wissenschaftliche Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden.
„Die kontinuierlichen Veränderungen, die mit dem Wandel, der Expansion und der Entwicklung von Städten einhergehen, erfordern ein sorgfältiges Management, um Nachhaltigkeit, Resilienz und Gesundheit als zentrale Ziele zu erreichen“, sagt Prof. Dr. Nico T. Mutters vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn, der Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich „Sustainable Futures“ an der Universität Bonn ist. Transformationsprozesse seien daher entscheidende Ansatzpunkte für die Schaffung gesünderer und nachhaltigerer Städte, die eine gerechtere Ressourcenverteilung fördern, sich von Störungen erholen und es der Menschheit ermöglichen, innerhalb natürlicher Grenzen zu gedeihen.
Es herrscht jedoch weltweit ein Mangel an Fachkräften, die über die übergreifenden Kompetenzen verfügen, die zur Steuerung solch komplexer und unsicherer Transformationsprozesse erforderlich sind. Deshalb erfordern sinnvolle wissenschaftliche Beiträge inter- und transdisziplinäre Ansätze, die lokale Akteure aktiv als Mitgestalter von Wissen und Lösungen einbeziehen. Daher kann die erfolgreiche Einbindung integrierter Gesundheitsansätze wie Planetary Health, One Health und EcoHealth zu Städten führen, die Gesundheit und Wohlbefinden fördern und gleichzeitig Nachhaltigkeit und Resilienz stärken. Zu diesen Zielen will das neue Graduiertenkolleg beitragen.
Kooperationspartner sind auch das German Institute of Development and Sustainability (IDOS) und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Damit ist erstmals bei einem Graduiertenkolleg auch eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften als mitantragstellende Einrichtung beteiligt. „Die Bewilligung des DFG-Graduiertenkollegs ‚Urbane Zukunft‘ ist ein Meilenstein für die H-BRS. Sie zeigt, dass wir wissenschaftlichen Nachwuchs auf höchstem Niveau qualifizieren“, sagt Professor Johannes Steinhaus, Vizepräsident Forschung und Transfer an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. „Bei so komplexen Herausforderungen wie erfolgreichen urbanen Transformationen ist inter- und transdisziplinäre Forschung essenziell. Dafür stehen wir. Gemeinsam mit dem UKB und der Uni Bonn schaffen wir ein exzellentes Forschungsumfeld und stärken zugleich die Forschungsschwerpunkte Life Sciences und Gesundheit sowie Nachhaltigkeit an der H-BRS.“
Bildunterschrift: Prof. Nico Mutters ist Sprecher des neuen Graduiertenkollegs „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“
Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB) / Johann Saba
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Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 9.900 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist unter den Universitätsklinika bundesweit den zweithöchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2025 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Transfer und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB im vierten Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de.
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