12.3.2026 17:27

EU-KOM veröffentlicht Europäische Maritime Industriestrategie

Germany Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Unknown author
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Heute hat die Europäische Kommission ihre europäische maritime Industriestrategie veröffentlicht. Deutschland und die Niederlande hatten mit einer gemeinsamen Initiative im Wettbewerbsfähigkeitsrat im März 2024 diesen Prozess angestoßen und im Juni 2025 ein gemeinsames Positionspapier in die Diskussion eingebracht. Die Strategie soll die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Schiffbaus stärken und dazu beitragen, Wertschöpfung in Europa zu sichern.

Dr. Christoph Ploß, maritimer Koordinator der Bundesregierung: Mit der von Deutschland und den Niederlanden angestoßenen europäischen maritimen Industriestrategie, wird die EU die Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Branche weiter stärken. Angesichts der geopolitischen Lage ist maritime Wertschöpfung in Europa für unsere Sicherheit und Resilienz von hoher Bedeutung. Sicherheits- und Industriepolitik müssen zusammengedacht werden. Die Bundesregierung wird die Umsetzung der Strategie aktiv vorantreiben. Wir brauchen koordinierte Maßnahmen zum Schutz des europäischen maritimen Sektors und insbesondere der Industrie vor wettbewerbsverzerrenden Praktiken. Auf nationaler Ebene werden wir die Strategie mit Maßnahmen unterstützen, um den Zugang zur Finanzierung, Forschung und Innovation zu gewährleisten.

Seit der letzten maritimen Industriestrategie im Jahr 2013 haben sich die weltweiten Rahmenbedingungen erheblich verändert. Seit vielen Jahren sieht sich die maritime Branche einem scharfen Wettbewerb mit asiatischen Unternehmen ausgesetzt. Während große Containerschiffe und Tanker nicht mehr in Europa gebaut werden, ist die europäische Industrie im Bau von großen Passagierschiffen und Spezialschiffen sehr erfolgreich. Diese komplexen Wertschöpfungsketten sind auch die Grundlage für den Bau hochentwickelter Schiffe für Marine, Küstenwache und ziviler Sicherheitsdienste.

In ihrer Strategie stellt die Kommission die strategische Bedeutung der maritimen Industrie für die Resilienz und Sicherheit Europas heraus. Mit ihrem Zielbild 2030 richtet sie den Fokus auf die etablierten europäischen Wertschöpfungsketten, die es zu erhalten gilt. Bei der maritimen Industriestrategie handelt es sich nicht um einen Rechtsakt; sie stellt jedoch eine wichtige Grundlage für künftige Maßnahmen sowie für die strategische Einordnung Sektors in Prozessen wie den geplanten European Competiveness Fond dar.

Die Strategie wird auch Thema der 14. Nationalen Maritimen Konferenz sein, die am 29. und 30. April 2026 unter Teilnahme des Bundeskanzlers Friedrich Merz sowie der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, des Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder und des Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius im niedersächsischen Emden stattfinden wird.

https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/03/20260304-eu-kom-veroeffentlich-europaeische-maritime-industriestrategie.html