5.11.2026 12:07

Demografische Daten Tirol 2025

Österreich Land Tirol Autor nicht angegeben
Der Jahresbericht „Demografische Daten Tirol 2025“ zeigt eine alternde Bevölkerung, sinkende Geburtenzahlen und die wachsende Bedeutung der Zuwanderung; die Lebenserwartung bleibt hoch. 2025 wurden 6.544 Kinder geboren und 6.728 Menschen starben – der Geburtensaldo war damit erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen 1961 negativ. 20,3 Prozent der Bevölkerung waren am 1. Jänner 2026 mindestens 65 Jahre alt; die Lebenserwartung lag 2025 bei 81,4 Jahren für Männer und 85,3 Jahren für Frauen. Tirol verzeichnete einen Wanderungsüberschuss gegenüber dem Ausland von 2.571 Personen, aber einen negativen Saldo gegenüber anderen Bundesländern von 1.030.
KI-Zusammenfassung

Wie sich Tirol verändert.

Werden weniger Kinder geboren, woher kommen die Menschen, die sich hier niederlassen, und wie alt werden die Tirolerinnen und Tiroler? Welche Regionen wachsen und welche Babynamen sind besonders beliebt?

Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen zeigen: Die Tiroler Bevölkerung wird älter, die Geburtenzahlen gehen zurück und die Zuwanderung gewinnt für die Bevölkerungsentwicklung weiter an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt die Lebenserwartung auf hohem Niveau. Der neue Jahresbericht „Demografische Daten Tirol 2025“ der Landesstatistik Tirol macht diese Entwicklungen sichtbar und liefert auf rund 140 Seiten einen umfassenden Überblick über die Bevölkerung und ihre Entwicklung.

„Die Zahlen zeigen, wie sich unser Land und die Lebensrealitäten der Menschen verändern. Wir sehen, dass die Bevölkerung älter wird, dass die Geburtenzahlen zurückgehen und dass Wanderungsbewegungen eine wichtige Rolle spielen. Solche Daten sind eine wesentliche Grundlage, um vorausschauend zu planen und die richtigen Entscheidungen für Tirol zu treffen. Denn wir müssen wissen, wo wir heute stehen, um unser Land auch in Zukunft gut weiterentwickeln zu können“, betont der für Raumordnung und Statistik zuständige LHStv Josef Geisler.

Bevölkerungsstruktur im Wandel

Die Altersstruktur der Tiroler Bevölkerung verändert sich weiter: Mit 1. Jänner 2026 waren 20,3 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Damit übersteigt der Anteil der SeniorInnen weiterhin jenen der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre, die 14,2 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Auch die Zahl der Hochbetagten steigt: Drei Prozent der Tiroler Bevölkerung sind mittlerweile 85 Jahre oder älter.

Erstmals negativer Geburtensaldo seit 1961

Im Jahr 2025 wurden in Tirol 6.544 Lebendgeborene registriert. Das sind 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Sterbefälle um 1,9 Prozent auf 6.728. Damit war der Geburtensaldo mit minus 184 erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961 negativ. Auch die durchschnittliche Kinderzahl je Frau erreichte mit 1,28 einen neuen Tiefstand in der seit 1961 geführten Datenreihe.

Die Geburtenrate lag in Tirol bei 8,4 Geburten je 1.000 EinwohnerInnen und damit knapp über dem österreichweiten Wert von 8,3. Die beliebtesten Vornamen bei den Neugeborenen waren im Jahr 2025 Emma und Paul, gefolgt von Sophia und Leo.

Woher Menschen kommen und wohin sie ziehen

Die Wanderungsbewegungen sind ein wesentlicher Faktor für die Bevölkerungsentwicklung Tirols. 2025 zogen insgesamt 2.571 Personen mehr aus dem Ausland nach Tirol, als TirolerInnen ins Ausland. Der Wanderungssaldo gegenüber den anderen österreichischen Bundesländern war hingegen mit minus 1.030 Personen negativ. Die meisten Menschen zogen aus Deutschland nach Tirol. Umgekehrt zogen mehr Menschen von Tirol in die Schweiz als aus der Schweiz nach Tirol. Im Austausch mit Deutschland ergab sich dadurch ein Plus von 1.085 Personen, mit der Schweiz ein Minus von 132 Personen. Innerhalb Österreichs gewann Tirol vor allem gegenüber Salzburg Bevölkerung hinzu (plus 160), während gegenüber Wien das größte Minus verzeichnet wurde (minus 693).

Lebenserwartung weiterhin auf hohem Niveau

Die Lebenserwartung der Tiroler Bevölkerung bleibt weiterhin hoch und liegt über die vergangenen Jahre hinweg auf einem konstant hohen Niveau. 2025 betrug sie bei Männern 81,4 Jahre und bei Frauen 85,3 Jahre. Bei den Männern weist Tirol damit österreichweit den höchsten Wert auf, bei den Frauen liegt Tirol auf dem dritten Platz.

Eheschließungen, Scheidungen und statistische Besonderheiten

Im Jahr 2025 wurden in Tirol 4.027 Ehen geschlossen – nahezu gleich viele wie im Vorjahr. Hinzu kamen 151 eingetragene Partnerschaften. Die Zahl der Ehescheidungen lag bei 1.193 und damit um 8,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Zudem wurden 14 eingetragene Partnerschaften aufgelöst.

Neben den großen Entwicklungslinien hält die Statistik auch einige besondere Einzelwerte bereit: So war die jüngste Mutter 15 Jahre alt, die älteste 50 Jahre. Der jüngste bekannte Vater war 16, der älteste 66 Jahre alt. Bei den Eheschließungen reichte die Altersspanne von 18 Jahren und vier Monaten bei der jüngsten Braut bis zu 86 Jahren bei der ältesten Braut. Auch bei den Scheidungen gab es große Unterschiede: Die kürzeste Ehe dauerte bis zur Scheidung lediglich vier Monate und vier Tage, die längste hingegen 60 Jahre.

Der Jahresbericht „Demografische Daten Tirol 2025 ist auf der Website des Landes abrufbar und kann per E-Mail an [email protected] bestellt werden.



https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/wie-sich-tirol-veraendert-demografische-daten-tirol-2025