Gesundheitsdaten: Start von EXPEHDIA
EXPEHDIA ist ein FFG-Projekt, das erforscht, wie selbst erhobene Gesundheitsdaten aus Wearables, Apps und Heimgeräten sicher genutzt werden können, um Prävention, Versorgung und Forschung zu verbessern – orientiert am Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS). Es werden drei Praxisanwendungen getestet (Wechseljahre-Begleitprogramm, wearables-basiertes Schlafapnoe-Screening und Kalium-Selbstmessung bei Herzinsuffizienz) und interoperable Datenmodelle sowie Schnittstellen auf Basis von HL7 FHIR entwickelt. Ziel ist, dass Nutzerinnen ihre Gesundheitsdaten verstehen, eigenverantwortlich nutzen und über deren Verwendung mitentscheiden können, während Ethik, digitale Gesundheitskompetenz und Mitgestaltung gestärkt werden.
Gesundheitsversorgung verlagert sich zunehmend in unseren Alltag. Das FFG-Projekt zeigt, wie aus persönlichen Gesundheitsdaten neue Möglichkeiten für Prävention und Behandlung entstehen.
Smartwatches messen den Puls und erfassen den Schlaf, Gesundheits-Apps dokumentieren Beschwerden und medizinische Messgeräte liefern Gesundheitsdaten direkt von zu Hause. Immer mehr Menschen erfassen auf diese Weise selbst Informationen über ihre Gesundheit. Doch bislang werden diese Daten kaum für die medizinische Versorgung und Forschung genutzt.
Dabei könnten solche Informationen helfen, Krankheiten früher zu erkennen, Präventionsangebote gezielter zu gestalten und Menschen mit chronischen Erkrankungen besser zu betreuen. Voraussetzung dafür ist, dass die Daten sicher ausgetauscht, richtig interpretiert und mit medizinischen Befunden verknüpft werden können.
Hier setzt das FFG-Projekt EXPEHDIA an. Es untersucht, wie selbst erhobene Gesundheitsdaten künftig für die medizinische Versorgung, Prävention und Forschung genutzt werden können. Dabei orientiert sich das Projekt am Europäischen Gesundheitsdatenraum (European Health Data Space, EHDS). Dieser schafft schrittweise die rechtlichen und technischen Voraussetzungen, um elektronische Gesundheitsdaten europaweit sicher auszutauschen und unter geregelten Bedingungen für die Versorgung und Forschung zu nutzen.
Im Projekt EXPEHDIA wird das an drei konkreten Anwendungen aus der Praxis erprobt: einem digitalen Begleitprogramm für Frauen in den Wechseljahren, einem Wearable-basierten Screening auf Schlafapnoe und der Kalium-Selbstmessung für Menschen mit Herzschwäche. Gleichzeitig wird gezeigt, wie die entstehenden Daten EHDS-konform bereitgestellt werden können. Dabei steht ein Ziel im Mittelpunkt: die Menschen sollen ihre Gesundheitsdaten verstehen, selbstbestimmt nutzen und mitentscheiden können, wofür sie verwendet werden.
Unsere Tätigkeiten im Projekt
JOANNEUM RESEARCH übernimmt die Gesamtprojektleitung und koordiniert die wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Arbeiten des Konsortiums. Zusätzlich leiten wir drei inhaltliche Schwerpunkte. Wir entwickeln interoperable Datenmodelle und Schnittstellen, mit denen Daten aus Gesundheits-Apps, Heimmessgeräten und Lebensstil-Anwendungen standardisiert an den EHDS angebunden werden können (z. B. auf Basis von HL7 FHIR). Wir analysieren die Daten aus dem Anwendungsfall Wechseljahre, um daraus zielgruppengerechte Präventionsangebote abzuleiten. Und wir verantworten den Bereich digitale Gesundheitskompetenz, Mitgestaltung und Ethik, in dem Patient:innen und Gesundheitsfachkräfte über Co-Design-Prozesse und Nutzer:innentests aktiv in die Entwicklung eingebunden werden. Darüber hinaus unterstützen wir die Vinzenz Gruppe bei der Konzeption des Begleitprogramms für die Wechseljahre.
Projektpartner sind das AIT Austrian Institute of Technology, elyte diagnostics, Gesundheit Österreich, Medizinische Universität Graz, Klinische Abteilung für Kardiologie, nukkuaa, telbiomed Medizintechnik und IT Service sowie Vinzenz Gruppe Service.