29.10.2026 14:37

Städtebund: Wohnen muss leistbar sein

Österreich Österreichischer Städtebund Autor nicht angegeben
Wohnen muss leistbar sein: Der Fokusbericht des KDZ im Auftrag des Österreichischen Städtebundes zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum zentral für soziale Unterstützung, Lebensqualität und Demokratie ist und gute rechtliche sowie finanzielle Rahmenbedingungen sowie Kooperationen zwischen Bund, Ländern, gemeinnützigen Wohnbauträgern und Städten nötig sind. Seit 2011/2024 ist der Bestand gestiegen, doch Mieten, Betriebskosten und Bodenpreise dämpfen den Zugang, besonders für Geringverdienende, Alleinerziehende, Familien sowie Junge und Ältere. Städtische Maßnahmen wie Sanierungen, Nachverdichtung, Bodenpolitik, Wohnberatung und soziale Angebote bleiben entscheidend, doch steigende Bau- und Sanierungskosten sowie knappe Budgets erschweren leistbaren Wohnbau. Der Bericht betont außerdem die unterschiedliche Miet- und Flächenverfügbarkeit in urbanen Zentren gegenüber ländlichen Regionen und verweist auf die zunehmende Bedeutung sozialer Aspekte wie betreutes Wohnen, Integration und Energiekostenzuschüsse.
KI-Zusammenfassung

Wohnen ist essenzieller Bestandteil unseres Lebens. Deshalb hat das KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung, im Auftrag des Österreichischen Städtebundes einen Fokusbericht Wohnen im Rahmen von „Österreichs Städte in Zahlen“ erstellt.

Dazu Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger: „Wohnen muss für alle leistbar sein. Leistbares Wohnen wirkt als soziale Hilfe, dient der Lebensqualität und ist wichtig für die Demokratie. Darüber hinaus ist Wohnbau auch wesentlicher Bestandteil von Sozial-, Klima- und Standortpolitik.“ Was es dazu braucht, sind gute rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen und eine dementsprechende Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, gemeinnützigen Wohnbauträgern sowie Städten und Gemeinden.

Zuletzt wurde Wohnen immer teurer. Zurückzuführen ist dies laut dem neuen Fokusbericht auf höhere Mieten, steigende Energie- und Betriebskosten (35 Prozent der rund vier Millionen Hauptwohnsitze wurden 2021/22 mit Erdgas oder Erdöl beheizt) sowie höhere Boden- und Immobilienpreise – besonders in den Städten. Städte und Stadtregionen haben mit teureren Mieten, weniger Flächen und einer höheren Nachfrage zu kämpfen. Die Situation ist vor allem für Menschen mit niedrigem Einkommen, Alleinerziehende, Familien, aber auch für junge und ältere Menschen schwierig. Zu erwähnen ist dabei, dass Österreich mit 45 Prozent hinter Deutschland die zweithöchste Mietquote der Europäischen Union hat. Der EU-Schnitt beträgt 32 Prozent. Dabei sind die durchschnittlichen Mieten pro m2 in urbanen Großzentren mehr als 20 Prozent über jenen in ländlichen Regionen. Ganze 40 Prozent der Wohnungen waren im Jahr 2024 Ein-Personen-Haushalte. In Städten gibt es pro Person auch weniger Fläche, die zur Verfügung steht. Im urbanen Bereich sind es 37,5 m2, im ländlichen Bereich 49 bis 50 m2.

Der Wohnungsbestand ist zwar laut dem Fokusbericht insgesamt größer geworden, aber nicht überall gleich hoch und nicht automatisch dort, wo es Bedarf gibt. Zusätzlich sind Gemeindewohnungen weniger geworden, private und gemeinnützige Wohnungen allerdings mehr (Vergleich zwischen 2011 und 2024: Privateigentum + 10 Prozent, gemeinnützige Wohnungen +32,8 Prozent). Kostendämpfend ist der soziale Wohnbau. Er ist dabei für leistbares Wohnen in den Städten ein wesentlicher Faktor. So betrug 2024 die private Hauptmiete 11,6 Euro pro m2; die von Gemeindewohnungen 8,0 Euro und von Genossenschafts- bzw. GBV-Wohnungen 8,5 Euro pro m2. Zudem betragen die durchschnittlichen Mietpreise in Wien deutlich weniger als in Tirol, Vorarlberg oder Salzburg. Außerdem haben Städte und Gemeinden mit 5.000 Einwohner:innen und darüber deutlich mehr Wohnungen von Gemeinden und gemeinnützigen Bauvereinigungen – vor allem in urbanen Zentren.

Wichtig ist, was Städte tun: Sie sanieren bestehende Wohnungen (etwa thermische Sanierung), kooperieren mit gemeinnützigen Bauvereinigungen, machen Nachverdichtungen, eine aktive Bodenpolitik und etwa Wohnberatung. An Bedeutung gewinnt auch die soziale Frage von Wohnen. Dabei geht es um betreutes Wohnen, Integrationsangebote, Angebote gegen soziale Isolation oder Energiekostenzuschüsse und Wohnbeihilfen.

Ein Punkt des Berichts ist auch, dass die Spielräume für Städte und Gemeinden eingeschränkt sind. Kosten für Bau und Sanierung steigen, knappe Budgets und hohe Bodenpreise wirken leistbarem Wohnbau entgegen.

Der gesamte Bericht: https://www.staedtebund.gv.at/fileadmin/USERDATA/Service/Dokumente/Fokusbericht1_Wohnen_Endbericht_20.10.2026.pdf

Über den Österreichischen Städtebund

Der Österreichische Städtebund ist die in der Verfassung verankerte Interessenvertretung und eine starke Stimme für Städte und größere Gemeinden in Österreich. Aktuell sind es 266 Mitgliedsgemeinden. Zwei Drittel der Menschen in Österreich leben in Städten und Stadtregionen. Auch 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in Städten.

(Schluss, 29.10.2026) Foto:

https://www.staedtebund.gv.at/presse/news/news-details/staedtebund-wohnen-muss-leistbar-sein

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Österreichischer Städtebund
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