26.10.2026 16:52

Die Welt und Frankreich

Deutschland Goethe-Universität Frankfurt am Main Anke Sauter
Die Ringvorlesung „Die Welt und Frankreich“ an der Goethe-Universität bietet neue Perspektiven auf Frankreichs globale Prägung, von der historischen Ausdehnung über Kolonialismus bis hin postkolonialen Debatten und aktuellen Debatten über Frankreichs Sprache, Migration und Frönden. In der Auftaktveranstaltung diskutieren Experten unter dem Titel „Imperiale Phantasien, dekoloniale Kämpfe“ Entwicklungen rund um Kolonialismus, Dekolonisierung und deren Auswirkungen bis heute; weitere Vorträge beleuchten Themen wie Frankophonie, Westafrika, Libanon, marokkanische Arbeiter, koloniales Erbe in der Bildung sowie kulturelle Repräsentationen in Literatur und Film. Die Reihe setzt auf interdisziplinäre Perspektiven und lädt zu Diskussionen über Herausforderungen und Theorien aus post- und dekolonialen Ansätzen ein.
KI-Zusammenfassung

Ringvorlesung an der Goethe-Universität präsentiert Frankreich-Forschungen nicht nur aus den eigenen Reihen.

FRANKFURT. Schon in der Frühen Neuzeit strebte die französische Monarchie eine globale Ausdehnung ihrer Territorien an, die sie im 19. und 20. Jahrhunderts teils mit massiver Gewalt festigte. Auch wenn Frankreich seither etliche Gebiete wieder verloren hat, so ist es mit seinen überseeischen Gebieten und starken inneren Migrationsbewegungen nach wie vor ein Land, das stark durch seine koloniale Vergangenheit geprägt ist. Dies ist nicht zuletzt in den aktuellen Unruhen spürbar. Die Ringvorlesung „Die Welt und Frankreich“ an der Goethe-Universität soll neue Perspektiven auf unser Nachbarland ermöglichen.

Eröffnet wird die Reihe am Mittwoch, 28. Oktober, um 18 Uhr in Hörsaal 9 im Hörsaalzentrum, Theodor-W.-Adorno-Platz 5 (Campus Westend) mit einem Einführungsvortrag von Prof. Roland Ißler (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen), Prof. Sandra Seubert (Politikwissenschaft) und Prof. Xenia von Tippelskirch (Historisches Seminar) unter dem Titel „Imperiale Phantasien, dekoloniale Kämpfe“.

In weiteren Vorträgen geht es u.a. um die Französischsprachigkeit weltweit, um Frankreich und Westafrika, um die Aufklärung als Exportprodukt im Libanon, um die Rolle marokkanischer Arbeiter bei der Staatseisenbahn und um Kolonialismus und Antikolonialismus im französischen Denken nach 1945. Die Rednerinnen und Redner hinterfragen kritisch, nehmen Anregungen aus postkolonialer und dekolonialer Theorie auf und berichten von den Herausforderungen, die mit ihrer Forschung einhergehen.

Veranstaltet wird die Ringvorlesung vom IFRA-SHS/Institut français Frankfurt, dem Institut für Politikwissenschaft, dem Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, vom Historischen Seminar, in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und dem Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

Mittwoch, 11. November, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Die Welt und Französisch: Zur Situation der Frankophonie
Prof. Dr. em. Jürgen Erfurt (Goethe-Universität)

Mittwoch, 18. November, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Von einem „Empire“ zum anderen: Französischer Kolonialismus und die Entstehung des Narrativs eines goldenen Zeitalters in der westafrikanischen Savanne
Dr. Nikolas Gestrich (Goethe-Universität)

Mittwoch, 25. November, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Another African History (Vortrag in englischer Sprache)
Prof. Dr. Camille Lefebvre (École des hautes études en sciences sociales, Paris)

Mittwoch, 9. Dezember, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Neukaledonien oder Kanaky? Dekolonisierungskämpfe auf Frankreichs größter Pazifikinsel
Prof. Dr. Oliver Eberl (Universität Marburg)

Mittwoch, 16. Dezember, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Aufklärung als Exportprodukt? Französische Schulen im Libanon der Mandatszeit aus globaler Perspektive
Prof. Dr. Esther Moeller (Universität Marburg)

Mittwoch, 13. Januar 2027, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Frankophonie in Literatur und Film
Prof. Dr. Ute Fendler (Universität Bayreuth)

Mittwoch, 27. Januar 2027, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Bedruckte Stoffe und tätowierte Körper. Tuchhändler und Mystikerinnen zwischen Syrien und Marseille im 18. Jahrhundert
Dr. Samuel Weber (Goethe-Universität)

Mittwoch, 3. Februar 2027, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Discrimination Against Moroccan Workers at the SNCF (1970-2018) (Vortrag in englischer Sprache)
Prof. Dr. Lionel Zevounou (École des hautes études en sciences sociales, Paris)

Mittwoch, 10. Februar, 18 Uhr, HZ 9, Hörsaalzentrum
Im Süden der Theorie. Kolonialismus und Antikolonialismus im französischen Denken nach 1945
Onur Erdur (CMB)
Sitzung gemeinsam mit dem Institut für Sozialforschung

https://www.uni-frankfurt.de/de/newsroom/meldungen/pressemitteilungen/2026/die-welt-und-frankreich

Autor
Kontaktperson
Anke Sauter
[email protected]
+49 6979813066
Unternehmen / Organisation
Goethe-Universität Frankfurt am Main
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