Drei Weltrekorde in der Quantenphysik
Na Univerzitě Stuttgart se podařilo dosáhnout tří světových rekordů v kvantové fyzice: cirkulární Rydbergovy atomy dosáhly nejdelší životnosti, největší velikosti a nejdelší doby uchování ve vakuu-optické pinzetě při pokojové teplotě. Vylepšení zahrnuje stabilitu na elf millisekund (přes dvacetkrát delší než obdobné stavy v prostř připadě) a uchování atomů 133 ms, přičemž zpřesněné elektronů na kruhové dráhy. Tyto výsledky byly publikovány v Nature Communications a otevřou nové možnosti pro kvantové simulace a kvantové počítače s vysokým vnitřním kontrolou.
An der Universität Stuttgart ist der Aufbau einer einzigartigen Forschungsplattform für Quantentechnologien gelungen. Sie arbeitet mit besonders stabilen, langlebigen und gut kontrollierbaren Rydberg-Atomen – wichtigen Grundbausteinen für zukünftige Quantencomputer.
Rydberg-Atome gelten als vielversprechende Bausteine für Quantencomputer und ihre Vorstufe, die Quantensimulatoren. Forschende des 5. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart haben nun Rekordwerte für die Lebensdauer, Größe und Speicherzeit einer besonderen Form dieser Teilchen erzielt: Zirkulare Rydberg-Atome, deren Elektronen sich auf einer stabilen Kreisbahn um den Kern bewegen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Communications publiziert.
DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-026-77764-x
Quantensimulatoren bilden Quantensysteme für die Forschung nach und sind die Vorstufe zukünftiger Quantencomputer. „Eine große Herausforderung bei der Entwicklung leistungsfähiger Quantensimulatoren war, dass Rydberg-Atome sehr empfindlich sind und nur sehr kurze Zeit stabil bleiben. Wir haben diese Herausforderung überwunden und es geschafft, die Stabilität der Atome um das Zwanzigfache zu erhöhen“, sagt Prof. Tilman Pfau, Leiter des 5. Physikalischen Instituts. Rydberg-Atome sind wichtige Bausteine für Quantentechnologien mit Neutralatomen, also Atomen ohne elektrische Ladung, die mit Laserlicht eingefangen und kontrolliert werden können. Sie sind mehrere tausend Mal größer als normale Atome und können deshalb über ungewöhnlich große Entfernungen von etwa fünf Mikrometern miteinander wechselwirken. Dies entspricht rund einem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haars, ist aber in der winzigen Welt der Atome eine riesige Entfernung.
Rekordwerte für Lebensdauer, Größe und Speicherzeit erreicht
„Wir konnten gleich drei internationale Bestmarken aufstellen: die längste bisher gemessene Lebensdauer einzelner Rydberg-Atome, die größten kontrollierten zirkularen Rydberg-Atome und die längste Speicherung solcher Atome in einer optischen Pinzette“, erklärt Dr. Florian Meinert, Gruppenleiter am 5. Physikalischen Institut.
Um dies zu erreichen, zwangen die Forschenden das hoch angeregte Elektron im Rydberg-Atom auf eine Kreisbahn, die über elf Millisekunden stabil blieb, also mehr als zwanzigmal länger als vergleichbare Zustände im freien Raum. Die Elektronen bewegen sich dabei auf Bahnen, die mit einem Durchmesser von rund 1,1 Mikrometern etwa zehntausendmal größer sind als bei gewöhnlichen Atomen. Zudem konnten die Forschenden die Atome mithilfe eines Laserstrahls 133 Millisekunden lang festhalten – ebenfalls ein neuer Rekord. „Diese Bestmarken eröffnen neue Möglichkeiten, Quantensimulatoren leistungsfähiger zu machen, mehr Rechenoperationen durchzuführen und Quantensysteme präziser zu kontrollieren“, sagt Einius Pultinevicius, Doktorand in Meinerts Team.
Langlebige Rydberg-Atome bei Raumtemperatur erzeugen
„Besonders bemerkenswert ist, dass wir diese Rekord-Ergebnisse bei Raumtemperatur erzielt haben – ganz ohne die bisher übliche Kühlung mit kostspieligem flüssigem Helium“, erläutert Meinert. Hierfür entwickelten die Forschenden ein physikalisches Konzept aus den 1980er-Jahren weiter - die Abschirmung störender Wärmestrahlung mithilfe spezieller Metallwände. Denn auch bei normaler Raumtemperatur ist die Umgebung nicht völlig „ruhig“: Jede Oberfläche sendet eine unsichtbare Mikrowellenstrahlung aus, die empfindliche Rydberg-Atome destabilisieren kann. Deshalb wurden solche Experimente bisher in komplexen Kühlsystemen durchgeführt. Das Team platzierte die Atome zwischen zwei transparenten, elektrisch leitfähigen Platten, die die störenden Mikrowellen unterdrücken. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass extrem langlebige Rydberg-Atome auch bei Raumtemperatur möglich sind. Wir haben eine bekannte physikalische Idee so weit perfektioniert, dass sie für moderne Quantenplattformen nutzbar wird,“ erklärt Florian Meinert.
Längere Stabilität ist die Voraussetzung für leistungsfähigere Quantencomputer
„Für die Entwicklung zukünftiger Quantensimulatoren und Quantencomputer könnten diese Fortschritte eine wichtige Rolle spielen“, betont Tilman Pfau. Neutrale Atome in optischen Pinzetten zählen heute zu den vielversprechendsten Plattformen für skalierbare Quantensimulatoren. Die hohe Stabilität der Rydberg-Atome ermöglicht es, Quanteninformationen länger zu erhalten und Wechselwirkungen zwischen Atomen gezielter zu nutzen. Die Forschenden erwarten, dass dadurch Quantencomputer möglich werden, die länger rechnen können und weniger fehleranfällig sind. Mit den erreichten Rekorden besitzt die Universität Stuttgart eine weltweit einzigartige Experimentierplattform für zirkulare Rydberg-Atome. Die Forschenden wollen diese künftig nutzen, um neuartige Quantencomputer, Quantensimulatoren und hochpräzise Quantensensoren zu entwickeln.
Quantenforschung am 5. Physikalischen Institut
Das 5. Physikalische Institut betreibt Grundlagenforschung in der Atom-, Molekül- und Quantenoptik mit besonderem Fokus auf stark wechselwirkende Quantensysteme. Schwerpunkte sind dipolare Quantengase, Supersolidität, Quantenflüssigkeiten sowie ultrakalte und thermische Rydberg-Systeme für Anwendungen in der Quantenwissenschaft und Quantentechnologie. Das Institut ist eingebunden in das Carl-Zeiss-Stiftung Center für Quantenphotonik (CZS Center QPhoton) und das Zentrum für Integrierte Quantenwissenschaft und –Technologie (IQST).
Quantum Technologies
In unserer Reihe "Publikationen kompakt" finden Sie weitere Meldungen, die Forschungserkenntnisse aus Stuttgarter Publikationen greifbar machen.
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