10.9.2026 15:52

Erfolgreiche Bekämpfung der Asiatischen Hornisse in Tirol

Österreich Land Tirol Autor nicht angegeben
Úspěšné zvládnutí Asijské sršní v Tyrolsku zahrnuje odstranění sekundárního hnízda v Kössenu bez použití pesticidů díky novému chemickému postupu s vysokou teplotou (velutina Steam EX). Hlavními důvody zásahu jsou ohrožení místní biodiverzity, včetně včel a dalších opylovačů, a nutnost zabránit dalšímu šíření druhu; veřejnost je nadále vyzývána k hlášení případů výskytu. Postup zahrnuje bezpečnou likvidaci hníz vysokých stromů a vycestování dělnic prostřednictvím odsávání, což umožňuje rychlou a ekologickou eliminaci hníz.
KI-Zusammenfassung

Entfernung des Sekundärnestes im Gemeindegebiet von Kössen (Bezirk Kitzbühel).

  • Ohne Pestizide: Erstmals in Österreich kam neuartiges thermisches Verfahren für die Entfernung des Nestes zum Einsatz
  • Asiatische Hornisse als Gefahr für Landwirtschaft, Naturschutz und Biodiversität
  • Bevölkerung wird weiterhin um Mithilfe gebeten

Ein schwarzer Körper, ein orangefarbenes Band am Hinterleib und schwarze Beine mit auffallend gelben Spitzen: Die gelbfüßige Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) wurde vor zwei Wochen erstmals in Tirol im Gemeindegebiet von Kössen (Bezirk Kitzbühel) entdeckt. Heute, Donnerstag, konnte das dort befindliche Sekundärnest ohne Einsatz von Bioziden bzw. Insektiziden erfolgreich bekämpft und anschließend entfernt werden. Wichtig war dies allen voran, um die heimische Biodiversität – unter anderem Bienen und weitere Insekten – und Landwirtschaft zu schützen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Neues Verfahren zur Bekämpfung setzt auf heiße Dämpfe

„velutina Steam EX“ heißt das neuartige thermische Verfahren, das heute in Kössen erstmals in Österreich zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse eingesetzt wurde. Durchgeführt wurde die Bekämpfung unter der Federführung des Pflanzenschutzdienstes des Landes Tirol von Harald Wiedemann, einem ausgewiesenen Praktiker und Fachberater mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit der Asiatischen Hornisse und der Entfernung ihrer Nester. Mithilfe eines vom Boden aus eingesetzten Rohrsystems wurde das hoch in einem Baum gelegene Nest mit heißem Dampf behandelt. Erwachsene Hornissen und die im Nest befindliche Brut werden durch die Hitze abgetötet.

„Das Verfahren kommt ohne Biozide bzw. Insektizide aus und ermöglicht die Behandlung auch von hoch in Bäumen gelegenen Sekundärnestern. Nach der thermischen Behandlung können zurückkehrende Arbeiterinnen über dasselbe Rohrsystem abgesaugt und das Nest anschließend entfernt werden“, betont Wiedemann. Das System habe sich bereits in Deutschland bewährt: „Für Österreich bietet dieser Einsatz eine gute Gelegenheit, praktische Erfahrungen mit der Bekämpfung eines hoch gelegenen Sekundärnestes zu sammeln und sich unmittelbar mit den technischen und organisatorischen Anforderungen einer Nestentfernung auseinanderzusetzen.“

Frühzeitiges Handeln gegen weitere Ausbreitung

„Eine Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist notwendig, da sie insbesondere für Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insekten eine ernstzunehmende Gefahr darstellt“, erklärt Andreas Tschöll, Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes. Im Spätsommer und Frühherbst kann ein Volk bis zu 2.000 Tiere umfassen. In dieser Zeit können die Hornissen täglich mehrere hundert Honigbienen erbeuten – insgesamt bis zu elf Kilogramm Insekten pro Saison. Mit der weiteren Ausbreitung der Art sind zudem Fragen des Natur- und Biodiversitätsschutzes, der Landwirtschaft – insbesondere des Obstbaus – sowie der öffentlichen Sicherheit verbunden.

„Die aktuelle Entwicklung in Deutschland zeigt, wie rasch sich die Art nach ihrer Etablierung ausbreiten kann. In Baden-Württemberg ist sie mittlerweile großflächig verbreitet, Nachweise reichen zunehmend auch in Richtung Bayern. Deshalb ist es für uns wichtig, bereits jetzt praktische Erfahrungen aufzubauen und geeignete Strukturen und Methoden für künftige Fälle kennenzulernen“, erklärt Tschöll.

Sichtungen weiterhin umgehend melden

Beim aktuellen Fund in Kössen gehen die ExpertInnen zwar von einer Verschleppung einer Königin durch den Menschen aus. „Unabhängig davon muss man sich darauf einstellen, dass die Asiatische Hornisse aufgrund ihrer fortschreitenden Ausbreitung in Mitteleuropa künftig auch Österreich auf natürlichem Weg erreichen und sich hier etablieren kann“, betont Tschöll, dass es deshalb umso wichtiger ist, mögliche Funde frühzeitig zu erkennen und zu melden.

Wer eine Asiatische Gelbfuß-Hornisse oder ein Nest entdeckt, wird ersucht, den Fund umgehend zu melden – idealerweise zusammen mit einem gut erkennbaren Foto des Insekts, das dies die Bestimmung und Abklärung erheblich erleichtert. Dies ist beim Amt der Tiroler Landesregierung, über das zentrale Velutina-Meldeportal oder bei der zuständigen Gemeinde möglich:

  • Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz: [email protected]
  • Zentrales Velutina-Meldeportal (Biene Österreich und Landwirtschaftskammern): www.bienengesundheit.at/vespa-velutina,
  • Zuständige Gemeinde

 

Über die Asiatische Hornisse

Für den Umgang vor Ort gelten folgende Sicherheitsregeln:

  • Abstand zum Tier bzw. Nest halten
  • Hektische Bewegungen oder Erschütterungen in Nestnähe vermeiden
  • Nest keinesfalls selbst entfernen
  • Auf den Einsatz von Hornissenfallen oder Wespensprays verzichten, da dies zu unkontrollierten Reaktionen führen kann

Die Asiatische Hornisse lässt sich vor allem anhand ihrer Färbung erkennen. Während die Europäische Hornisse einen rotbraunen Kopf sowie einen rotbraun-schwarzen Brustbereich besitzt, sind diese Körperpartien bei der Asiatischen Hornisse überwiegend schwarz. Ihr Hinterleib ist größtenteils schwarz und weist lediglich ein breites orangefarbenes Band auf. Ein weiteres typisches Erkennungsmerkmal sind die auffallend gelben Beine. Zudem ist die Asiatische Hornisse im Unterschied zur einheimischen Art nicht nachtaktiv.

https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/erfolgreiche-bekaempfung-der-asiatischen-hornisse-in-tirol