Erfolgreicher Testflug von Isar Aerospace
Isar Aerospace hat mit dem erfolgreichen Qualifikationsflug der Trägerrakete Spectrum einen historischen Meilenstein für private europäische Raumfahrt erreicht: Die zweistufige Rakete hat orbitale Leistungsfähigkeit demonstriert und könnte künftig bis zu 1.000 Kilogramm Nutzlast in niedrigen Erdorbit transportieren. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger betont die Bedeutung für Europa, den Raumfahrtstandort Bayern und die europäische Unabhängigkeit in Kommunikation, Erdbeobachtung und Sicherheit, und hebt die Unterstützung durch ESA-Programme sowie Bayerns Förder- und Investitionsmaßnahmen hervor, die Isar Aerospace auf dem Weg zur Serienfertigung begleiten. Die Entwicklung von Isar Aerospace wird als Bayerns Erfolgsgeschichte dargestellt, verknüpft mit einem breiten regionalen Raumfahrt-Ökosystem und dem Ziel, neue Startkapazitäten stärker europaweit nutzbar zu machen.
MÜNCHEN Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gratuliert dem bayerischen Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace zum erfolgreichen Qualifikationsflug seiner Trägerrakete „Spectrum“: „Isar Aerospace hat europäische Raumfahrtgeschichte geschrieben. Erstmals hat ein privatwirtschaftlich entwickeltes Trägersystem eines europäischen Unternehmens den Orbit erreicht. Ich gratuliere den Gründern und dem gesamten Team zu dieser herausragenden Leistung. Sie ist Ergebnis langjähriger intensiven Entwicklung, verbunden mit viel Hartnäckigkeit und dem Willen zum Erfolg. Isar Aerospace hat nach dem ersten Testflug konsequent weitergearbeitet und nun bewiesen, dass eine in Bayern entwickelte und gebaute Rakete den Weltraum erreichen kann. Das ist ein historischer Erfolg für Isar Aerospace, für den Raumfahrtstandort Bayern und für ganz Europa.“ Die Rakete startete am 5. September 2026 um 22.12 Uhr vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya und erreichte erstmals den Orbit. An Bord befanden sich fünf Kleinsatelliten sowie ein technologisches Experiment.
Der erfolgreiche Qualifikationsflug demonstrierte die orbitale Leistungsfähigkeit der zweistufigen Rakete. „Spectrum“ absolvierte dabei unter anderem die Stufentrennung, die Zündung der zweiten Stufe und das abschließende Zirkularisierungsmanöver. Im regulären Betrieb soll die 28 Meter lange Rakete bis zu 1.000 Kilogramm Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit transportieren können. Damit bietet sie insbesondere für kleine und mittlere Satelliten eine flexible europäische Startmöglichkeit.
Aiwanger: „Ein souveränes und resilientes Europa muss seine Satelliten auch mit eigenen Trägersystemen ins All bringen können. Kommunikation, Erdbeobachtung, Katastrophenschutz und Sicherheit sind zunehmend auf leistungsfähige Weltrauminfrastrukturen angewiesen. Mit ‚Spectrum‘ steht hierfür nun eine privatwirtschaftlich entwickelte europäische Alternative zur Verfügung. Der European Launcher Challenge und die damit verbundenen finanziellen Zusagen der ESA und der betroffenen ESA-Mitgliedsländer wie Deutschland sind wichtige Schritte, um die Entwicklungen konsequent weiter voranzutreiben. Entscheidend ist jetzt, dass Europa seine neuen Fähigkeiten auch durch konkrete Startaufträge nutzt und den Unternehmen eine verlässliche Nachfrageperspektive bietet. Auch Startplätze auch dem europäischen Kontinent müssen von der EU aktiv unterstützt werden.“
Die Entwicklung von Isar Aerospace ist eine bayerische Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen wurde 2018 von drei Studenten aus dem Umfeld der Technischen Universität München gegründet und in seiner frühen Entwicklung unter anderem durch das ESA Business Incubation Centre Bavaria begleitet. Am Standort Parsdorf baut das Unternehmen eine hochautomatisierte Serienfertigung mit einer perspektivischen Kapazität von bis zu 40 Raketen pro Jahr auf.
Isar Aerospace ist zugleich Teil eines breit aufgestellten bayerischen Raumfahrtökosystems. Universitäten und Forschungseinrichtungen wie die Technische Universität München, die Universität der Bundeswehr München, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen, mehrere Fraunhofer-Institute und Munich Aerospace bringen wissenschaftliche Exzellenz, hoch qualifizierte Fachkräfte und technologische Kompetenz ein. Gemeinsam mit etablierten Raumfahrtunternehmen, spezialisierten mittelständischen Betrieben und einer wachsenden New-Space-Szene deckt Bayern wesentliche Teile der Raumfahrtwertschöpfungskette ab.
Aiwanger: „Der Weg von der studentischen Initiative bis zur industriellen Serienfertigung zeigt, was unser bayerisches Innovationsökosystem leisten kann. Hier greifen exzellente Wissenschaft, mutige Gründer, industrielle Erfahrung und privates Kapital ineinander. Der Freistaat unterstützt diesen Weg gezielt: Das Bayerische Wirtschaftsministerium begleitet Isar Aerospace bei innovativen Verbundforschungsvorhaben mit dem Förderprogramm für Raumfahrtforschung. Über Bayern Kapital ist der Freistaat zudem seit 2023 als Beteiligungsinvestor engagiert. Seit 2018 haben wir insgesamt rund 250 Millionen Euro für verschiedene Raumfahrtförderprogramme bereitgestellt. Unser Ziel ist klar: Zukunftstechnologien sollen in Bayern nicht nur erforscht, sondern auch industrialisiert und erfolgreich auf den Weltmarkt gebracht werden.“
Ansprechpartnerin:
Tanja Gabler
Stv. Pressesprecherin
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