4.8.2026 16:34

Die agrarökologische Leistung kleinbäuerlicher Betriebe

Deutschland Justus-Liebig-Universität Gießen Autor nicht angegeben
Die Justus-Liebig-Universität Gießen koordiniert das MultiCAS-Konsortium zur Entwicklung eines multidimensionalen Instruments zur Bewertung der agrarökologischen Leistungsfähigkeit kleiner, lokal vernetzter Betriebe in Living Labs in Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien und der Türkei. Dabei wird das FAO-Tool TAPE weiterentwickelt, um regionale Bedingungen besser abzubilden und Maßnahmen zur agrarökologischen Transformation abzuleiten. Das Vorhaben wird vom BMFTR und der EU gefördert und fokussiert auf kurze Lebensmittelversorgungsketten, Zusammenarbeit von Erzeugern und Verbrauchern sowie die Einbindung von Praxisfeedback.
KI-Zusammenfassung

JLU koordiniert das MultiCAS-Konsortium zur Bewertung der agrarökologischen Leistung von Landwirtschaft – Living Lab mit Betrieben der Solidarischen Landwirtschaft.

Industrielle Landwirtschaftsbetriebe mit Monokulturen prägen die europäischen Agrarlandschaften – mit Folgen wie dem Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltbelastungen. Kleinbäuerliche, lokal vernetzte Betriebe können diesem Trend entgegenwirken und die Agrobiodiversität stärken. Ihr Beitrag zur agrarökologischen Transformation ist jedoch bislang nur unzureichend erforscht. Im Projekt  MultiCAS („Multi-dimensional performance assessment of complex agroecological systems“) entwickeln Forschende unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ein multidimensionales Instrument zur Bewertung der agrarökologischen Leistungsfähigkeit. Sie berücksichtigen dabei lokale ökologische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und werden auch Maßnahmen zur Förderung der agrarökologischen Transformation identifizieren. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das im Juni gestartete Projekt für drei Jahre mit rund 330.000 Euro, kofinanziert wird es durch die Europäische Union (EU) im Rahmen der Agroecology Partnership.

Der Fokus bei MultiCAS liegt auf kleinbäuerlichen Betrieben, die in kurze Lebensmittelversorgungsketten mit engen Beziehungen zwischen Erzeugerinnen und Erzeugern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern eingebunden sind. Das von der Welternährungsorganisation FAO entwickelte Bewertungstool TAPE (Tool for Agroecological Performance Evaluation) wird dabei praxisnah weiterentwickelt, um die Landwirtschaft besser an regionale Bedingungen anpassen zu können. In einem gemeinschaftlichen Prozess mit Landwirtschaft, Politik sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern entstehen in Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien und der Türkei sogenannte Living Labs als Testfelder für die Praxis. Das deutsche Living Lab wird von Forschenden der JLU in Hessen eingerichtet und mehrere Betriebe der Solidarischen Landwirtschaft umfassen.

Die JLU ist im Projekt MultiCAS durch Dr. Wiebke Niether, Jocelyn Parot und Anna Schmidt (alle von der Professur für Ökologischen Landbau) vertreten, unterstützt vom Zentrum für nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE) und dessen Koordinatorin Dr. Irina Solovieva. An der JLU ist das Arbeitspaket angesiedelt, das Indikatoren für agrarökologische Leistungsfähigkeit entwickelt. Dafür nutzen die Forschenden neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch das Feedback von Partnerinnen und Partnern aus der Praxis.

An MultiCAS beteiligt sind neben der federführenden JLU die Universität Bologna (Italien), der Universität Côte d’Azur (Frankreich), das International Network for Community Supported Agriculture URGENCI (Frankreich), die Universität von Ljubljana (Slowenien), die Cankaya Universität sowie die Four Seasons Ecological Living Association (beide Türkei).

Weitere Informationen

Projekt MultiCAS

Kontakt

Jocelyn Parot
Professur für Ökologischen Landbau
E-Mail: [email protected]

 

https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm113-26multicaskonsortium

Autor
Unternehmen / Organisation
Justus-Liebig-Universität Gießen
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