Expertise für Endometriose
Erlanger Wissenschaftlerin mit Endometriose-Forschung im Finale des Nachwuchswettbewerbs der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie.
Heftige Menstruationskrämpfe, chronische Unterleibsschmerzen oder Probleme beim Toilettengang – Symptome wie diese schränken die Lebensqualität von Frauen mit Endometriose oft stark ein. Eine interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, wie sie im Schmerzzentrum des Uniklinikums Erlangen angeboten wird, soll Betroffene dabei unterstützen, besser mit ihren Beschwerden umzugehen und Lebensqualität zurückzugewinnen. Doch wie gut gelingt es den Patientinnen nach der dreiwöchigen teilstationären Behandlung, die erlernten Strategien in ihren Alltag zu übertragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Sophie Schäfer, Psychologie-Studentin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ehemalige Forschungspraktikantin an der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Uniklinikums Erlangen im Rahmen ihrer Masterarbeit. Außerdem untersuchte sie, welche Patientinnen Zugang zu spezialisierten Therapieangeboten erhalten. Mit ihrer Forschung erreichte sie das Finale des Wettbewerbs „From Pitch to Publication: Forschungswettbewerb für Early Career Researchers“ der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie e. V. (DGMP).
Die Ergebnisse der Forschungsarbeit deuten darauf hin, dass depressive Beschwerden, Ängste und Stresserleben nach der Behandlung in einem spezialisierten Setting abnehmen. Auch die körperliche und psychische Lebensqualität der Patientinnen ist sechs Monate nach dem Therapieende verbessert. „Frauen mit Endometriose-assoziierten Schmerzen können womöglich langfristig von der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie profitieren. Das kann vielen Betroffenen Hoffnung geben“, so Sophie Schäfer. Zugleich zeigt die Untersuchung aber auch, dass der Zugang zu dieser Behandlungsform nicht nur von medizinischen Faktoren, sondern möglicherweise auch von sozialen Merkmalen wie Alter, Personenstand, Grad der Behinderung oder dem Zusammenleben mit Kindern beeinflusst wird. „Aus diesen Erkenntnissen könnten Maßnahmen abgeleitet werden, die künftig möglichst allen Betroffenen den Zugang zu spezialisierten Therapieangeboten erleichtern“, erläutert die Erlanger Nachwuchswissenschaftlerin.
Sophie Schäfer analysierte in ihrer Masterarbeit klinische Routinedaten von Menschen mit Endometriose-assoziierten Unterbauchschmerzen. Betreut wurde sie dabei von PD Dr. André Kratzer und Prof. Dr. Carolin Donath aus dem Bereich Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Psychiatrie des Uniklinikums Erlangen. Die Daten stammen aus dem Erlanger Schmerzzentrum und wurden in enger Zusammenarbeit mit der geschäftsführenden Oberärztin Dr. Britta Fraunberger und Christa Geiß aufbereitet. „Der Finaleinzug von Sophie Schäfer unterstreicht die hohe wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz dieser Erlanger Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Psychologie und Schmerzmedizin“, betont Prof. Donath.
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