10.6.2026 14:12

KulturreferentInnen tagten in Graz

Österreich Land Tirol Autor nicht angegeben
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Im Rahmen der aktuellen LandeskulturreferentInnenkonferenz, die heute, Mittwoch, in Graz stattfand, brachte das Land Tirol zentrale Anliegen zur Weiterentwicklung des Kunst- und Kulturbereichs ein.

Landeshauptmann Anton Mattle, der als Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz den länderübergreifenden Austausch besonders hervorhebt, nutzte die Gelegenheit, um sich mit den KulturreferentInnen der Bundesländer auszutauschen und rückte dabei insbesondere das Tiroler „Jahr des Ehrenamts“ in den Fokus. In Tirol engagiert sich jede und jeder Zweite ehrenamtlich – vielfach im Kulturbereich. „Gerade im Kunst- und Kulturbereich ist ehrenamtliches Engagement von unschätzbarem Wert – etwa im Traditionswesen, in Museen, Bibliotheken und bei Kulturinitiativen. Ohne diesen Einsatz wäre vieles in der heutigen Form schlichtweg nicht möglich“, betonte LH Mattle. Das Land Tirol brachte zwei Anträge ein: das „Jahr des Ehrenamts“ sowie die „Vertrauensstelle vera*“.

Jahr des Ehrenamts 2026: Tirol setzt Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Tiroler Landesregierung hat die Vorhaben im Jahr des Ehrenamts in einer Ehrenamtscharta festgehalten. Dazu zählt die Stärkung der Rechtssicherheit und des Schutzes von Ehrenamtlichen sowie die Bündelung von Service-, Beratungs- und Weiterbildungsangeboten. „Ziel ist es, das Bewusstsein für ehrenamtliches Engagement zu schärfen, Nachwuchs zu gewinnen und die Inklusion in der Freiwilligenarbeit zu fördern“, unterstrich LH Mattle. Eine landesweite Kampagne unter dem Motto „Komm in die Gruppe! Ehrenamt? Ehrensache!“ begleitet das Jahr, um Wertschätzung zu zeigen und neue Freiwillige zu motivieren.

Gleichzeitig hob LH Mattle hervor, dass professionelle Strukturen mit fair entlohnten hauptamtlichen MitarbeiterInnen unerlässlich sind, um die Vielfalt und Qualität des kulturellen Angebots zu sichern. „Ehrenamtliche Tätigkeit kann das professionelle Kunst- und Kulturschaffen bereichern, aber nicht ersetzen“, so LH Mattle.

MuseumskoordinatorInnen

Die Bedarfserhebung des Museumsbundes zu regionalen „MuseumskoordinatorInnen“, die bei der letztjährigen LandeskulturreferentInnenkonferenz beschlossen und von den Ländern mitfinanziert wurde, ist mittlerweile abgeschlossen; der Bericht liegt vor. Empfohlen wird ein modulares System, das – je nach Bedarf und Budget – schrittweise umgesetzt werden kann. „Um die vielen Ehrenamtlichen im Museumswesen zu halten, braucht es mehr Unterstützung. Durch die Neubesetzung der Museumsservicestelle haben wir auf Landesebene schon einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Service- und Beratungsleistungen für die regionalen Museen gesetzt. Diesen Weg wollen wir fortsetzen, um das große Potenzial unserer Museumslandschaft noch besser zur Entfaltung zu bringen“, erläutert LH Mattle.

Vertrauensstelle vera*: Präsenz in den Bundesländern ausbauen

vera* unterstützt und berät Betroffene von Machtmissbrauch, Belästigung und Gewalt im Kunst- und Kulturbereich und trägt zur Prävention und Bewusstseinsbildung bei. Bislang ist vera* außerhalb Wiens jedoch kaum sichtbar. Um österreichweit einen nachhaltigen Wandel zu bewirken, fordert LH Mattle, das Beratungs- und Informationsangebot von vera* durch gezielte Maßnahmen wie Workshops, Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote vor Ort zu stärken.

Residency-Programm für Kulturschaffende

Bereits seit 2024 kooperiert das Land Tirol erfolgreich mit dem BMEIA: 2024 fand ein Residency-Programm zum Themenschwerpunkt „Olympic Legacy“ im Bereich Architektur am Österreichischen Kulturforum in Sarajewo statt; 2025 folgte ein Residency-Programm im Bereich Bildende Kunst in Kooperation mit dem Österreichischen Generalkonsulat in Krakau, 2026 erneut in Krakau mit dem Fokus auf Literatur. „Diese Zusammenarbeit funktioniert hervorragend und soll auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden“, sagte LH Mattle.


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