Freiwillige im Einsatz für den Amphibienschutz
Rankweil (VLK) – „Wo tausende Kröten und andere Amphibien unterwegs zu ihren Laichgewässern Straßen queren, braucht es Menschen, die hinschauen und mitanpacken. Rund 130 Ehrenamtliche haben in den vergangenen Wochen bei jedem Wetter mitgeholfen, die Tiere sicher über die Straßen zu bringen. Dieses Engagement ist für den Amphibienschutz in Vorarlberg von unschätzbarem Wert“, betonte Landesrat Christian Gantner gestern Abend (26. Mai) im Landesforstgarten in Rankweil. Nachdem die diesjährige Amphibienwanderung und damit die intensive Schutzsaison erfolgreich abgeschlossen werden konnte, luden Landesrat Gantner und die Abteilung Umwelt- und Klimaschutz die Ehrenamtlichen im Rahmen eines gemeinsamen Grillfestes zum Austausch und gemütlichen Miteinander ein. Im Mittelpunkt stand die Anerkennung für das freiwillige Engagement.
Heuer waren landesweit rund 160 Personen für den Schutz der Amphibien im Einsatz, davon rund 130 Personen ehrenamtlich. Die Helferinnen und Helfer haben 35 Zugstellen im ganzen Land betreut und sichteten während ihrer Einsätze vor allem Grasfrösche, Erdkörten und Bergmolche. Alleine an der Zugstelle Levner Weiher in Feldkirch wurden über 2.400 Erdkröten gezählt und gerettet. Je nach Höhenlage und Standort fanden die Laichwanderungen zwischen Mitte Februar und Anfang Mai statt – die ersten Wanderaktivitäten ereigneten sich heuer in Koblach und Feldkirch, die letzen an der höchstgelegenen Zugstelle in Warth.
Amphibien wie der Feuersalamander oder der kleine Wasserfrosch gehören zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen. Der Aufbau von mobilen Zaunanlagen und Leitsystemen an Straßen, die entlang der wichtigsten Zugstellen verlaufen, soll die Tiere bei der – oftmals massenhaften – Wanderung zu ihren Laichplätzen unterstützen. Auch Hinweisschilder machen auf das Wandergeschehen aufmerksam. Erdkröten brauchen zum Überqueren einer zweispurigen Straße rund 15 bis 20 Minuten und sind in dieser Zeit besonders schutzbedürftig. Von den 14 in Vorarlberg vorkommenden Amphibienarten und einer weiteren Hybrid-Art gelten vier als vom Aussterben bedroht, weitere sieben Arten gelten als unterschiedlich gefährdet.
Das Land Vorarlberg führt das Amphibienschutz-Programm gemeinsam mit den Gemeinden und Städten, den Straßenmeistereien, dem Umweltbüro Grabher, der Fa. Gabriel und vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern durch. Die Koordinierungsstelle Amphibienschutz übernimmt die Koordinierung und Vernetzung der beteiligten Stellen und Personen. Ziel ist es, den Erhalt gefährdeter Arten durch gezielte Maßnahmen wie Amphibienschutzzäune, Informationsarbeit und Lebensraumverbesserungen langfristig zu sichern.
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