21.5.2026 15:48

Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Helsingborg und Prag

Deutschland Auswärtiges Amt Autor nicht angegeben
KI-Zusammenfassung

Vor seiner Abreise zum NATO-Außenministertreffen in Helsingborg und GLOBSEC Forum in Prag erklärte Außenminister Wadephul heute (21. Mai 2026) in Berlin:

Mit den historischen Gipfelbeschlüssen aus Den Haag haben die NATO-Alliierten im vergangenen Jahr das Bekenntnis zum transatlantischen Bündnis kraftvoll erneuert und die Weichen für eine NATO 3.0 gestellt. Genau darauf bauen wir jetzt auf, wenn wir in Schweden, dem jüngsten NATO-Mitglied, den NATO-Gipfel in Ankara vorbereiten. Wir wollen eine stärkere NATO mit einer größeren Rolle Europas, wir wollen den Frieden mit robusterer Abschreckung sichern und wir wollen dafür die Fähigkeiten unserer Industrien durch intensivere Rüstungskooperation bündeln.

Deutschland stellt sich dabei seiner Führungsverantwortung. Wir haben uns als Erste klar zum 5 %-Ziel bekannt und wollen dieses Ziel und die damit einher gehende Stärkung unserer Verteidigungsfähigkeit so schnell wie möglich erreichen. Dabei ist klar: So wie die europäischen Fähigkeiten steigen, müssen sich die Aufgaben im Bündnis auch verschieben. Unser Ziel ist eine neue Lastenverteilung, die Deutschlands und Europas wirtschaftlichem und militärischem Potenzial entspricht.

Gleichzeitig geht es darum, innerhalb der europäischen Säule der NATO die Prioritäten zu setzen, die unserer Sicherheit in Europa am meisten dienen. Den größten Beitrag zur europäischen Sicherheit außerhalb des Bündnisses erbringt seit mehr als vier Jahren die Ukraine in ihrem heldenhaften Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg. Wie wir die Ukraine bei der Verteidigung der Freiheit in Europa weiter kraftvoll unterstützen und wie wir im Gegenzug auch von den beeindruckenden Errungenschaften der ukrainischen Rüstungsindustrie profitieren können, dazu will ich in Schweden konkrete Vorschläge machen.

Es wird in Helsingborg auch um die Situation im Nahen Osten gehen. Die Lage in der Straße von Hormus betrifft uns alle täglich: an der Zapfsäule, im Handel und in der Industrie. Unsere Anstrengungen, gemeinsam mit den Ländern der Region, gelten der freien, sicheren und gebührenfreien Durchfahrt aller Schiffe und damit der Versorgungssicherheit von Menschen weltweit. Deutschland ist deswegen neben über 30 weiteren Staaten dazu bereit, sich aktiv an internationalen Bemühungen zur Sicherung der Straße von Hormus einzubringen.

Europa hat im Verteidigungsbereich nicht einen, sondern gleich drei Gänge zugelegt – und das keinen Moment zu früh. Auch beim GLOBSEC Forum 2026 in Prag geht es mir darum, mit unseren Freunden und Partnern über die größere Verantwortung Europas in einer neuen globalen Sicherheitsordnung zu diskutieren.



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