18.5.2026 16:53

Bundeswehr unterstützt NATO-Luftverteidigung an der Südostflanke

Deutschland Bundesministerium für Verteidigung Autor nicht angegeben
Die Bundeswehr wird ab Ende Juni 2026 mit einer PATRIOT Air and Missile Defence Task Force (AMD TF) in der Türkei die integrierte NATO-Luftverteidigung an der Südostflanke unterstützen. Der Einsatz umfasst eine PATRIOT-Feuereinheit sowie rund 150 Soldatinnen und Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 aus Husum und soll bis September 2026 dauern; damit wird eine Einheit unserer US-amerikanischen Partner ablöst. Deutschland leistet damit einen wichtigen Beitrag zur NATO IAMD und arbeitet vor Ort eng mit türkischen und US-amerikanischen Partnern zusammen. Verteidigungsminister Pistorius betonte, dass Deutschland mehr Verantwortung innerhalb der NATO übernimmt und die Zusammenarbeit mit den Alliierte zuverlässig funktioniert.
KI-Zusammenfassung

Die Bundeswehr soll ab Ende Juni 2026 mit einer PATRIOT Air and Missile Defence Task Force (AMD TF) in der Türkei die integrierte NATO-Luftverteidigung an der Südostflanke unterstützen. Der Beitrag ist aktuell bis September 2026 geplant und soll eine PATRIOT-Feuereinheit sowie rund 150 deutsche Soldatinnen und Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 aus Husum umfassen. Die deutsche AMD TF soll eine Einheit unserer US-amerikanischen Partner ablösen.

Damit leistet Deutschland einen wichtigen europäischen Beitrag innerhalb des Verteidigungsbündnisses, auch im Sinne einer fairen Lastenteilung. Der deutsche Beitrag soll in die NATO-Integrated Air- and Missile Defence (NATO IAMD) eingebunden werden. Vor Ort werden unsere Soldatinnen und Soldaten vor allem mit türkischen und US-amerikanischen Partnern zusammenarbeiten.

Dazu Verteidigungsminister Pistorius:

„Deutschland übernimmt mehr Verantwortung innerhalb der NATO. Das tun wir an der Ostflanke, im Hohen Norden - und nun auch für mehrere Wochen in der Türkei an der NATO-Südostflanke. Dass sich unsere Soldatinnen und Soldaten dabei sehr eng mit unseren türkischen und US-amerikanischen Partnern abstimmen, zeigt, wie verlässlich die Zusammenarbeit mit unseren Alliierten funktioniert.

Unsere Luftwaffe leistet dabei großartige, international angesehene Arbeit. Im letzten Jahr waren die Soldatinnen und Soldaten noch in Polen eingesetzt und haben dort den NATO-Logistikknotenpunkt in Rzeszów geschützt. Nun haben sie wieder einmal in nur wenigen Wochen eine große Verlegung in die Türkei vorbereitet. Mit ihrer Professionalität werden sie einen wichtigen Beitrag für den Schutz des NATO-Luftraums leisten. Auf die Flugabwehrraketentruppe ist Verlass.“

Im Zuge des Iran-Konflikts und aus dem Iran abgefeuerter Raketen hatte das Bündnis die NATO-Ballistic Missile Defence als Teil der Integrierten Luftverteidigung in der Türkei, u.a. durch zusätzliche US-Kräfte verstärkt. Die deutsche PATRIOT-Einheit wird nun eine Einheit unserer US-amerikanischen Partner vor Ort ablösen und einen wichtigen Beitrag zur Luftverteidigung leisten.

Hintergrund PATRIOT:

Zuletzt waren PATRIOT-Einheiten von 2013 bis 2015 im Rahmen der NATO-Operation „ACTIVE FENCE“ im türkischen Kahramanmaras stationiert. Fast drei Jahre lang schützten die Flugabwehrraketensysteme der Bundeswehr den NATO-Luftraum an der Grenze zu Syrien.

Die Flugabwehrraketenkräfte PATRIOT der Luftwaffe stellen eine wertvolle und stark nachgefragte Fähigkeit dar. Bereits 2025 waren sie fast ein Jahr lang im polnischen Rzeszów im Einsatz. Der Auftrag umfasste den Schutz des dortigen logistischen Knotenpunktes sowie der polnischen Zivilbevölkerung. In den Vorjahren erfolgten Einsätze in der Slowakei (2022/2023), in Polen (2023) sowie der Schutz des NATO-Gipfels in Litauen (2023).

Eine PATRIOT-Feuereinheit („Kampfstaffel“) besteht aus dem Staffelpersonal, einem Feuerleitstand, einem Multifunktionsradargerät, bis zu acht Startgeräten, einer Stromversorgungsanlage sowie einem Richtfunktrupp mit Antennenmastanlage. Unterstützt wird die Einheit in der Regel durch Stabs- und Unterstützungspersonal.



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