4.11.2026 16:55

Dschingis Khan und die Welt der Mongolen

Německo Deutsches Archäologisches Institut Autor neuveden
Die Sonderausstellung „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ wurde in der James-Simon-Galerie in Berlin eröffnet und ist vom 21. Oktober 2026 bis zum 18. April 2027 zu sehen. Sie zeigt Funde und Forschungsergebnisse aus langjährigen Projekten des Deutschen Archäologischen Instituts in der Mongolei, insbesondere zu Karakorum und dem Orchontal. Die gemeinsam mit mongolischen Forschungseinrichtungen erarbeitete Schau beleuchtet die Geschichte des Mongolenreichs und die archäologische Erforschung des kulturellen Erbes.
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Ausstellung in der James-Simon-Galerie mit Funden und Ergebnissen aus den DAI-Projekten im Orchontal eröffnet.

„Diesmal sind die Mongolen tatsächlich bis nach Berlin gekommen – auf sehr friedliche Weise!“

Mit diesen Worten eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Sonderausstellung „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ des Museums für Vor- und Frühgeschichte in der James-Simon-Galerie in Berlin. Doch im Mittelpunkt steht nicht nur die Geschichte eines der größten Reiche der Weltgeschichte, sondern auch die wissenschaftliche Arbeit, die unser Bild dieser Epoche grundlegend verändert.

Die Sonderausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Khurelsukh Ukhnaa, Präsident der Mongolei, ist seit dem 21. Oktober 2026 zu sehen und läuft bis zum 18. April 2027. Sie entstand in enger Zusammenarbeit deutscher und mongolischer Forschungseinrichtungen und verdeutlicht, welchen zentralen Beitrag Archäologie und die gemeinsame Erforschung der Vergangenheit für die Beziehungen beider Länder leistet.

Ein Herrscher verändert die Welt

In seiner Eröffnungsansprache erinnerte Steinmeier daran, wie nahe die mongolischen Eroberungen Europa kamen. Dschingis Khan einte zu Beginn des 13. Jahrhunderts die mongolischen Stämme und legte den Grundstein für eines der größten zusammenhängenden Reiche der Geschichte. Seine Feldzüge brachten Gewalt, Zerstörung und unermessliches Leid. Gleichzeitig veränderte die Ausdehnung des Reiches die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Asien und Europa nachhaltig. Die Schlacht bei Liegnitz im Jahr 1241, im heutigen Polen, markierte den westlichsten Punkt der mongolischen Feldzüge – nur rund 240 Kilometer von Berlin entfernt.

Die Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts in der Mongolei

In der Ausstellung werden zahlreiche Funde gezeigt und wissenschaftliche Ergebnisse thematisiert, die im Zuge der langjährigen wissenschaftlichen Forschungen des DAI in der Mongolei entstanden. Die Forschungen der KAAK in der Mongolei unter der Leitung von Christina Franken gehören zu den wichtigsten langfristigen Projekten des DAI in Zentralasien und untersuchen die Steppenreiche Zentralasiens mit Blick auf ihre Mobilität, Urbanisierung und Herrschaftsbildung. Im Fokus stehen Karakorum und das Orchontal. Mithilfe archäologischer Ausgrabungen und Drohnenkartierungen werden historische Stadtstrukturen erforscht, dokumentiert und durch Kulturerhalt sowie digitale Rekonstruktionen für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Ausgangspunkt für die Ausstellung war der Staatsbesuch Steinmeiers in der Mongolei anlässlich von 50 Jahren diplomatischer Beziehungen. Die Gesamtleitung liegt bei Matthias Wemhoff, dem Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte, der das Projekt gemeinsam Chuluun Sampildondov, dem Direktor des Chinggis Khaan National Museum maßgeblich vorantrieb. Die Schau macht die Ergebnisse gemeinsamer internationaler Forschungsarbeit einem breiten Publikum zugänglich und unterstreicht die Bedeutung der länderübergreifenden Wissenvermittlung für die Erforschung und Bewahrung kulturellen Erbes.

Eine Brücke zwischen Deutschland und der Mongolei

Für Steinmeier liegt die Bedeutung der Ausstellung in der Begegnung mit einer zunächst fremden Kultur. Trotz aller Unterschiede können wir darin allgemeingültige Erfahrungen des Menschen wiedererkennen: Liebe und Schmerz, Stolz und Trauer, Hoffnung und Verzweiflung.

So lädt „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ dazu ein, vertraute Geschichtsbilder zu hinterfragen und neue Perspektiven auf die Verbindungen zwischen Asien und Europa zu gewinnen. Die Mongolen sind in Berlin angekommen – nicht mit ihren Heeren, sondern mit den Zeugnissen ihrer Geschichte. Und diese erzählt nicht nur von Macht und Eroberung, sondern auch von Austausch, Begegnung und der gemeinsamen Geschichte der Menschheit.



https://www.dainst.org/newsroom/dschingis-khan-und-die-welt-der-mongolen/954
Autor
Společnost / Organizace
Deutsches Archäologisches Institut
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