28.10.2026 15:26

Die FAU Awards 2026

Německo Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Autor neuveden
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg verlieh am 27. Oktober 2026, eine Woche vor ihrem Dies academicus, die FAU Awards an Personen und Projekte, die sich für die Universität, Wissenschaft und gesellschaftliche Anliegen engagieren. Zu Ehrensenatoren wurden Dr. Michael Mihatsch und Hans Wormser ernannt, Prof. Dr. Alla Paslawska wurde FAU-Botschafterin; außerdem wurden unter anderem Gleichstellungs- und Lehrprojekte, internationale Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Nachhaltigkeitsinitiativen ausgezeichnet. Die Ehrungen umfassten auch Habilitations- und Lehrpreise sowie die Verdienstmedaille der FAU.
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Auch 2026 ehrt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Vorfeld des Dies academicus, ihrem Gründungstag, mit den FAU Awards Menschen, die sich in besonderer Weise für die FAU engagieren und ihre Entwicklung mitgestalten. Die FAU Awards wurden dieses Jahr am 27. Oktober, eine Woche vor dem Dies academicus, verliehen. Weitere Informationen zum Jubiläum der FAU finden Sie unter www.dies.fau.de.

Ehrung für verdiente Persönlichkeiten und wissenschaftliche Leistungen an der FAU

Würde eines Ehrensenators

Die Würde eines Ehrensenators bzw. einer Ehrensenatorin ist die höchste Auszeichnung der Universität. Dieses Jahr erhalten sie Dr. Michael Mihatsch und Hans Wormser.

Dr. Michael Mihatsch leitete von 2015 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2026 die Abteilung für Universitäten und Hochschulmedizin im Bayerischen Wissenschaftsministerium. Er war ein herausragender Unterstützer der FAU. Mit seinem Einsatz schuf er wichtige Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung der Universität. In seiner langjährigen Tätigkeit als Ministerialdirigent begleitete und förderte er zentrale wissenschaftspolitische und bauliche Vorhaben der Universität. Dazu zählen der zweite Bauabschnitt der Chemie, die Entwicklung des Himbeerpalasts und des neuen Hörsaalzentrums sowie die Sicherung zusätzlicher Entwicklungsflächen im Süden Erlangens. Auch die Umsetzung der Hightech Agenda Bayern an der FAU unterstützte er entscheidend.

Der Unternehmer Hans Wormser ist ein international tätiger Speditions- und Logistikunternehmer. Das von ihm geführte Unternehmensnetzwerk beschäftigt mehr als 500 Mitarbeitende an 15 Standorten in vier Ländern. Seit vielen Jahren unterstützt er die FAU und das Universitätsklinikum Erlangen durch Deutschlandstipendien für Studierende sowie Forschungsförderungen in der Psychologie, der Demenzforschung und der Kinderherzmedizin. Darüber hinaus engagiert er sich für das Kinderpalliativzentrum des Universitätsklinikums. Seine Förderung kommt verschiedenen Fakultäten zugute und stärkt sowohl den wissenschaftlichen Nachwuchs als auch die interdisziplinäre Forschung an der FAU. Insgesamt hat er Universität und Universitätsklinikum bislang mit über 250.000 Euro unterstützt.

FAU-Botschafterin

Zur FAU-Botschafterin wurde dieses Jahr Prof. Dr. Alla Paslawska ernannt. Sie ist Leiterin des Lehrstuhls für Interkulturelle Kommunikation und Translationswissenschaft an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw sowie Präsidentin des Ukrainischen Deutschlehrer- und Germanistenverbandes. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die ukrainische Frauenliteratur und deren Übersetzung ins Deutsche, die Exilliteratur sowie inter- und transkulturelle Beziehungen mit Fokus auf die Geschichte der Deutschen in der Ukraine. Mit ihrem wissenschaftlichen Renommee verbindet sie einen starken Einsatz für den deutsch-ukrainischen Austausch und ein Europa, das durch Bildung und Sprache zusammengehalten wird. Ihr Wirken ist damit eine hervorragende Basis, um die enge Vernetzung zwischen der FAU und den ukrainischen Partneruniversitäten nachhaltig zu stärken.

Renate-Wittern-Sterzel-Preis

Mit dem Renate-Wittern-Sterzel-Preis würdigt die FAU Ideen und Projekte in Forschung und Lehre, welche zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie zu mehr Diversität an der Universität beitragen. Dieses Jahr geht der Preis an das Projekt „EMPOWER – Early MINT Participation and Orientation through Women’s Engagement in Research“ und das Lehrprojekt „Zwischen TikTok und Theologie – ein Lehrprojekt zum Umgang mit christlich-fundamentalistischen Social-Media-Inhalten“.

Projekt „EMPOWER – Early MINT Participation and Orientation through Women’s Engagement in Research“

Prof. Dr. Marcus Halik vom Lehrstuhl für Polymerwerkstoffe und das Team der Forschungsgruppe Organic Materials & Devices (OMD) im Bereich der „Material Science“ in (Werkstoffwissenschaften) eröffnen mit dem Projekt „EMPOWER – Early MINT Participation and Orientation through Women’s Engagement in Research“ neue Zugänge zur Wissenschaft. Das Projekt ermöglicht Studierenden, insbesondere Frauen, frühzeitig und langfristig am Forschungsalltag teilzunehmen, eigene Forschungsaufgaben zu übernehmen und praktische Laborerfahrung zu sammeln. Zugleich schafft EMPOWER ein nachhaltiges Netzwerk, fördert den Austausch zwischen den Teilnehmenden und trägt dazu bei, Frauen in den MINT-Fächern sichtbarer zu machen und ihre Vorbildfunktion für Schülerinnen und jüngere Studierende hervorzuheben.

Lehrprojekt „Zwischen TikTok und Theologie – ein Lehrprojekt zum Umgang mit christlich-fundamentalistischen Social-Media-Inhalten“

Lara Hönig setzt sich mit ihrem Lehrprojekt „Zwischen TikTok und Theologie“ mit der Verbreitung christlich-fundamentalistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen und deren Einfluss auf die religiöse Urteilsbildung Jugendlicher auseinander. Das Lehrprojekt fördert die Medienkompetenz junger Menschen, indem es sie dabei unterstützt, manipulative Kommunikationsstrategien und diskriminierende Geschlechterrollen zu erkennen und unterschiedliche religiöse Positionen kritisch zu hinterfragen. Durch die Entwicklung nachhaltiger Unterrichtsmaterialien und die Einbindung von Lehrkräften soll das religionsdidaktische Konzept langfristig in der Bildungsarbeit verankert werden.

Preise der Hans-Wilhelm und Helga Schüßler-Stiftung und des DAAD

Internationale Studierende, die in Deutschland durch herausragende akademische Leistungen und bemerkenswertes interkulturelles oder gesellschaftliches Engagement auf sich aufmerksam machen, werden an der FAU mit dem Hans-Wilhelm und Helga Schüßler-Preis und dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD-Preis) ausgezeichnet. Der Schüßler-Preis geht dieses Jahr an Lucía Soler Arteaga und den DAAD-Preis erhält Tanmay Ulhas Naphe.

Der Schüßler-Preis geht an Lucía Soler Arteaga für ihre herausragende Masterarbeit am Department Artificial Intelligence in Biomedical Engineering. Sie entwickelte ein kamerabasiertes System, das einen winzigen Trokar im Auge erkennt und die präzise Positionierung einer Nadel durch einen Roboter ermöglicht. Dafür kombinierte sie Deep Learning, dreidimensionale Bildverarbeitung und Robotik zu einem funktionierenden Gesamtsystem, das einen wichtigen Beitrag zur robotergestützten Chirurgie und zur intelligenten, adaptiven und autonomen Unterstützung chirurgischer Aufgaben leistet. Ihre Arbeit wurde mit der Note 1,0 bewertet, eine Fachpublikation ist geplant. Neben ihrer wissenschaftlichen Leistung zeichnet sie sich durch großes Engagement, Selbstständigkeit und ihre hilfsbereite Zusammenarbeit im internationalen Team aus.

Mit dem DAAD-Preis wird der indische Masterstudent Tanmay Ulhas Naphe ausgezeichnet. Seit April 2023 studiert er an der FAU Elektromobilität und forscht an der Schnittstelle von Maschinenbau, Automatisierung, Elektronik und digitaler Fertigung. Seine wissenschaftliche Arbeit zur Integration elektrischer Funktionen in Bauteile wurde auf dem Internationalen MID-Kongress mit dem Best Paper Process Award ausgezeichnet. Auch außerhalb der Universität engagiert er sich für die Gemeinschaft: Im Zentrum für Austausch und Machen (ZAM) in Erlangen sowie im FabLab an der Technischen Fakultät der FAU unterstützt er ehrenamtlich Projekte. Zudem fördert er den interkulturellen Austausch, indem er einer internationalen Bouldergruppe in Nürnberg das indische Ganesh-Fest nähergebracht hat.

Verdienstmedaille der FAU

Die Medaille für besondere Verdienste um die FAU verleiht die Universität in diesem Jahr an zwei Personen: Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll und Prof. Dr. Boris Dreyer.

Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll prägte die FAU über Jahrzehnte durch ihre herausragende Forschung zur Anatomie des Auges und zu Glaukomerkrankungen. 1984 wurde sie als Ordinaria für Anatomie an die FAU berufen und baute den zweiten Anatomischen Lehrstuhl zu einem international renommierten Forschungsstandort aus. Als langjährige Leiterin des Sonderforschungsbereichs „Glaukome einschließlich Pseudoexfoliations-Syndrom“ leistete sie wichtige Beiträge zur internationalen Augenforschung. Auch über die Universität hinaus übernahm sie wissenschaftliche Verantwortung: Von 1997 bis 2005 war sie Vizepräsidentin und anschließend bis 2015 Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz – als erste Frau an der Spitze einer deutschen Wissenschaftsakademie. Für ihre Leistungen erhielt sie unter anderem den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Prof. Dr. Boris Dreyer macht die Antike durch seine Forschung und experimentelle Archäologie lebendig. Als Professor für Alte Geschichte an der FAU rekonstruiert er historische Boote und erprobt antike Technik in der Praxis. Ein besonderes Beispiel ist die „Fridericiana Alexandrina Navis“, der originalgetreue Nachbau eines römischen Patrouillenbootes, der 2018 zum 275-jährigen Jubiläum der FAU entstand. Auch international trägt Dreyer zur Sichtbarkeit der Universität bei: Im europäischen Projekt „Living Danube Limes“ wird das römische Schiff „Danuvina Alacris“ als mobile Forschungs- und Vermittlungsplattform entlang der Donau eingesetzt. Mit Schulprogrammen, öffentlichen Mitmachangeboten sowie der Einbindung von Studierenden und Ehrenamtlichen begeistert er zudem Menschen für die Geschichte und zeigt, wie historische Forschung durch eigenes Erleben und Ausprobieren zugänglich wird. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er unter anderem ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Habilitationspreise

Jedes Jahr stiftet der Universitätsbund Erlangen-Nürnberg Preise für Habilitationsschriften, die sich durch besondere Qualität und Bedeutung auszeichnen. Folgende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler wurden 2026 ausgezeichnet:

Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie

PD Dr. Constanze Schadl

PD Dr. Julian Schreyer

Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Prof. Dr. David Schindler

Medizinische Fakultät – Thiersch-Preis

PD Dr. Andre Karius

Naturwissenschaftliche Fakultät – Emmy-Noether-Preis

PD Dr. Renato Frischknecht

Technische Fakultät

Dr. Jochen Schmidt

FAU-Lehrpreis für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierestufen

Mit dem Lehrpreis würdigt die FAU jährlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fakultäten in frühen Karrierestufen für ihre hervorragenden Leistungen in der Lehre.

Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie

Laila Riedmiller

Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Susanne Zintl

Medizinische Fakultät

Dr. Florian Sure

Naturwissenschaftliche Fakultät

Dr. Thorsten Seehaus

Technische Fakultät

Paulina Conrad

Nachhaltigkeitspreis

Der Nachhaltigkeitspreis ist eine Würdigung für Personen und Teams, die sich mit innovativen Ansätzen für eine nachhaltige Zukunft engagieren.

Kategorie Education

Projekt „Technological Impact Entrepreneurship for Sustainable Development“ (Prof. Dr. Markus Beckmann, Prof. Dr. Martin März, Mirjam Messingschlager, Klemens Hering, Nikolai Weitz)

Kategorie Outreach

Projekt zum handlungsorientierten Handprint „HANDPRINT – Erlangen“ (Ole Müermann)

Kategorie People

Das Team der FAU-Ferienbetreuung des Familienservice der FAU (Ann-Kathrin Vallee, Annika Knoop, Lara Sophie Jenner, Heidrun Stollberg, Christine Hartnagel)

Kategorie Research

Projekt „Mit smartem Rost zu sauberem Wasser“ (Team Organic Materials & Devices – Sprecher Prof. Dr. Marcus Halik)

Kategorie Campus & Betrieb

Nachhaltiger Umgang mit wertvollen Ressourcen an der FAU (Sebastian Vorwerk)

Kontakt



https://www.fau.de/2026/10/news/universitaet/die-fau-awards-2026
Autor
Společnost / Organizace
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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