14.9.2026 16:31

Freiwilliger Aufwuchs der Brigade Litauen erfolgreich

Německo Bundesministerium für Verteidigung Autor neuveden
Die Freiwilligenaufnahme für die Brigade Litauen verläuft erfolgreich: Bereits rund 80 Prozent der Stellen sind durch Freiwillige besetzt, davon etwa 92 Prozent der Truppen, die sich in Litauen befinden. Bis Ende 2027 soll die Brigade vollständig kampfbereit an der NATO-Ostflanke einsatzfähig sein, wovon umfangreiche Personal- und Infrastrukturmaßnahmen sowie zusätzliche, teilweise verpflichtende Besetzungen abhängen. Die Bundeswehr betont die enge Zusammenarbeit aller Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche sowie die Priorität der Einsatzbereitschaft, um Deutschlands Bündnisverpflichtungen zu erfüllen.
AI shrnutí

Die Brigade Litauen wächst stetig und wird rechtzeitig bis Ende 2027 als Kampftruppenbrigade an der NATO-Ostflanke voll einsatzbereit sein.

Bundesminister Boris Pistorius dazu: „Keine drei Jahre nach der ersten Ankündigung steht heute fest, dass die Brigade Litauen wie geplant Ende 2027 ihren Einsatz an der NATO Ostflanke aufnehmen wird. Infrastruktur, Material und Personal werden rechtzeitig bereitstehen, damit die erste voll kampfbereite Brigade der Bundeswehr im Ausland einsatzfähig ist. Das gilt von den Unterkünften für die Truppe, genauso wie für die deutsche Auslandsschule der Bundeswehr bis hin zum Kampfpanzer. Dies ist ein beeindruckendes Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften und der Bundeswehrverwaltung. Mein Dank gilt insbesondere den Bereichen Aufwuchs und Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung als auch dem Deutschen Heer. Es zeigt, wie große Projekte erfolgreich bestritten werden können, wenn alle Bereiche an einem Strang ziehen.“

Aktuell sind bereits fast 80 Prozent der Stellen besetzt – und das ausschließlich durch Freiwillige. Das bedeutet, dass schon jetzt fast vier Fünftel der Gesamtpersonalstärke der Brigade Litauen in den verschiedenen Verbänden und Einheiten durch Freiwillige besetzt werden konnte. Gemessen am großen zeitlichen Vorlauf und der teilweise hohen Spezialisierung der benötigten Soldatinnen und Soldaten ist das ein großer Erfolg. Der Besetzungstand des Anteils der Brigade, der sich bereits in Litauen befindet, liegt bereits bei rund 92 Prozent.

Seit Ende April konnte ein deutlicher Anstieg (von ca. 20 auf ca. 80 Prozent) der Freiwilligenmeldungen und der daraus folgenden Dienstpostenbesetzungen verzeichnet werden. Seit Mai haben sich mehr als 2.500 Soldatinnen und Soldaten freiwillig gemeldet. Dies zeigt, dass die Attraktivitätsmaßnahmen greifen und der Besetzungsprozess erfolgreich läuft. Daher ist auch damit zu rechnen, dass sich auch in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin Soldatinnen und Soldaten freiwillig melden werden. Das Freiwilligkeitsprinzip bleibt unverändert unsere Handlungsmaxime.

Diese Entwicklung ist eine Leistung der gesamten Bundeswehr, da Personal aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen für die Brigade Litauen gewonnen werden konnte.

Zugleich steht Deutschland zu seinem Wort als verlässlicher Bündnispartner: Für ihren Auftrag Verteidigung und Abschreckung an der Ostflanke muss die Brigade Litauen bis Ende 2027 voll einsatzbereit sein. Wie bereits durch Bundesminister Pistorius angekündigt, werden daher neben der weiteren Freiwilligenwerbung für wenige Bereiche ab sofort auch ergänzend verpflichtende Maßnahmen zum Einsatz kommen. Damit soll über ein Jahr vor der geplanten vollen Einsatzbereitschaft diese personell abgesichert werden.

Ähnlich der Lage auf dem zivilen Arbeitsmarkt gibt es auch in der Bundeswehr Verwendungen, die mit langer Qualifizierung verbunden und naturgemäß weniger verfügbar sind, z. B. in der Logistik oder in der Informationstechnik. Deshalb sollen in Mangelbereichen auch die Anwendung von Kurzzeitkommandierungen, Rotationsmodelle und dienstliche Kurzzeitaufenthalte geprüft werden. Beispiel: ein Schiffskoch (Smutje), der bei einem längeren Werftaufenthalt seines Schiffes dort nicht benötigt wird, könnte für einige Monate auf Kommandierungsbasis in Litauen eingesetzt werden. Auf diese Weise können Funktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Brigade genauso wie die von Verbänden und Einheiten in Deutschland sichergestellt werden. Nach aktuellen Prognosen und angesichts weiterhin erwarteter Freiwilligenmeldungen wird der Anteil der Verpflichtungen voraussichtlich nur noch im mittleren dreistelligen Bereich liegen.

Diese verpflichtenden Besetzungen erfolgen in enger Abstimmung mit den militärischen Organisationsbereichen und immer mit dem Blick auf unseren gesamten Beitrag im Bündnis. Der Erhalt der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr hat oberste Priorität und ist bei allen Maßnahmen das entscheidende Bewertungskriterium.

Bei allen zu treffenden Entscheidungen werden die persönlichen Belange der Soldatinnen und Soldaten so weit wie möglich Berücksichtigung finden. Gleichwohl gilt: Einsatzbereitschaft geht im Zweifel vor Freiwilligkeit!

Hintergrund:
Die Stationierung der Brigade in Litauen ist das Leuchtturmprojekt der Zeitenwende und ein deutliches Zeichen von Deutschlands Bündnissolidarität im Einklang mit den Verteidigungsplänen der NATO. Deutschland übernimmt Verantwortung innerhalb der NATO. Die Aufstellung wird die Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit des Bündnisses und insgesamt die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr stärken.

Bis Ende 2027 werden wir rund 4.800 Soldatinnen und Soldaten sowie 200 zivile Mitarbeitende vor Ort haben.

Die Aufstellung der Brigade Litauen erfolgt sowohl durch die Verlegung bestehender Truppenteile, wie dem Panzerbataillon 203 und Panzergrenadierbataillon 122, als auch durch Neuaufstellungen, die seit dem 1. April 2026 für das Panzerartilleriebataillon 455, das Versorgungsbataillon 456, die Panzerpionierkompanie 45 sowie die Aufklärungskompanie 45 angestoßen sind.


https://www.bmvg.de/de/presse/freiwilliger-aufwuchs-der-brigade-litauen-erfolgreich-6151376