9.6.2026 11:58

Rechnungsabschluss 2025: Sparkurs wirkt

Rakousko Land Vorarlberg Mathias Bertsch
AI shrnutí

Das Land Vorarlberg schließt das Finanzjahr 2025 deutlich besser ab als ursprünglich budgetiert. Das Ziel einer Budgetverbesserung um 50 Millionen Euro wurde übererfüllt: In der sogenannten „Nettofinanzierung“ saldiert man mehr als 77 Millionen Euro besser als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig ist es gelungen, die Investitionen auf einem Rekordniveau von über 100 Millionen Euro zu halten. Und das trotz angespannter Wirtschaftslage und einer Inflation über drei Prozent. Landeshauptmann Markus Wallner: „Wir haben 2025 konsequent gespart und damit eine deutliche Verbesserung erreicht.“ Außerdem mahnt der Landeshauptmann, den eingeschlagenen Weg beizubehalten. „Die Leitlinien für 2026/2027 sind klar: Wirtschaft ankurbeln, unnötige Bürokratie abbauen, strenge Haushaltsdisziplin“, so Wallner.Landesstatthalter Christof Bitschi ergänzt: „Durch eine gemeinsame Kraftanstrengung ist die Trendwende gelungen. Die Zahlen zeigen, dass der Sparkurs wirkt. Diesen Weg gehen wir entschlossen weiter – mit Ausgabendisziplin und Verantwortung für unser Land und die Vorarlbergerinnen und die Vorarlberger.“

Statt eines im Voranschlag vorgesehenen Nettofinanzierungssaldos von minus 220 Millionen Euro liegt das Ergebnis bei minus 143 Millionen Euro. Betrachtet man das Nettoergebnis, das dem privatwirtschaftlichen Pendant einer Gewinn- und Verlustrechnung gleicht, schließt das Land sogar um 113 Millionen Euro besser ab als budgetiert (-70,4 statt -183,3 Mio.). So erfreulich die Verbesserungen sind, das Minus verstehen Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christof Bitschi als Auftrag: „Das Ergebnis zeigt, dass wir mit klaren Prioritäten und konsequentem Handeln auf dem richtigen Weg sind. Es ist gelungen, notwendige Einsparungen umzusetzen, ohne die Leistungsfähigkeit des Landes infrage zu stellen. Entscheidend ist, dass wir diesen Kurs mit Hausverstand und Augenmaß weiterverfolgen.“

Der Eingriff ins Budget zeigt Wirkung. Ausgabenseitig wurde in Summe um 38,7 Mio. Euro reduziert. Besonders deutlich zeigt sich die Wirkung beim unmittelbaren Sachaufwand. Dort konnten unter dem Strich mehr als 18 Millionen Euro eingespart werden. Beim Personalbudget wurde mit einer Abweichung von nur rund 300.000 Euro bei einem Gesamtbudget von mehr als 980 Millionen Euro nahezu eine Punktlandung erzielt. In sechs von zehn Budgetgruppen wurde unter dem Strich weniger ausgegeben als anfangs budgetiert. In den elementaren Bereichen der Daseinsvorsorge wie Sicherheit, Bildung, Gesundheit und Soziales kam es zu Mehrausgaben, was einerseits daran liegt, dass die Sparmaßnahmen das Ziel hatten und haben, sozial verträglich zu sein und andererseits daran, dass hier Strukturprozesse angestoßen wurden, die mittel- und langfristig wirken werden.

Investitionen über 100 Millionen-Euro-Marke

Darüber hinaus wurden die Investitionen hochgehalten und sind im Vergleich zum Jahr 2024 um elf Prozent auf 102,7 Millionen Euro gesteigert. Diese Mittel fließen in die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte des Landes. Die Investitionskraft des Landes ist ein wichtiger Beitrag, um die heimische Wirtschaft in Schwung zu halten und die hohe Lebensqualität in Vorarlberg zu bewahren.

Auch die Einnahmenseite entwickelte sich besser als erwartet: Zusätzliche Dividenden von rund 11 Millionen Euro sowie höhere Ertragsanteile von rund 19 Millionen Euro trugen zur Verbesserung bei. Die Ertragsanteile waren angesichts der wirtschaftlichen Lage bewusst vorsichtig budgetiert worden; die wirtschaftliche Lage bleibt nicht zuletzt aufgrund der unsicheren globalen Entwicklungen angespannt, hat sich aber etwas besser entwickelt als angenommen. Wallner und Bitschi halten fest: „Das ist kein Anlass, nachzulassen. Im Gegenteil: Die Sparbemühungen greifen, und das bestätigt unseren Weg. Jetzt müssen wir konsequent weiterarbeiten, damit wir auch die nächsten Schritte schaffen.“

Blick nach vorn

Für die Zukunft bleibt das Ziel klar: Das Land soll sich bis zum Ende der Periode in Richtung Netto-Null-Neuverschuldung bewegen. Dafür braucht es vor allem die Umsetzung der angestoßenen strukturellen Reformen, vor allem im Sozialfonds, im Spitalsfonds und im gesamten Bereich der Landesverwaltung. Weiterhin ist vorgesehen, bis Ende 2029 insgesamt 100 Planstellen durch natürliche Fluktuation einzusparen. In den nächsten fünf Jahren werden sich voraussichtlich ca. 200 Mitarbeitende und in den nächsten zehn Jahren ca. 580 Mitarbeitende in den Ruhestand verabschieden. Jede Nachbesetzung wird geprüft.

„Es geht darum, die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen“, so Wallner. „Dazu braucht es Maß und Ziel: die richtige Balance zwischen notwendigen, sinnvollen und nachhaltigen Investitionen in den Lebens- und Wirtschaftsraum Vorarlberg und der notwendigen Zurückhaltung und Sparsamkeit.“

Eckdaten des Rechnungsabschlusses 2025

Die wichtigsten Zahlen zum Rechnungsabschluss zeigen insbesondere, dass die unterjährigen Sparbemühungen Früchte tragen. Das Nettoergebnis konnte im Vergleich zum Voranschlag um rund 113 Millionen Euro verbessert werden, nach Zuweisung von Rücklagen sogar um knapp 128 Millionen Euro, sodass statt eines negativen Ergebnisses von 174 Millionen Euro „nur“ zu -46,4 Millionen Euro abgeschlossen wird.

Die Finanzierungsrechnung zeigt ein ähnliches Bild: In der budgetrelevanten Betrachtung wurde in der Finanzierungsrechnung um 50 Millionen Euro besser abgeschlossen – statt eines Minus in Höhe von knapp 22 Millionen Euro konnte ein Plus von etwas über 28 Millionen Euro erzielt werden. Insgesamt haben sich die liquiden Mittel um 3 Millionen Euro verbessert – und das, obwohl nicht einmal die gesamte vorgesehene Darlehenssumme ausgeschöpft wurde.

Grafik 1 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Grafik 2 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Die am höchsten dotierten Ausgabenschwerpunkte bleiben die Budgetgruppen Bildung, Gesundheit und Soziales (inkl. Wohnbauförderung). Auf diese drei Positionen zusammen entfielen auch im Jahr 2025 wieder über 70 Prozent der Gesamtauszahlungen. In sechs von zehn Budgetgruppen konnten Ausgabenseitig unter dem Strich Einsparungen getroffen werden. In den elementaren Bereichen der Daseinsvorsorge wie Sicherheit, Bildung, Gesundheit und Soziales kam es zu Mehrausgaben, was einerseits daran liegt, dass die Sparmaßnahmen das Ziel hatten und haben, sozial verträglich zu sein und andererseits daran, dass hier Strukturprozesse angestoßen wurden, die mittel- und langfristig wirken werden.

Grafik 3 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Trotz anhaltender konjunktureller Herausforderungen sind die Ertragsanteile erneut gestiegen, auf 986,5 Millionen Euro. Mit plus vier Prozent ist der Anstieg sogar – nicht viel, aber doch merkbar – stärker als in den letzten Jahren.

Grafik 4 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Die Teuerung belastet den Landeshaushalt an vielen Stellen – bei Investitionen, bei personalkostenabhängigen Förderungen etwa in der Elementarpädagogik oder bei personalintensiven Leistungen im Sozial- und Gesundheitswesen. Daher musste bei der Budgeterstellung für 2025 wieder mit einem beträchtlichen Schuldenanstieg gerechnet werden. Durch erhöhte Spardisziplin ist es gelungen, die Neuverschuldung um 30 Millionen Euro unter der veranschlagten Summe zu halten. Somit beträgt der Schuldenstand des Landes Vorarlberg 619,9 Millionen Euro.

Investitionen zum Wohle von Wirtschaft und Lebensqualität

Die Investitionskraft des Landes trägt wesentlich dazu bei, dass Impulse für die heimische Wirtschaft gesetzt werden können und die hohe Lebensqualität in Vorarlberg bewahrt wird. 2025 wurden die Investitionen ins Landesvermögen um elf Prozent auf 102,7 Millionen Euro gesteigert. Diese Mittel fließen hauptsächlich in die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte. Der Ausbau und die moderne Gestaltung der baulichen Infrastruktur des Landes ist ein entscheidender Beitrag zur Qualität elementarer Versorgungsbereiche für die Bevölkerung.

Grafik 6 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Beschäftigungsmaßnahmen

Der Vorarlberger Arbeitsmarkt zeichnete im Jahr 2025 ein gemischtes Bild. Während die Zahl der unselbstständig Beschäftigten 2025 mit ca. 176.000 stabil blieb, war die Arbeitslosigkeit mit 11.505 arbeitslos gemeldeten Personen Ende des Jahres um 5,9 Prozent höher als noch im Jahr zuvor. Mit 6,1 Prozent lag die Arbeitslosenquote in Vorarlberg dennoch deutlich unter dem österreichweiten Schnitt von 8,4 Prozent.

Grafik 7 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Das AMS Vorarlberg und das Land Vorarlberg erarbeiten jährlich ein gemeinsames Arbeitsmarktpaket mit einer großen Bandbreite an Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in Vorarlberg. Ziel ist die möglichst rasche und nachhaltige (Re)Integration in den Arbeitsmarkt. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen folgende Schwerpunkte: Förderung junger Menschen unter 25 Jahren, Ausbildung für Geringqualifizierte sowie Angebote für am Arbeitsmarkt besonders benachteiligte Personengruppen zur Verhinderung und zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit Diese Maßnahmen stehen auch Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund offen, sofern sie beim AMS vorgemerkt sind. Das gemeinsame Arbeitsmarktpaket umfasst aber auch Projekte, die sich speziell an Menschen mit Fluchthintergrund richten, wie z. B. die Projekte „Work 1st“ und „ReStart: Leben und arbeiten in Vorarlberg“.

Das Land Vorarlberg unterstützt in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern eine Reihe von Initiativen und Programmen zur Fachkräftesicherung in Vorarlberg. Im Mittelpunkt stehen dabei Berufsorientierung und Berufsberatung von jungen Menschen und Erwachsenen, duale Ausbildung, Aus- und Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Unterstützung von Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern bei der Gestaltung von Karenz und Wiedereinstieg in den Beruf. Der Beitrag des Landes Vorarlberg zur Förderung dieser Programme und Maßnahmen betrug 12,2 Millionen Euro.

Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung

Innerhalb Vorarlbergs bilden Spitäler, ambulante Dienste und die niedergelassene Ärzteschaft weiterhin ein eng verknüpftes Versorgungsnetz; Beratung und Behandlung werden auf hohem Niveau angeboten. Die Finanzierung der Krankenanstalten (inklusive Personalaufwand für die Landeskrankenhäuser) sowie von Gesundheits- und Rettungsdiensten bleibt ein zentraler Budgetschwerpunkt und zugleich eine erhebliche Herausforderung.

Im Jahr 2025 beliefen sich die Beiträge zur Abgangsdeckung der fondsfinanzierten Krankenanstalten gemäß Spitalbeitragsgesetz auf rund 185.7 Millionen Euro. Die Aufwendungen und Förderungen für die medizinische Versorgung und Beratung lagen 2025 bei rund 5 Millionen Euro. Für die Rettungs- und Warndienste weist der Rechnungsabschluss 2025 eine Mittelverwendung von rund 19.8 Millionen Euro aus.

Grafik 8 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Spitalscampus: Fahrplan vorgestellt

Mit dem Spitalscampus Vorarlberg ging der Reformprozess 2025 in eine konkrete Umsetzungs- und Vertiefungsphase über. Nach Abschluss einer ersten Phase mit Fokus auf Mitarbeitenden-Entlastung starteten partizipative Strukturdialoge in zehn Fachbereichen, an denen Ärzteschaft, Pflege, Betriebsrat und Verwaltung beteiligt wurden. Über den Sommer hinweg wurden offene Fragen weiter abgestimmt, um den Regionalen Strukturplan Gesundheit 2030 auszuarbeiten. Im Rahmen dieses RSG 2030 wurde für die Vorarlberger Gesundheitsversorgung nun ein neues Zielbild entwickelt: Der Fokus liegt klar auf dem Ausbau der digitalen und ambulanten Versorgungsangebote (zum Beispiel 1450, Telemedizin, Primärversorgungseinheiten) sowie der gezielten Kompetenzbündelung in den Krankenhäusern. Dabei geht es auch darum, wie die Spitalsstandorte künftig abgestimmt zusammenarbeiten, um demografische, personelle und finanzielle Herausforderungen besser zu bewältigen. Ziel ist es, eine sichere, qualitätsvolle und bedarfsgerechte Versorgung für PatientInnen sowie attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze für alle MitarbeiterInnen sicherzustellen. Das Land Vorarlberg stellte den Prozess zugleich in einen breiteren Dialograhmen, indem der Spitalscampus auch bei der Gesundheitskonferenz als zentrales Zukunftsthema des Gesundheitswesens behandelt wurde.

Stärkung von e-Health, Patientenlenkung, Ausbildung, Kinder- und Jugendgesundheit

2025 wurden digitale und niederschwellige Zugänge zur Versorgung weiter vorangetrieben, etwa durch die Gründung der Gesundheit Vorarlberg GmbH gemeinsam mit der Sozialversicherung und die Übernahme der Gesundheitsberatung 1450. Darüber hinaus rückten auch Fragen der Kinder- und Jugendgesundheit stärker in den Fokus – konkret betreffend Themen wie Schuluntersuchungen, Impfungen und Prävention. Schließlich wurde 2025 auch bei der Ausbildung von Gesundheitsberufen nachgeschärft, unter anderem mit zusätzlichen Studienplätzen für Vorarlbergerinnen und Vorarlberger an der fh gesundheit tirol.

Ein sicheres Sozialnetz für alle, die es brauchen

Die Ausgaben für den Bereich Soziales und Familie im Jahr 2025 betrugen 310,6 Millionen Euro, um 3,1 Prozent mehr als im Jahr davor. Der größte Ausgabenposten war dabei erneut der Beitrag des Landes zum Sozialfonds mit 222,6 Millionen Euro (+2,3 Prozent). Aufgabe des Sozialfonds ist es, soziale Leistungen gemeinschaftlich zu finanzieren und die Entwicklung dieser Kosten zu steuern. Die Leistungen reichen von der Sozialhilfe über die Grundversorgung, die Hilfe in stationären Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen bis hin zur Hilfe für Menschen mit Behinderung wie auch für Kinder und Jugendliche. Die Kosten werden zwischen Land und Gemeinden im Verhältnis 60:40 aufgeteilt.

Grafik 8 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Mit der neuen Sozialfondsstrategie 2030 haben Land und Gemeinden einen umfassenden strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung des sozialen Netzes in Vorarlberg vorgelegt. Ziel ist es, soziale Leistungen auch unter angespannten finanziellen Rahmenbedingungen verlässlich abzusichern, bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und strukturell zukunftsfit aufzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei eine klare strategische Ausrichtung, eine stärkere Wirkungsorientierung, mehr Transparenz in der Finanzierung sowie eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Menschen, die Unterstützung benötigen. Ein sicheres Netz, für alle, die es brauchen, schnell erreichbar, effizient und bürgernah.

Neue Regelungen für Gehälter und Tarife in der Pflege

Mit der wachsenden Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft steigt auch der Aufwand für Betreuung und Pflege. Die Gesamtausgaben im Bereich Pflege und Betreuung im Vorarlberger Sozialfonds sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – von rund 172,4 Millionen Euro im Jahr 2020 auf rund 240,5 Millionen Euro im Jahr 2025. Diese Entwicklung verdeutlicht den wachsenden Bedarf an Pflege- und Betreuungsleistungen sowie die gemeinsamen Anstrengungen von Land und Gemeinden, die Versorgung der Bevölkerung langfristig sicherzustellen.

Grafik 9 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Ein bedeutender Fortschritt war 2025 die Einführung eines neuen, einheitlichen Gehaltssystems für Betreuungs- und Pflegeberufe. Außerdem wurde mit Blick auf den steigenden Kostendruck in den Pflegeheimen ein neuer Pflegetarif entwickelt. Ziel ist es, mehr Finanzierungssicherheit zu schaffen und zugleich die Qualität in der Pflege und Betreuung weiter zu stärken, um die demografischen Entwicklungen der kommenden Jahre bewältigen zu können. Die Tarifreform ist mit Jahresbeginn 2026 in Kraft getreten. Sie soll eine größtmögliche Absicherung der Kostenstrukturen gewähren, genormte kostenrelevante Aufwendungen beinhalten und das neue Gehaltssystem abbilden.

Zusätzlich zu den Leistungen aus dem Sozialfonds hat das Land Vorarlberg für sonstige Pflegethemen, wie die Sicherung der häuslichen Betreuung und Pflege, die Sicherung der 24-Stunden-Betreuung, das Case- und Care-Management, die Aktion Demenz etc., im Jahr 2025 rund 58,7 Millionen Euro ausgegeben.

Attraktive Wohnbauförderung steigert die Nachfrage

Die Vorarlberger Wohnbauförderung kommt mit ihren günstigen Zinskonditionen und durch die erleichterte Vorfinanzierung von geförderten Neubauwohnungen sehr gut an. Im Jahr 2025 ist die Nachfrage sowohl im Neubau- als auch im Sanierungsbereich erneut gestiegen. Die Ausgaben für die Wohnbauförderung erreichten die Summe von 190,2 Millionen Euro, das sind um 8,4 Prozent mehr als im Jahr davor.

Grafik 10 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Im Neubau wurden im Jahr 2025 Förderungen für 1.320 Wohneinheiten (Eigenheime und Wohnungen) zugesagt, das sind 255 Einheiten mehr als im Jahr davor. In der Wohnhaussanierung gab es Zusagen für 2.555 Einheiten, um über 400 mehr als 2024. Es wurden 934 Ansuchen um Gewährung eines Neubauförderungskredits, 237 Ansuchen um Härtezuschuss, 382 Ansuchen um einen Sanierungskredit, 1.033 Ansuchen um Ausschüttung eines einmaligen Geldbetrags nach den Wohnhaussanierungsrichtlinien bewilligt. Dazu kommen 41 Förderungen für Kinderspielplätze bzw. -räume sowie 35 Kinderzuschüsse.

39,3 Millionen Euro (-21 Prozent) wurden als Darlehen an die gemeinnützigen Wohnbauträger vergeben. Es wurden Neubau-Förderzusagen für 550 gemeinnützige Mietwohnungen erteilt. Mit „WOHNEN550®“ bieten das Land und die VOGEWOSI als größter gemeinnütziger Bauträger ein nachhaltiges Konzept zur Errichtung innovativer Wohnanlagen mit dem Ziel, insbesondere jungen Menschen eine erschwingliche „Start-Wohnung“ zu ermöglichen.

Grafik 11 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Wohnbeihilfe

2025 wurden 9.290 Ansuchen um Unterstützung durch Wohnbeihilfe bewilligt, die Ausgaben dafür betrugen 40,9 Millionen Euro (-0,6 Prozent). Mit dieser sozialen Förderung hilft das Land, den Wohnungsaufwand zu lindern, der durch die Errichtung, den Ankauf, die Anmietung oder Sanierung von Eigenheimen oder Wohnungen für den Eigenbedarf entstanden ist. Das ist ein unverzichtbarer Beitrag, damit Wohnen möglichst leistbar bleibt.

Effizientes Hilfs- und Rettungswesen garantiert hohe Sicherheit

Das regional und lokal strukturierte Sicherheitswesen in Vorarlberg garantiert überall im Land rasche Einsatzfähigkeit und hohe Effizienz der Hilfs- und Rettungsorganisationen. Der Rettungsfonds, der Landesfeuerwehrfonds und der Katastrophenfonds sind die wesentlichen Finanzierungsinstrumente.

Die Aufwendungen des Rettungsfonds werden durch das Land Vorarlberg mit 60 Prozent und die Gemeinden mit 40 Prozent abgedeckt. Im Jahr 2025 flossen in Summe 22,6 Millionen Euro als Beiträge an das Rote Kreuz, an Bergrettung und Wasserrettung, an den Arbeiter-Samariter-Bund und den Rettungsdienst Kleinwalsertal sowie für Notarztdienste im Bregenzerwald, in Lech und im Kleinwalsertal. Aus dem Landesfeuerwehrfonds und dem Katastrophenfonds wurden insgesamt 4,2 Millionen Euro für die feuerpolizeilichen Aufwendungen der Gemeinden sowie für Infrastruktur und Ausstattung der Feuerwehren zur Verfügung gestellt. Ferner erhielten der Landesfeuerwehrverband und die Brandverhütungsstelle aus dem Landesfeuerwehr- bzw. Katastrophenfonds 5,1 Millionen zur Durchführung ihrer Aufgaben.

Elementarpädagogik

Um das Ziel „chancenreichster Lebensraum für Kinder“ zu erreichen, investiert die Vorarlberger Landesregierung nach Kräften in die Frühförderung. Ziel ist es, alle Kinder im Land von klein auf ganzheitlich zu fördern und Eltern in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Die eingesetzten Mittel im Bereich Elementarpädagogik lagen im Jahr 2025 bei knapp 155 Millionen Euro. Davon entfielen mehr als 23 Millionen Euro auf die Weitergabe des gesamten auf das Land entfallenden Anteils am Zukunftsfonds.

Grafik 12 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Mit dem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (KBBG), das Anfang 2023 in Kraft trat, wurde ein bedeutender Meilenstein gesetzt. Das Gesetz ermöglicht starke Impulse zum Ausbau der Angebote, zur Professionalisierung der Bildungs- und -betreuungsarbeit sowie zur Unterstützung der Familien. Auf dieser Basis wurden die elementarpädagogischen Einrichtungen im Land in den letzten Jahren ausgebaut und die Qualität der Angebote weiter verbessert.

Nachdem in den letzten Jahren ein starker Anstieg an Betreuungsplätzen zu verzeichnen war, wurden 2025 drei zusätzliche Kleinkind- und Kindergartengruppen gegründet. Um die Gemeinden und die privaten Träger bei der Bereitstellung der Betreuungsplätze noch besser zu unterstützen, erhielten sie erhöhte Personal- und Investitionskostenförderungen vom Land. Mittlerweile stehen grundsätzlich ausreichend Plätze zur Verfügung.

Ein Vergleich der Zahlen zeigt die bisherigen Erfolge auf: Im Betreuungsjahr 2013/14 wurden insgesamt 14.108 Kinder von 2.409 PädagogInnen und Assistenzkräften in 418 Einrichtungen mit 799 Gruppen betreut, im Betreuungsjahr 2024/25 wurden insgesamt 17.412 Kinder von 4.553 Betreuungspersonen in 497 Einrichtungen mit 1.109 Gruppen betreut. Im Vergleich zu 2013/14 ist die Anzahl der Kinder stark angestiegen, im Vergleich zum Vorjahr allergings – aufgrund der sinkenden Geburtentraten – um 85 Kinder gesunken.

Bemerkenswert ist der Beitrag der elementarpädagogischen Einrichtungen zur Inklusion. Im Betreuungsjahr 2024/25 wurden 413 Kinder mit besonderen Bedürfnissen in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen integrativ begleitet.

Die Zahl der Beschäftigten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Vom Betreuungsjahr 2023/24 auf 2024/25 ist ein Zuwachs von 270 Personen zu verzeichnen, was einer Zunahme der Beschäftigungsquote von rund 6,3 Prozent entspricht. Im Sinne der pädagogischen Qualitätssicherung und -steigerung finden jährlich unterschiedliche berufsspezifische Aus- und Weiterbildungen statt. 2025 nahmen beispielsweise 274 Personen an den modular aufbauenden Betreuungslehrgängen über Schloss Hofen teil. Des Weiteren starteten 2025 erstmals zwei – anstatt ein – Hochschullehrgang „Führen und Leiten einer elementarpädagogischen Einrichtung“ der PH Vorarlberg mit insgesamt 40 Teilnehmenden.

Bildung, Wissenschaft und Forschung

Bildung ist der wesentliche Rohstoff, um sich beruflich und privat nach eigenen Vorstellungen entwickeln zu können. Gut ausgebildete Fachkräfte werden dringend gesucht und dringend gebraucht, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Vorarlberg und somit die hohe Lebensqualität im Land zu halten bzw. zu stärken. Dementsprechend wurde der Bereich Bildung, Wissenschaft und Forschung auch im vergangenen Jahr massiv aufgewertet. Die Investitionen des Landes Vorarlberg im Jahr 2025 stiegen auf über 122,6 Millionen Euro, das sind rund 6,3 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Rund 76,8 Millionen wurden davon in den Bereich Bildung investiert, 45,8 Millionen in Forschung und Wissenschaft.

Im Mittelpunkt standen dabei – wie in den Jahren zuvor – sprachliche Frühförderung, das Volksschulpaket, die duale Ausbildung, pädagogische Schwerpunkte, die Aus- und Weiterbildung der PädagogInnen, Qualifizierungsmaßnahmen sowie der weitere qualitative und quantitative Ausbau der erfolgreichen Fachhochschule.

Grafik 13 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Von den Gesamtausgaben entfielen rund 24 Millionen Euro auf den Landesanteil für die Personalkosten der Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Pflichtschulen (einschließlich des Beitrags für die Schulische Assistenz und Freizeitbetreuung GmbH).

Im Rahmen der Wissenschafts- und Studienförderung des Landes wurden wissenschaftliche Projekte, Veranstaltungen und Publikationen von Vorarlberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bzw. zu vorarlbergspezifischen und -relevanten Themen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Vorarlberger Studierende gefördert.

FH Vorarlberg

Das Land Vorarlberg hat im Jahr 2025 rund 17,3 Millionen Euro in den Betrieb der FHV investiert. Die ursprüngliche Vision mit dem Ziel, an der FH Vorarlberg eine international anerkannte Hochschulausbildung in der Region zu etablieren, ist in beeindruckender Weise verwirklicht worden. Die FHV Vorarlberg University of Applied Sciences genießt heute einen erstklassigen Ruf als Top-Fachkräfteschmiede und als führende Forschungspartnerin der heimischen Wirtschaft. Die FHV ist eine der forschungsstärksten Fachhochschulen Österreichs und ein Innovationsmotor für die Region. Zu den Stärken zählt auch die internationale Vernetzung durch weltweite Kooperationen und als Teil des Regional University Network – European University „RUN-EU“.

Duale Ausbildung

Im Bemühen um dringend benötigte Fachkräfte für die Wirtschaft ist und bleibt die duale Ausbildung eine herausragende Stärke Vorarlbergs. Lehrbetriebe und Berufsschulen ermöglichen Top-Qualifikation in vielen Berufsfeldern. 2025 hat das Land in die Berufsschulen (ohne Lehrerpersonalaufwand und ohne bauliche Maßnahmen) rund 16,3 Millionen Euro investiert.

Familienfreundliches Vorarlberg

Kinder- und Familienfreundlichkeit ist der zentrale Bestandteil der Marke Vorarlberg. Mit einem vielfältigen Leistungspaket verfolgt die Landesregierung ihr erklärtes Ziel, Vorarlberg zum chancenreichsten Land für Kinder und Jugendliche zu machen. Im Fokus stehen dabei die finanzielle Entlastung von Familien, die Unterstützung von Eltern in der Erziehung sowie attraktive Freizeitangebote für Familien. Im Rechnungsabschluss 2025 betrugen die Ausgaben für familienpolitische Maßnahmen 12,4 Millionen Euro.

Grafik 14 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Der Vorarlberger Familienzuschuss wurde im Rahmen eines umfassenden Anti-Teuerungspaketes der Landesregierung schon mit 1. Oktober 2022 erhöht und in seiner Gewichtung angepasst. Er beträgt zwischen 150 und 600 Euro monatlich. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2,7 Millionen Euro an Familienzuschüssen für 985 Kinder gewährt. Von diesen bezogen 323 – also ca. ein Drittel – einen Zuschuss in der Nähe des Höchstbetrages (über 550 Euro monatlich).

Bewährte Aktionen und Schwerpunkte:

  • Familienpass: Mit Ende des Berichtsjahres besaßen 37.816 Familien den Vorarlberger Familienpass. Über 200 Partnerinnen und Partner in Vorarlberg und dem grenznahen Gebiet gewähren ermäßigte Preise in den Bereichen öffentliche Verkehrsmittel, Kultur, Freizeit, Elternbildung, Sport und Erlebnis. Zu den Höhepunkten zählten wieder die Aktionstage (Familienskitag, Bergerlebnistag, Schiffletag, Aktionstage im Ravensburger Spieleland, Bädertag). Die Kooperation mit den ÖBB (Vorzugspreis beim Kauf der Vorteilscard-Family) wurde über 2.100-mal in Anspruch genommen.
  • Vorarlberg lässt kein Kind zurück: Das Landesprogramm verfolgt das Ziel, das gelingende Aufwachsen aller in Vorarlberg lebenden Kinder zu ermöglichen, deren Entwicklung zu fördern und Risiken zu senken. Vorarlbergs Gemeinden und Regionen gestalten entwicklungs- und gesundheitsfördernde, am Kind orientierte Lebensräume und stellen – im Sinne eines inklusiven Ansatzes – die Zugänge und Teilhabe an Sozial-, Gesundheits- und Bildungsangeboten für alle Kinder, Jugendlichen und ihre Familien sicher. Im Berichtsjahr sind 7 Standorte (Bregenz, Wolfurt, Dornbirn, Rankweil, Feldkirch, Stand Montafon, Region Bregenzerwald; insgesamt 39 Gemeinden) involviert und aktiv. Die Präventionskoordinationsstellen der 7 Standorte wurden zu 50 Prozent gefördert. Die Standorte erhielten zur fachlich‑strategischen Entwicklung eine Gemeindebegleitung; es wurden Prozesse zu Zielentwicklung und Wirkungsorientierung durchgeführt.
  • familieplus: Ziel dieses Landesprogrammes ist die Qualifizierung und Auszeichnung von Vorarlberger Gemeinden, die durch den „effizienten Umgang mit der Ressource Kinder, Jugendliche und Familien“ einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung und hohen Lebensqualität unserer Region leisten wollen. 2025 waren 19 Einzelgemeinden aktiv, die Gemeinden Bludesch, Bregenz, Dornbirn, Frastanz, Langenegg und Ludesch unterzogen sich dem Audit.
  • Damit sind bei beiden Landesprogrammen fast 50 Gemeinden des Landes involviert.
  • Familienzentren bzw. -treffpunkte sind eine wesentliche Säule der Präventionsarbeit. Sie sind dort eingerichtet, wo Kinder und Eltern täglich ein- und ausgehen, etwa in der Nähe von Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen.
  • Kinder lieben Lesen: Mit kostenlosen Buchpaketen für Kinder zwischen 0 und 4 Jahren erhalten Eltern neben altersgerechten Kinderbüchern auch Informationen zur Sprachförderung und zu Familienleistungen des Landes. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 2.150 erste und 1.862 zweite Buchpakete an Kinder im jeweiligen Alter verteilt. Im Betreuungsjahr 2024/2025 wurden den elementaren Bildungseinrichtungen 4.052 dritte Buchpakete für die Verteilung an Kinder (geboren zwischen 2.9.2020 und 1.9.2021) sowie 488 dritte Buchpakete zur Verwendung im Betreuungsalltag zugeschickt. Insgesamt können über 90 Prozent aller 3‑ bis 4‑jährigen Kinder in Vorarlberg mit dem dritten Buchpaket erreicht werden.
  • Reiseziel Museum: Die Kooperation der beteiligten Landesabteilungen mit Partnern in Liechtenstein, dem Kanton St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden ermöglichte an 3 Sonntagen im Sommer 2025 freie Eintritte in insgesamt 55 Museen. Es wurden über 26.434 Besuche von Kindern und Erwachsenen verzeichnet.
  • Ausgezeichnete familienfreundliche Betriebe: Das Gütesiegel „Ausgezeichneter familienfreundlicher Betrieb 2026 bis 2027“ wurde an 161 Betriebe mit insgesamt 44.265 Mitarbeitenden vergeben.

Jugend im Fokus

Die Vorarlberger Landesregierung hat im Berichtsjahr umfassende Mittel für die Jugendförderung bereitgestellt: Insgesamt wurden rund 3,4 Millionen Euro für den Betrieb von 34 Jugendzentren und -treffs im Rahmen der Offenen Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Die beliebte „aha card“ wurde mit rund 492.000 Euro unterstützt und verzeichnete Ende 2025 26.732 Nutzerinnen und Nutzer – 2025 gab es über 3.000 Neuanträge. Zusätzlich erhielten 16 im Landesjugendbeirat vertretene Jugendorganisationen Beiträge in Höhe von 423.000 Euro. Für die Errichtung und Erweiterung von Jugendräumen gewährte die Landesregierung Beiträge in Höhe von über 126.000 Euro an Gemeinden, gemeinnützige Einrichtungen und Pfarren. Für innovative Projekte der Offenen sowie außerschulischen Jugendarbeit wurden weitere rund 125.000 Euro bereitgestellt.


Landwirt.schafft.Leben

Im Rahmen der Landwirtschaftsstrategie „Landwirt.schafft.Leben“ setzt das Land Vorarlberg weiterhin vielfältige Impulse für eine starke, nachhaltige und regional verankerte Landwirtschaft. Dafür wurden im vergangenen Jahr insgesamt 40,8 Millionen Euro investiert (davon 2,2 Millionen Euro für das Chancenprojekt „Kinder.Essen.Körig“). Die Mittel flossen unter anderem in die flächendeckende Bewirtschaftung der Kulturlandschaft, die Steigerung des Tierwohles, die Biolandwirtschaft und in die Versorgungssicherheit mit pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Weitere Schwerpunkte bildeten Investitionen in die ländliche Verkehrsinfrastruktur sowie in die Bergland- und Alpwirtschaft.

Die lebendige Alpbewirtschaftung ist eine unverzichtbare Grundlage für die Herstellung hochwertiger Lebensmittel und für die Pflege der Vorarlberger Kulturlandschaft im Berggebiet. Die Zahlen des Alpsommers 2025 unterstreichen eindrucksvoll die Bedeutung dieses Wirtschafts- und Lebensraums: Insgesamt wurden 513 Alpen von 1.062 Älplerinnen und Älpler bewirtschaftet und 39.516 Tiere gealpt. Zur fairen Abgeltung dieser Leistungen wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 14 Millionen Euro bereitgestellt, davon rund 4,5 Millionen Euro aus Landesmitteln.

Großes Augenmerk galt und gilt weiterhin der gesunden Ernährung mit regional produzierten Lebensmitteln – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. „Kinder.Essen.Körig“ ist eines der Chancenprojekte des Zukunftsprogramms der Landesregierung mit dem Ziel, Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder zu machen. Das Projekt steht für hochwertige, regionale, biologische und leistbare Schulverpflegung und verbindet Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft und soziale Verantwortung in beispielhafter Weise. Nach dem erfolgreichen Start im Schuljahr 2023/24 ist „Kinder.Essen.Körig“ nochmals deutlich gewachsen: Die Zahl der ausgegebenen Mittagessen stieg im zweiten Projektjahr von rund 450.000 auf über 800.000.

Sehr erfolgreich entwickelt sich auch die Landesinitiative „Vorarlberg am Teller“, mit der die Verwendung heimischer Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung gezielt gestärkt wird. Kürzlich wurden 46 Gemeinschaftsküchen für ihren besonderen Einsatz ausgezeichnet. Sie bereiteten im vergangenen Jahr mehr als 4,5 Millionen Mahlzeiten mit regionalen Zutaten zu. Dahinter stehen rund 500 Mitarbeitende, die täglich in Schulen, Kindergärten, Sozialzentren, Krankenhäusern, Verwaltungsstellen sowie Betriebsrestaurants und Kantinen kochen.

Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz

Natur- und Umweltschutz

Im Jahr 2025 setzte das Land Vorarlberg auf einen Natur- und Umweltschutz mit Hausverstand: Im Mittelpunkt standen konkrete Maßnahmen, um Natur- und Lebensräume gemeinsam mit der Bevölkerung nachhaltig weiterzuentwickeln und die Akzeptanz für den Naturschutz zu stärken.

Mit Investitionen von rund 2,4 Millionen Euro aus dem Naturschutzfonds wurden Schutzgebiete weiterentwickelt, Projekte zum Arten- und Landschaftsschutz umgesetzt sowie Bildungs- und Forschungsinitiativen gefördert. Ein besonderes Augenmerk galt der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung für den Wert der Natur: Im Rahmen von Biotopexkursionen in 30 Gemeinden konnten knapp 500 Teilnehmende die Vielfalt der Natur kennenlernen und erleben. Ein weiterer Schwerpunkt lag 2025 auf Feuchtgebieten. 1,3 Millionen Euro wurden für das bundesweite LIFE AMooRe-Projekt, das seit 2024 läuft und bei dem das Land Vorarlberg die Projektleitung innehat, aufgewendet. Im Fokus stehen die Restaurierung ausgewählter Moorstandorte, der Wissenstransfer sowie der Erhalt und die Stärkung wichtiger Feuchtgebiete als wertvolle Natur- und Lebensräume.

Zusätzlich investierte das Land 5,8 Millionen Euro in die Gewässer- und Luftreinhaltung sowie die Abfallbeseitigung. Vorarlberg versteht Natur- und Umweltschutz als gemeinsame Aufgabe und setzt dort konkrete Maßnahmen um, wo sie einen nachhaltigen Nutzen für Natur, Umwelt und die Menschen im Land schaffen.

Öffentlicher Verkehr

Das Land Vorarlberg hat auch 2025 zusammen mit seinen wichtigsten Partnern Gemeinden, Bund und Verkehrsunternehmen konsequent an der Weiterentwicklung des Öffentlichen Verkehr gearbeitet. Unter dem Dach von VMOBIL steht Bevölkerung und Gästen ein attraktives Angebot zur Deckung ihrer Mobilitätsbedürfnisse zur Verfügung. Es wurden 2025 viele weitere Verbesserungen umgesetzt – zur optimalen Abstimmung von Fahrplänen ebenso wie an der Infrastruktur von Bahn, Bus und Rad. Der Ausbau von Bahnhöfen zu Mobilitätsdrehscheiben wurde weiter vorangetrieben.

Die Ausgaben für den öffentlichen Nahverkehr wurden schon in den Jahren zuvor kontinuierlich gesteigert, 2025 wurde mit 47,4 Millionen Euro das hohe Niveau gehalten. Über 6,8 Millionen Euro davon hat das Land für weitere Verbesserungen der Bahninfrastruktur beigesteuert und über 14,3 Millionen Euro sind an die Gemeinden und Gemeindeverbände für kommunale und regionale Nahverkehrsvorhaben geflossen.

Grafik 15 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

KlimaTicket – Bus und Bahn mehr denn je gefragt

Die Maßnahmen wirken, immer mehr VorarlbergerInnen setzen auf nachhaltige Mobilität. 2025 wurden in Vorarlberg 92.172 Klimatickets verkauft. Die Nutzerzahlen in Bus und Bahn gehen seit Jahren kontinuierlich nach oben. 2016 waren noch 65.755 Jahreskarten im Umlauf. Das entspricht einem Zuwachs von 40 Prozent.

Fahrrad

Im Jahr 2025 konnten im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Radrouten zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Vorarlberg und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit umgesetzt werden. Unter anderem der Umbau der Landesradroute im Bereich Festspielbezirk und neues Strandbad in Bregenz. In Lauterach wurde eine neue Radroute im Bereich Heufurtweg – Unterfeldstraße errichtet und in Kennelbach ein Pilotprojekt für eine gut wahrnehmbare Fahrradstraße in der Kanalstraße – Sankt Antonius Weg umgesetzt.

Gemeinsam mit Gemeinden und Regionen wurde des Weiteren auch an Varianten- und Machbarkeitsstudien für eine Verbesserung des Radverkehrs gearbeitet.

Auch die Aktion „Vorarlberg radelt“ wurde 2025 erfolgreich umgesetzt.

Energie

Im Jahr 2025 wurden im Bereich Energie und Klimaschutz insgesamt knapp 18 Millionen Euro aufgewendet. Ohne den Vorarlberger Stromrabatt betragen die Aufwendungen knapp 12,2 Millionen Euro.

Darunter fallen u.a. energie- und klimaschutzpolitischen Aktivitäten im Rahmen der Energieautonomie+ (Beiträge und Förderungen für das Energieinstitut, die österreichische Energieagentur, die Arbeitsgemeinschaft erneuerbare Energie und das Landesprogramm e5-Gemeinden), der Mission Zero V sowie verschiedenen Förderprogramme im Bereich Energie wie z.B. Heizungen auf Basis erneuerbarer Energieträger.

Im Rahmen der einkommensunabhängigen Energieförderung für Wohnbauten werden thermische Solaranlagen, Holzheizungen, Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG) im Wohnbau mit einmaligen Zuschüssen gefördert. Weiters wird die Qualitätssicherung der geförderten Anlagen durchgeführt und das begleitende Beratungsprogramm zum Umstieg auf klimafreundliche Heizanlagen finanziert. 2025 mit insgesamt 6,6 Millionen Euro.

Sport und Bewegung

Das Land Vorarlberg investierte im Jahr 2025 rund 16 Millionen Euro in den Sport. Grundlage war die Sportstrategie 2025 mit dem Ziel, die Sport- und Bewegungskultur im Land nachhaltig zu stärken. Ein besonderer Fokus lag auf der leistungsorientierten Förderung der Sportfachverbände – mit Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Re-Zertifizierung. Über die Vbewegt-App wurden mehr als 11.000 NutzerInnen zu mehr Bewegung motiviert. Im Rahmen der Infrastrukturförderung wurden 47 Projekte umgesetzt. Vorarlberg setzt zudem die tägliche Bewegungseinheit erfolgreich um – mit über 600 zusätzlichen Einheiten pro Woche.

Kunst und Kultur

Für den Bereich Kunst und Kultur hat die Vorarlberger Landesregierung im Jahr 2025 in Summe 57,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit wird der Betrieb in Theatern und Konzertsälen, Museen und Galerien sowie die engagierte Arbeit großer und kleiner, vorwiegend ehrenamtlich tätiger Kulturträger unterstützt.

Dazu kommen Auszeichnungen für kulturelles und künstlerisches Schaffen in Form von Preisen und Stipendien. 2025 wurde der Literaturpreis des Landes an Tobias March, die Ehren- und Förderpreise für etablierte sowie aufstrebende Vorarlberger Kulturschaffende aus den Sparten Bildende Kunst (Siegrun Appelt, Emmanuel Troy) und Musik (Guy Speyers, Johanna Bilgeri) sowie elf GO-Stipendien zur Förderung des internationalen Austauschs unter Kunstschaffenden vergeben. Zudem wurde über die Vergabe von Jahres- und Halbjahresstipendien für professionelle Vorarlberger Kunstschaffende aller Sparten entschieden. Fünf Personen erhielten ein Jahresstipendium, zehn Kulturschaffende ein Halbjahresstipendium, um zur Verbesserung ihrer Arbeitssituationen beizutragen und die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung ihres künstlerischen Schaffens über einen relevanten Zeitraum zu unterstützen.

Unterstützung und Entlastung für Gemeinden

Das Zusammenspiel von Land und Gemeinden ist ein wesentlicher Faktor für die hohe Lebensqualität in Vorarlberg. Das Land und die 96 Gemeinden ziehen in sämtlichen relevanten Politikbereichen konsequent an einem Strang, von Bildung über Nahversorgung und Sicherheit bis zur Unterstützung von freiwilligem bzw. ehrenamtlichem Engagement. Mit Hilfe von Strukturförderungen Landes können wichtige kommunale Infrastrukturprojekte finanziert werden. Speziell Kleingemeinden und solche, die aufgrund ihrer strukturellen Gegebenheiten oder ihrer geografischen Lage vor besonderen Herausforderungen stehen, brauchen die finanzielle Unterstützung, um ihre kommunalen Aufgaben erfüllen zu können.

Insgesamt bleiben die Landesförderungen und die Bedarfszuweisungen an die Gemeinden im Jahr 2025 mit 298,3 Millionen Euro auf einem hohen Niveau. Die Gemeindeförderungen aus Landesmitteln belaufen sich auf 208,1 Millionen Euro, die Bedarfszuweisungen an Gemeinden nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) auf rund 90,3 Millionen Euro.

Grafik 16 (Alle Grafiken finden Sie am Ende der Aussendung im Bereich der Pressebilder)

Zur Einordnung: Der Wert für 2024 (312,0 Millionen Euro) war aufgrund mehrerer besonderen Maßnahmen außergewöhnlich hoch. Das Land zahlte den Gemeinden in diesem Jahr eine Sonderfinanzhilfe zur Liquiditätsunterstützung (10 Millionen Euro), einen COVID‑19‑Landesbeitrag für Mindereinnahmen bei den Tourismusbeiträgen (3 Millionen Euro) sowie Landesmittel zu den Energiekosten 2024 (5 Millionen Euro) aus. Diese Sondereffekte entfielen 2025.


https://presse.vorarlberg.at/land/public/Rechnungsabschluss-2025-Sparkurs-wirkt