8.4.2026 11:40

Deutschland stärkt internationale Klimadiplomatie in geopolitisch herausfordernden Zeiten

Germany Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Unknown author
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Staatssekretär Flasbarth in Australien zur Vorbereitung der COP31.

In einer Phase wachsender geopolitischer Spannungen, zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten und der anwachsenden Energiekrise gewinnt internationale Klimapolitik weiter an Bedeutung. Deutschland intensiviert daher seine Zusammenarbeit mit zentralen Partnern: Staatssekretär Jochen Flasbarth ist dazu nach Australien gereist, um die Vorbereitungen für die kommenden internationalen Klimaverhandlungen auf der diesjährigen Weltklimakonferenz COP31 voranzubringen. Im Fokus der Reise stehen Gespräche mit dem australischen Klima- und Energieminister Chris Bowen, weiteren Regierungsvertreterinnen und -vertretern sowie Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Austausch mit den pazifischen Inselstaaten, die bereits heute existenziell von den Folgen der Klimakrise betroffen sind.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: "Gerade in Zeiten globaler Krisen zeigt sich: Klimaschutz ist kein Nebenschauplatz, sondern zentral für Stabilität, Sicherheit und wirtschaftliche Resilienz. Mit Australien verbindet uns das gemeinsame Ziel, die internationale Klimapolitik erfolgreich und gerecht voranzubringen. Besonders wichtig ist dabei der Fokus auf die besonders verletzlichen Staaten wie etwa die Inselstaaten im Pazifik."

Die diesjährigen Verhandlungen im Rahmen der Weltklimakonferenz markieren eine neue Form internationaler Zusammenarbeit: Erstmals wird die Klimakonferenz im Rahmen einer geteilten Präsidentschaft vorbereitet. Während die Türkei Gastgeber der COP31 im November 2026 ist, übernimmt Australien die zentrale Rolle in der Verhandlungsführung und richtet gemeinsam mit den pazifischen Staaten die sogenannte Pre-COP aus.

Ein zentraler Termin der Reise ist das Treffen mit dem COP31-Verhandlungspräsidenten Chris Bowen. Ziel ist es, den Petersberger Klimadialog am 21. und 22. April 2026 in Berlin vorzubereiten und die Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen bei der COP31 zu legen. Dabei wird auch der Austausch über nationale Klimaziele im Rahmen der UNFCCC im Mittelpunkt stehen. Sowohl die EU als auch Australien haben ambitionierte Beiträge zur Emissionsminderung bis 2035 vorgelegt.

Die Reise unterstreicht zugleich die wachsende wirtschaftliche Dimension der Klimapolitik. Australien ist wie viele europäische Staaten noch stark von Importen fossiler Energieträger abhängig – mit spürbaren Auswirkungen auf die globalen Lieferkettenstörungen. Diese Situation verdeutlicht die strategische Bedeutung der Energiewende für mehr Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit.

Für deutsche Unternehmen eröffnen sich in diesem Kontext neue Chancen, insbesondere im Bereich GreenTech. Dazu zählt etwa der Ausbau von Recyclingkapazitäten für Solarmodule – ein Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial.

Gleichzeitig wächst auch in Australien der gesellschaftliche Druck für eine beschleunigte Transformation: So gibt es eine stark steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sowie den anhaltenden Boom bei Dachsolaranlagen und Batteriespeichern.

Die deutsch-australische Klimapartnerschaft bietet damit einen wichtigen Rahmen, um den Übergang weg von fossilen Importen hin zu einer resilienten, klimaneutralen Energieversorgung gemeinsam zu gestalten.


https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/deutschland-staerkt-internationale-klimadiplomatie-in-geopolitisch-herausfordernden-zeiten