4.11.2026 13:54

Mehr Freihalteflächen in Tirol

Rakousko Land Tirol Autor neuveden
Tirol hat seine überörtlichen Freihalteflächen von 2023 bis 2026 unter Berücksichtigung aller Zu- und Abgänge um rund 44 Hektar vergrößert; zusätzlich ausgewiesen wurden rund 443.000 Quadratmeter. Insgesamt sind etwa 37.000 Hektar landwirtschaftliche Vorsorgeflächen gesichert, und rund ein Viertel des Tiroler Dauersiedlungsraums ist als Freihaltebereich ausgewiesen. Laut Raumordnungsreferent LHStv Josef Geisler sollen regelmäßige Anpassungen weiterhin Gemeindeentwicklung ermöglichen und zugleich wertvolle Böden und Freiräume schützen.
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Plus von rund 44 Hektar seit 2023

  • Positive Flächenbilanz bei landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen und überörtlichen Grünzonen
  • Ein Viertel des Dauersiedlungsraums als Freihaltebereich gesichert
  • Tirol schützt wertvolle Freiflächen und ermöglicht Entwicklung
  • Laufende Anpassungen ermöglichen notwendige Entwicklungen bei gleichzeitigem Schutz wertvoller Böden

Wo kann gebaut werden und welche Flächen sollen langfristig frei bleiben? Gerade in Tirol, wo der Platz in den Tälern begrenzt ist und viele Nutzungsansprüche aufeinandertreffen, braucht es eine vorausschauende Planung. Mit überörtlichen Freihalteflächen legt das Land Tirol fest, welche Gebiete von einer baulichen Entwicklung freigehalten werden. Dazu zählen landwirtschaftliche Vorsorgeflächen, die wertvolle Böden für die Lebensmittelproduktion sichern, sowie überörtliche Grünzonen, die zusätzlich wichtige Landschafts- und Erholungsräume schützen.

Die Bilanz der Jahre 2023 bis 2026 zeigt: Insgesamt wurden rund 443.000 Quadratmeter an zusätzlichen Freihalteflächen ausgewiesen. Das entspricht einer Fläche von rund 62 Fußballfeldern. Unter Berücksichtigung aller Zu- und Abgänge ist die Gesamtfläche der Freihaltegebiete damit um rund 44 Hektar gewachsen. Für Raumordnungsreferent LHStv Josef Geisler ist das ein Beleg dafür, dass Bodenschutz und notwendige Entwicklung Hand in Hand gehen können: „Rund 44 Hektar mehr Freihalteflächen sind ein erfreuliches Ergebnis. Die Gesamtentwicklung ist entscheidend. Sie zeigt, dass wir heute mehr Flächen unter Schutz haben als noch vor drei Jahren. Das ist ein Erfolg für den Bodenschutz. Gleichzeitig darf das nicht zu einem Stillstand führen. Unsere Gemeinden und Regionen müssen sich weiterentwickeln können. Wir wollen keine Käseglocke über Tirol stülpen, sondern wertvolle Böden schützen und gleichzeitig eine verantwortungsvolle Entwicklung unserer Gemeinden ermöglichen.“

Rund 37.000 Hektar für die Landwirtschaft gesichert

In Tirol sind insgesamt rund 37.000 Hektar landwirtschaftliche Vorsorgeflächen ausgewiesen. Das sind wertvolle Wiesen und Felder, die langfristig für die landwirtschaftliche Produktion erhalten bleiben sollen. Sie sichern damit nicht nur die Grundlage für die heimische Lebensmittelproduktion, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung und zur Erhaltung der bäuerlichen Kulturlandschaft.

Überörtliche Grünzonen verfolgen einen noch umfassenderen Schutzansatz. Neben landwirtschaftlich wertvollen Flächen bleiben damit auch landschaftlich bedeutsame Bereiche, ökologisch wertvolle Strukturen und Freiräume für die Naherholung erhalten. Insgesamt ist damit rund ein Viertel des Tiroler Dauersiedlungsraums als Freihaltebereich gesichert.

„Gerade in einem Land wie Tirol, in dem der verfügbare Dauersiedlungsraum begrenzt ist, müssen wir besonders sorgfältig mit unseren Flächen umgehen. Landwirtschaftliche Böden sind eine wichtige Lebensgrundlage. Wir wollen sicherstellen, dass auch kommende Generationen in Tirol Lebensmittel produzieren können“, erklärt LHStv Geisler.

Anpassungen ermöglichen Entwicklung

Die überörtlichen Freihalteflächen sind keine unveränderlichen Grenzen. Weil sich Gemeinden und Regionen weiterentwickeln, werden die bestehenden Raumordnungsprogramme regelmäßig überprüft und angepasst. Dabei können Flächen aus den Freihaltegebieten herausgenommen werden, wenn es dafür nachvollziehbare Gründe gibt. Gleichzeitig werden an anderer Stelle neue Flächen aufgenommen. Die positive Gesamtbilanz zeigt, dass sich notwendige Anpassungen und ein konsequenter Freiraumschutz nicht ausschließen. So bleibt Raumordnung flexibel und kann auf veränderte Anforderungen reagieren, ohne das übergeordnete Ziel des Bodenschutzes aus den Augen zu verlieren.

Änderungen erfolgen nach klaren gesetzlichen Vorgaben. Bei größeren Flächenänderungen wird die Untergruppe des Raumordnungsbeirats eingebunden. Die entsprechenden Änderungen der Raumordnungsprogramme brauchen einen Beschluss der Tiroler Landesregierung. „Es kann gute Gründe geben, eine Fläche für ein konkretes Vorhaben freizugeben. Genauso wichtig ist es aber, an anderer Stelle zusätzliche Freiflächen zu sichern. Wir müssen beides zusammen betrachten. Eine verantwortungsvolle Raumordnung bedeutet, Entwicklung nicht grundsätzlich zu verhindern, sondern sorgfältig abzuwägen und langfristig die richtigen Flächen zu schützen“, betont LHStv Geisler.

Bodensparen bleibt gemeinsames Ziel

Die landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen und überörtlichen Grünzonen sind Teil einer umfassenden Tiroler Bodenpolitik. Dazu gehören ebenso eine sparsame Flächennutzung, die Nachverdichtung bestehender Siedlungsgebiete, die Sanierung von Gebäuden und die bessere Nutzung bereits gewidmeter Flächen. Ziel ist es, vorhandene Flächen möglichst effizient zu nutzen und zusätzliche Flächeninanspruchnahme so gering wie möglich zu halten.

„Boden ist nicht vermehrbar. Deshalb müssen wir mit dieser Ressource besonders sorgfältig umgehen. Mit den überörtlichen Freihalteflächen haben wir ein wichtiges Instrument, um wertvolle Böden und Freiräume langfristig zu sichern. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass wir beim Schutz unserer Freiflächen etwas weiterbringen. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen“, hält LHStv Geisler fest.



https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/mehr-freihalteflaechen-in-tirol