„Erinnerungskulturen im Konflikt“
Die Ringvorlesung der Präsidentin der Justus-Liebig-Universität Gießen steht im Wintersemester 2026/27 unter dem Titel „Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken“. Am 9. November 2026 um 19.15 Uhr spricht die Osteuropahistorikerin Prof. Dr. Anke Hilbrenner in der Aula über unterschiedliche Erinnerungskulturen zum Hitler-Stalin-Pakt und zum Beginn des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa. Die Veranstaltung ist für Publikum aus Universität, Stadt und Region geöffnet und wird auch per Livestream übertragen.
Ringvorlesung der Präsidentin im Wintersemester 2026/27 – „Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken“ – Am 9. November 2026 ist die Historikerin Prof. Anke Hilbrenner zu Gast
Nr. 163 • 4. November 2026
Wie navigieren wir durch eine Welt voller kultureller Spannungen? Was verbindet uns, wenn die Fronten verhärtet sind? Wo führen gesellschaftliche Konflikte zu Gräben und wie lassen sie sich überwinden? Die Ringvorlesung der Präsidentin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beleuchtet im Wintersemester 2026/27 unter dem Titel „Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken“ ein breites Spektrum aktueller Debatten und vereint vielfältige Perspektiven aus Wissenschaft, Politik und Publizistik. Passend zum deutschen Gedenktag am 9. November 2026 nimmt Prof. Dr. Anke Hilbrenner, Expertin für Osteuropäische Geschichte, Düsseldorf, in ihrem Vortrag „Erinnerungskulturen im Konflikt: Der Hitler-Stalin-Pakt und der Beginn des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa“ eine historische Einordnung vor – vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher Perspektiven.
Die zweite Veranstaltung im Rahmen der aktuellen Ringvorlesung der Präsidentin findet am 9. November 2026 um 19.15 Uhr in der Aula statt. Das Publikum aus Universität, Stadt und Region ist herzlich eingeladen.
Nachdem der bekannte Publizist und Politiker Michael Roth, Staatsminister a.D., zum Auftakt am 2. November 2026 unter dem Motto „Aushalten und Haltung. Über die Bedingungen demokratischer Streitkultur“ dargelegt hat, warum die Verrohung der öffentlichen Auseinandersetzung keine Frage des Stils, sondern eine Frage der gesellschaftlichen Kultur und der politischen Macht ist, richtet die Historikerin Prof. Dr. Anke Hilbrenner den Blick in die Vergangenheit: Am 23. August 1939 unterzeichneten die Außenminister des Deutschen Reichs und der Sowjetunion Joachim von Ribbentrop und Wjatcheslaw Molotow im Beisein von Josef Stalin das deutsch-sowjetische Nichtangriffsabkommen, den in Deutschland sogenannten Hitler-Stalin-Pakt. Neun Tage später, am 1. September 1939, überfiel Deutschland Polen und entfesselte so den Zweiten Weltkrieg. Prof. Hilbrenner zeigt auf, wie unterschiedlich der Zweite Weltkrieg in verschiedenen Ländern Europas erinnert wird.
In Deutschland denken wir oft, dass wir unsere Hausaufgaben in Bezug auf die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg gemacht hätten. Der Blick auf die Erinnerung an diesen Krieg in jenen Ländern, die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs geworden sind, erweitert den Horizont. Es gilt, so Hilbrenner, noch einmal ganz neu zu fragen: Wie heißt der Vertrag, und warum nannte man ihn Hitler-Stalin-Pakt? Was waren die Gründe für seine Unterzeichnung? Was folgte daraus für die betroffenen Länder – auch für diejenigen, die in Interessenssphären aufgeteilt wurden? Was waren die Folgen und inwiefern reichen sie bis in unsere Gegenwart? Und schließlich: Wann begann der Zweite Weltkrieg und wer war dafür verantwortlich? Auf all diese Fragen gibt es je nachdem, wen man fragt, unterschiedliche Antworten. Diese Antworten verraten viel über den Zustand Europas und sind angesichts der Herausforderungen der Gegenwart aktueller denn je.
Termine
Montag, 9. November 2026
Prof. Dr. Anke Hilbrenner, Professorin für Osteuropäische Geschichte, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Erinnerungskulturen im Konflikt: Der Hitler-Stalin-Pakt und der Beginn des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa
Montag, 30. November 2026
Dr. Aljoscha Burchardt, Principal Researcher, Research Fellow und stellvertretender Standortleiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Berlin
KI, Gestaltung und Diskurskultur: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie …
Montag, 7. Dezember 2026
Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesellschaftsanalyse und sozialer Wandel, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Weltpolitik und Organisationsalltag. Wissenschafts- und Kulturinstitutionen nach dem
7. Oktober 2023
Montag, 18. Januar 2027
Prof. Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main, Kooperative Professur für transnationale soziale Arbeit, Frankfurt University of Applied Sciences
Die Empörungsfalle. Wie wir wieder streiten lernen
Montag, 25.Januar 2027
Dr. Christoph Bartmann, Autor, Kultur-Podcaster und ehemaliger Leiter mehrerer Goethe-Institute (Kopenhagen, New York und Warschau)
Streitfall Kultur. Der Kampf um „Hegemonie“ in der Ära des Populismus
Montag, 1. Februar 2027
Prof. Dr. Monica Juneja, Seniorprofessorin für Globale Kunstgeschichte am Heidelberger Centrum für Transkulturelle Studien, Universität Heidelberg
Kunstfreiheit-Debatten und die globale Kunstwelt nach 1989
Kuratiert wird die Ringvorlesung der Präsidentin in diesem Wintersemester vom International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der JLU (Federführung: Dr. Jens Kugele).
Weitere Informationen
Alle Veranstaltungen der Ringvorlesung finden in der Aula des Universitätshauptgebäudes jeweils um 19.15 Uhr statt (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen). Zusätzlich können Interessierte die Vorträge als Livestream verfolgen oder später auf dem YouTube-Kanal der JLU in der Rubrik „Veranstaltungen“ unter www.youtube.com/universitaetgiessen
abrufen.
www.uni-giessen.de/ringvorlesung
https://www.uni-giessen.de/de/fbz/ggkgcsc/ggk-gcsc
Kontakt
Kultur- und Veranstaltungsmanagement der JLU
veranstaltungen
Jens Kugele, PhD
International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der JLU Gießen
Otto-Behaghel-Straße 12
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-30053
E-Mail: jens.kugele
Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle
https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm163-26ringvorlesungderpraesidentin2026-hilbrenner