4.11.2026 09:32

Diese Stille spürbar machen

Německo Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Autor neuveden
Die FAU-Forscherin Dr. Milena Störmer sprach bei TEDx Nuremberg in der Meistersingerhalle über die Rolle von Unternehmen in Konfliktgebieten und die Frage, ob sie dort neutral sein können. Ihre Forschung, unter anderem in Mexiko, zeigt laut Störmer, dass Unternehmen häufig zuerst einer Überlebenslogik folgen, obwohl sie die Gesellschaft vor Ort beeinflussen. Mit ihrem Vortrag „The silence of business in war“ will sie auf Missstände und die Verantwortung von Unternehmen aufmerksam machen und zugleich Hoffnung vermitteln.
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Dr. Milena Störmer forscht zu Unternehmen in Konfliktgebieten. Über vermeintliche Neutralität und Hoffnung, die bleibt, hat sie bei TEDx Nuremberg gesprochen.

Milena Störmer hält inne. Mitten auf der Bühne in der Meistersingerhalle während ihrer Rede bei TedX. Sechs Sekunden Stille, die sie wirken lässt, ungewohnt und etwas unangenehm. „Obwohl unsere Welt so laut ist, gibt es unterschiedliche Formen und Qualitäten von Stille. Mir war wichtig, diesen emotionalen Aspekt zu integrieren, damit die Leute diese unangenehme Stille spüren“, erzählt sie. Ihr Vortrag trägt den Titel „The silence of business in war“.

Geboren in München, aufgewachsen in den USA und Stuttgart, kehrt Milena Störmer für den Bachelor in „International Management“ nach München zurück. Nach zwei Jahren in der Industrie hängt sie ihren Job an den Nagel, packt ihre Sachen und reist durch Südamerika und Südostasien. Dort arbeitete sie für NGOs und als Englischtutorin. In Uganda erlebte sie hautnah, welchen Wert Bildung hat, weil sie dort nicht allen zugänglich ist. „Ich konnte es dadurch viel besser wertschätzen, und das hat mich dann dazu bewegt, mich weiterzubilden.“ Zurück in Deutschland begann sie an der FAU ihren Master in Development Economics. „Ich wollte verstehen, warum sich die Lebensstandards in Ländern wie Uganda oder Peru so stark von denen in Deutschland oder den USA unter-scheiden, obwohl dort auch internationale Großkonzerne arbeiten“, erklärt sie.

Friedenslogik versus Überlebenslogik?

Im Zentrum ihrer Forschung steht die Frage: Können Unternehmen in Konfliktregionen wirklich neutral sein? Dafür forschte Milena Störmer unter anderem direkt in Mexiko, wo Kartelle eine große Rolle spielen. Firmen folgen demnach selten einer Friedenslogik, sondern zuallererst einer Überlebenslogik. Obwohl sie einen Einfluss auf die Gesellschaft vor Ort haben, auch wenn sie scheinbar erst einmal nur wirtschaftlich tätig sind. Störmer ist wichtig, dass sie ihre Forschung auch in die Gesellschaft tragen kann. Dafür bot der Vortrag die perfekte Gelegenheit. „Ich war wahnsinnig nervös, aber mittlerweile weiß ich, wie ich damit umgehen muss. Die Vorbereitung mit der Sprechtrainerin hat sehr geholfen“, erzählt sie.

Milena Störmers Motivation wurzelt in den Begegnungen mit Menschen auf der ganzen Welt, die „ihr Herz geöffnet haben“, wie sie selbst sagt. Sie will ihre Stimme nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen und gleichzeitig Hoffnung zu vermitteln, ohne naiv zu sein. „Das Schlechte gab es immer, aber auch das Gute wird immer da sein“, sagt sie. „Ich will zeigen, dass auch Unternehmen eine Verantwortung haben. Und dass wir alle Teil der Lösung sein können, indem wir Verantwortung nicht nur als Frage der Schuld verstehen, sondern als Fähigkeit, selbst zu urteilen und zu handeln.“

Lea Kiehlmeier



https://www.fau.de/2026/11/news/universitaet/magazin/magazin-2026/diese-stille-spuerbar-machen
Autor
Společnost / Organizace
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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