30.10.2026 14:39

Neustadt: Fazit der Freiluftsaison

Německo Stadt Dresden Autor neuveden
Neustadt bilanzierte eine erfolgreiche Saison der Kiezlichter: Rund 2.200 Gespräche mit Anwohnern, Gästen und Gewerbetreibenden führten zu positiver Resonanz und deutlich geringeren Problemen wie Lärm, Wildpinkeln und Müll im Viertel. Die Initiativen wurden von Bürgermeisterin Eva Jähnigen, dem Stadtbezirksamtsleiter André Barth, Polizei und GVD getragen, die betonten, dass regelmäßige Präsenz und Kooperation zu Sicherheit und Ruhe beitragen. Obwohl das Projekt im Haushalt unklar verankert ist, laufen noch vereinzelte Einsätze bis Ende November, und es wird über eine Erweiterung auf andere Stadtteile nachgedacht; zudem gibt es neue Kooperationen, etwa mit dem Heimwegtelefon, um späte Heimwege zu unterstützen.
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Kiezlichter, Polizei und GVD luden am 30. Oktober 2026 auf den Scheune-Vorplatz.

Der Herbst ist da. Auch im Szeneviertel Dresden-Neustadt. Für das Dialogteam der Kiezlichter stehen die letzten Einsätze an. Zum Abschluss der Saison luden Bürgermeisterin Eva Jähnigen, Stadtbezirksamtsleiter André Barth, Vertreter der Polizei und des Gemeindlichem Vollzugsdienst (GVD) am Freitag, 30. Oktober 2026, von 14 bis 19 Uhr auf den Scheune-Vorplatz ein. Bei einer Grillparty gab es Gelegenheit sich zu treffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Saison gemeinsam ausklingen zu lassen.

"Die diesjährige Bilanz zeigt, dass die Maßnahmen wirken. Ich danke allen Akteuren und Akteurinnen für Ihre Arbeit. Dieser Erfolg wäre ohne die Arbeit der Kiezlichter nicht denkbar. Ihre Arbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, die Situation für die Neustädterinnen und Neustädter wie auch für die Feiernden zu verbessern. Ich hoffe deshalb sehr, dass es uns als Stadt noch gelingt, die erforderlichen Mittel bereitstellen zu können, damit die Arbeit fortgeführt werden kann. Statt über Einschränkungen oder das Auslaufen der Kiezlichter nachzudenken, sollten wir vielmehr über eine Ausweitung auf andere Stadtteile reden – hier würde sich aus meiner Sicht beispielsweise die Altstadt, insbesondere mit Blick auf den Postplatz, anbieten. Ich danke auch den Beschäftigten des Gemeindlichen Vollzugsdienstes, die meist zu später Stunde mit Augenmaß dafür sorgen, die unterschiedlichen Interessen der Anliegerinnen und Anlieger sowie der Besuchenden in einen Ausgleich zu bringen."

Bürgermeisterin Eva Jähnigen

„Wir schauen auf eine fantastische Saison zurück. Mit etwa 2.200 Einzel- und Gruppengesprächen hatten wir dieses Jahr fast doppelt so viele Kontakte wie noch im Jahr zuvor. Dazu gab es viel positives Feedback und immer wieder den Hinweis, wie wichtig unsere Arbeit für das Viertel und das Sicherheitsgefühl der Menschen hier ist“.

Alessandro Finke, Koordinator Konfliktmanagement

Rund die Hälfte der Gespräche entfiel auf Menschen, die überwiegend zum Feiern in die Neustadt kamen. Die andere Hälfte der Anliegen betrafen Anwohner und Gewerbetreibende. Im Mittelpunkt standen der persönliche Austausch und die Frage, wie es den Menschen im Viertel geht. Daneben sprach das Team konkrete Störungen an: Lärm durch mobile Musikboxen (233 Ansprachen), Wildpinkeln (64) und achtlos weggeworfenen Müll (200).

In 53 Fällen leisteten die Kiezlichter Begleitung oder Unterstützung, insbesondere für junge Frauen und Menschen in schwierigen Situationen. In 14 Fällen rief das Team einen Rettungswagen. Auch Erste Hilfe nach körperlichen Auseinandersetzungen war gefragt. Schwerpunkte waren die „Schiefe Ecke“, der Martin-Luther-Platz und die Seifhennersdorfer Straße. Nach Einschätzung des Teams trugen regelmäßige Präsenz und die Zusammenarbeit vor Ort dazu bei, Lärm und Vermüllung zu reduzieren. Im Alaunpark stellten größere Jugendgruppen das Team vor neue Herausforderungen.

„Nach sechs erfolgreichen Jahren, die gezeigt haben, wie gut Prävention in der Neustadt wirkt, hoffen wir, dass sich der Dresdner Stadtrat dafür entscheidet, die Kiezlichter weiter zu finanzieren“.

Stadtbezirksamtsleiter André Barth

Im Haushalt für die kommenden Jahre ist das Projekt bisher nicht verankert.

Ganz ist der Einsatz noch nicht beendet. In kleiner Besetzung sind die Kiezlichter bis Ende November Sonntag bis Donnerstag von 21 Uhr bis 1 Uhr weiter im Viertel unterwegs. Damit werden die sensiblen Orte der Saison im Blick behalten. Neu in diesem Zusammenhang ist die Kooperation des Stadtbezirksamtes mit dem Heimwegtelefon e. V. Im Rahmen dieser Kooperation steht bis Ende 2026 eine telefonische Begleitung für Menschen zur Verfügung, die sich in den späten Abend- und Nachtstunden auf ihrem Heimweg unwohl fühlen. Ehrenamtliche bleiben mit den Anruferinnen und Anrufern im Gespräch, bis diese zu Hause angekommen sind.

Das Polizeirevier Dresden-Nord zieht für die Saison eine positive Bilanz: Die erfreulichen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben sich verstetigt. Zugleich stellt das lebendige und stark frequentierte Viertel weiterhin besondere Anforderungen an die öffentliche Sicherheit. Wo Anwohner, Gewerbetreibende und zahlreiche Besucher auf engem Raum zusammenkommen, entstehen insbesondere an Wochenenden, bei Veranstaltungen und in den Nachtstunden Herausforderungen. Die polizeilichen Einsatzschwerpunkte lagen v or allem auf Gewalt- und Rohheitsdelikten sowie auf Straftaten im Zusammenhang mit hohem Besucheraufkommen und Alkoholkonsum.

Der Albertplatz und sein unmittelbares Umfeld bildeten auch 2026 den Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit. Insbesondere Körperverletzungen und Raubstraftaten bleiben dort Thema. Gegenüber 2025 sind Raubstraftaten merklich zurückgegangen. Jürgen Kunath vom Polizeirevier Dresden-Nord führt diese Entwicklung maßgeblich auf die Intensivierung täterorientierter Maßnahmen zurück, ergänzt durch eine an die jeweilige Lage angepasste polizeiliche Präsenz.

„Wir werden die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten, unsere Maßnahmen fortlaufend bewerten und dort nachsteuern, wo es erforderlich ist. Unser Ziel bleibt eine lebendige Äußere Neustadt, in der sich Anwohner, Gewerbetreibende und Gäste sicher bewegen können“.

Kunath

Beim Gemeindlichen Vollzugsdienst (GVD) zeichnet sich eine ähnlich positive Entwicklung. Das Einsatzaufkommen blieb im Sommer auf hohem Niveau, während sich die örtlichen Schwerpunkte verlagerten. An der „Schiefen Ecke“ gingen Beschwerden über Ruhestörungen deutlich zurück. Das Sitzen auf der Fahrbahn spielte nur noch eine geringe Rolle. Auch im Rosengarten und unter der Albertbrücke registrierte der GVD weniger Beschwerden und Verstöße. Der Scheune-Vorplatz fiel durch seine vielfältige Bespielung kaum als Konfliktort auf. Am Martin-Luther-Platz stellte der GVD dagegen zunehmende Lärmbeschwerden fest und reagierte mit verstärkter Präsenz und Hinweisen auf die Ruhezeiten. Ein Schwerpunkt entstand nach den Sommerferien an der Tannenstraße oberhalb des Alaunparks. Dort trugen gezielte Jugend- und Lärmschutzkontrollen nach Einschätzung des GVD zur Beruhigung bei. An der Seifhennersdorfer Straße würdigt der GVD den Beitrag der Kiezlichter zur Entspannung der Lage. Die sensiblen Bereiche der Neustadt bleiben im Blick, auch wenn zusätzliche Einsatzschwerpunkte im Stadtgebiet die personellen Ressourcen zunehmend beanspruchen.

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