Baumaßnahmen am Stadtwaldsee im November
Anfang November beginnen am Nordufer des Stadtwaldsees in Bremen Bauarbeiten für neue Flachwasserbereiche, die Lebensräume für Ufervegetation schaffen, die Biodiversität fördern und das Ufer am Hochschulring vor weiterer Erosion schützen sollen. Nach einer Prüfung auf Kampfmittel werden in neun Bereichen Pfähle gesetzt und Reisiggeflechte mit Sand aufgefüllt. Die Bereiche bleiben über den Winter wegen Treibsandgefahr eingezäunt; im Frühjahr ist die Bepflanzung unter anderem mit Schilf und Seggen geplant. Ein Großteil der Kosten wird über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert.
Neue Flachwasserzonen am Nordufer sollen den Stadtwaldsee langfristig als Erholungsgewässer sichern
Der Stadtwaldsee, vielen Bremerinnen und Bremern besser bekannt als Unisee, ist seit mehr als 50 Jahren ein beliebtes Bade-, Sport- und Erholungsgewässer. Die intensive Nutzung und sein Alter machen sich jedoch zunehmend an der Wasserqualität bemerkbar. Ohne Maßnahmen zur Stabilisierung ist davon auszugehen, dass der See langfristig nicht mehr in seinem heutigen Umfang nutzbar wäre.
Aufgrund zunehmender und länger anhaltender Blaualgenblüten hat die Umweltbehörde im Jahr 2021 die Qualität des Sees im Rahmen eines limnologischen Gutachtens umfassend beleuchten lassen. Ziel war es, Maßnahmen zu benennen, damit der See auch weiterhin als Bade- und Freizeitgewässer erhalten werden kann und seine ökologische Stabilität zu stärken. Erste Maßnahmen, wie die Errichtung von Schutzzäunen um die sensiblen Schilfbestände, wurden bereits umgesetzt.
Anfang November beginnt nun der nächste Schritt: Am Nordufer des Stadtwaldsees sollen neue Flachwasserbereiche für typische Ufervegetation entstehen. Die Maßnahme dient zum einen der Erhöhung der Biodiversität und zum anderen sichert sie das Ufer am Hochschulring vor weiterer Erosion. Ohne eine zusätzliche Sicherung wäre der dortige Wanderweg mittelfristig durch den fortschreitenden Uferabbruch gefährdet.
Vor Beginn der Bauarbeiten wird der Kampfmittelräumdienst prüfen, ob im Uferbereich unter Wasser noch Blindgänger oder andere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Erst danach rückt der Bagger an. Von einem Schwimmponton aus bringt er in neun Bereichen Pfähle tief in den Boden im Uferbereich des Stadtwaldsees ein. Sie dienen als Halterung für das Reisiggeflecht, hinter dem letztendlich durch Sandeinbringung der Flachwasserbereich entsteht.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Uns ist wichtig, dass der Stadtwaldsee auch künftig für alle Menschen in Bremen ein attraktiver und gut nutzbarer Ort der Naherholung bleibt: zum Baden, für Sport und zum Naturerleben. Dafür wollen wir das ökologische Gleichgewicht des Sees stärken. Mit den neuen Flachwasserbereichen schaffen wir Lebensräume für Pflanzen und Tiere, fördern die Biodiversität und tragen dazu bei, die Ufer dauerhaft zu stabilisieren. So verbinden wir Erholung, Naturschutz und Klimaanpassung miteinander."
Der eingebrachte Sand muss sich über die Wintermonate setzen. Da in den neu aufgefüllten Bereichen Lebensgefahr durch Treibsand besteht, werden sie zum Schutz der Spaziergängerinnen und Spaziergänger eingezäunt. Im Frühjahr erfolgt die Bepflanzung der neuen Flachwasserzone unter anderem mit Schilf, Seggen-Arten und blühenden Uferpflanzen. Die Vegetation wird im Laufe der nächsten Jahre die neu geschaffenen Bereiche stabilisieren, Nährstoffe aus dem See für ihr Wachstum nutzen und Fischen und Kleinlebewesen als Unterschlupf dienen.
Ein Großteil der Kosten wird über eine Förderung aus dem Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz (ANK) finanziert.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: [email protected]
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